Ehrgeizige Ziele: Pascal Troller, Viola Müller und Dr. Markus Meier (Präsident SGTI) starten das Projekt «Industriekultur Zentralschweiz». Bild Bruno Facchin

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685 000 Franken für Industriekultur

In den kommenden Jahren soll ein Inventar zur Erhaltung von industriellen Kulturobjekten in den sechs Zentralschweizer Kantonen erstellt werden. Dazu wurde gestern anlässlich einer Medienorientierung die erste Etappe (Finanzierung) begonnen. Benötigt werden rund 685 000 Franken.

Das Projekt

Beim Projekt Isis (Infor­ma­ti­ons­platt­form für schützens­werte Indu­s­trie­kul­turgüter der Schweiz) handelt es sich um eine­Ver­net­zung von beste­henden Inven­taren tech­ni­schen Kultur­gutes der Schweiz. Das Projekt wurde 2009 mit dem Thur­gauer Heimat­schutz­preis ausge­zeichnet. Reali­siert wird das Projekt Isis von der schwei­ze­ri­schen Gesell­schaft für Tech­nik­ge­schichte und Indu­s­trie­kultur in Zusam­men­ar­beit mit Arias Winter­thur und dem Schweizer Heimat­schutz. Das Pilot­pro­jekt Isis Kanton Bern konnte bis Oktober 2005 recht­zeitig finan­ziert und dadurch abge­sch­lossen werden. Die Beschaf­fung der finan­zi­ellen Mittel für die Isis in weiteren Kantonen läuft seit Juli 2006. Die Reali­sie­rung der Isis ist für die ganze Schweiz vorge­sehen.

Infos:

www.indu­s­trie­kultur.ch

www.pascaltroller.ch

Zentralschweiz

«Vergessen ist der erste Schritt zum Verlust», betonte die Urner Regierungsrätin und Justizdirektorin, Heidi Zgraggen. Mit diesen Worten bringt sie die Anliegen der Projektgruppe «Isis» (siehe Box) auf den Punkt. Das Ziel ist die Erhaltung von Industriekulturgütern. In etwa zwei Jahren, wenn die Finanzierung klappt, soll mit der Bestandesaufnahme in der Zentralschweiz begonnen werden.

Bevölkerung sensibilisieren

Die Projekte umfassen nebst der Bestandesaufnahme eine Buchpublikation mit etwas über 200 Objekten. «Es wird eine Art Wanderführer mit acht aufgezeichneten Routen», so Viola Müller, Projektleiterin Isis Zentralschweiz. Zudem soll in einer Wanderausstellung die Bevölkerung für das Schaffen unserer Industriepioniere sensibilisiert werden. Es sei nicht zu unterschätzen, dass die damalige Industrie mit den damit verbundenen Arbeitsplätzen ganze Regionen auch in ihren Mentalitäten geprägt hat. «So ist aus der Zentralschweiz einiges zu erwarten», erklärte Müller weiter. Die ETH-Architektin wird das Projekt in enger Zusammenarbeit mit dem bekannten Industriehistoriker Hans-Peter Bärtschi (Arias-Industriekultur) realisieren.

Jetzt geht es um das Geld

Eine erfolgreiche Realisierung dieser vierten «Isis-Etappe Zentralschweiz» ist weitgehend vom Erfolg der Finanzierungsbemühungen abhängig. Für die Beschaffung dieser Mittel ist Pascal Troller zuständig. Troller ist in diesen Kreisen kein unbeschriebenes Blatt. Er war unter anderem der Initiant und Realisator für die Rettung der SOB-Dampflokomotive «Schwyz». Troller ist sich im Klaren, dass derzeit die Beschaffung von Geldmitteln eher harzig realisierbar ist. Dennoch ist er zuversichtlich. «In den ersten Schritten sollen nun die direkt betroffenen Kantone und der Lotteriefonds angefragt werden», erklärte er gegenüber dem «Boten». Erst in einem zweiten Schritt werde man dann in der Wirtschaft und bei Privatpersonen vorstellig werden.