Aktuell | 13. Januar 2012
«Die Geschichte des Kantons Schwyz» ist fertig geschrieben
Von der Urzeit bis ins Jahr 2011 reicht das Spektrum der bisher umfassendsten Darstellung der Schwyzer Geschichte. Das einmalige Werk ist geschrieben und soll noch im ersten Drittel dieses Jahres erscheinen.
Vorzugspreis bis Ende Februar gültig
Das siebenteilige Werk «Die Geschichte des Kantons Schwyz» umfasst zirka 2200 Seiten mit gegen 1100 Abbildungen. Der Herausgeber, der Historische Verein des Kantons Schwyz, wird Mitte nächster Woche einen Flyer in alle Haushalte streuen, um auf sein «Jahrhundertwerk» aufmerksam zu machen. Dabei gilt es zu beachten, dass die sieben Bände bis Ende Februar für 98 Franken gekauft werden können (Subskriptionspreis); anschliessend kostet «Die Geschichte des Kantons Schwyz» dann 200 Franken. Die ISBN-Nummer lautet: 978-3-0340-1118-1.
Informationen
Kanton –
Sieben Bände, 2200 Seiten, 1100 Abbildungen, 48 Autoren und Autorinnen sowie ein Budget von 3,25 Millionen Franken: Wenn von der «Geschichte des Kantons Schwyz» gesprochen wird, kommt man um Superlative nicht herum. Das unter der Ägide des Historischen Vereins verwaltete und gestaltete Buchprojekt ist das grösste, das im Kanton Schwyz je realisiert wurde. Und dürfte es auf Jahrzehnte hinaus auch bleiben.
Bekanntes und weniger Bekanntes
Redaktor Andreas Meyerhans (Wollerau) verweist auf die ungewohnte Dimension dieses Werkes, dessen Entstehung er seit sieben Jahren koordiniert, wobei sich sein Pensum zwischen 40 und 60 Prozent eingependelt hat. 52 Beiträge von insgesamt 48 Autoren und Autorinnen verschiedenster Fachgebiete sind entstanden. Der erste wurde vor zwei Jahren abgeliefert; der letzte vor zwei Wochen. Im Auftrag des Historischen Vereins haben die Autoren in handbuchartiger Form Informationen zu Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur zusammengetragen (siehe Artikelschluss). Dabei stehen Ereignisse genauso im Blickfeld wie Strukturen, die Sicht von aussen ist ebenso gefragt wie die Einbettung der Schwyzer Entwicklung in ein grösseres Ganzes. Interessierte finden auch Beiträge zu weniger Bekanntem wie der Entstehung der Zeitungslandschaft oder der Bedeutung der Landvogteien. Der Kanton Schwyz – keine Zufälligkeit der Geschichte, sondern das Ergebnis einer jahrhundertelangen Entwicklung, die genauso von inneren wie äusseren Faktoren abhängig war und ist.
Der «interessierte Laie»
«Unser Zielpublikum ist der ‹interessierte Laie›», äussert sich Meyerhans zu möglichen Leserinnen und Lesern. «Die Geschichte des Kantons Schwyz» sei zwar ein wissenschaftliches Werk, doch für ein breites Publikum und somit allgemeinverständlich geschrieben. Über diese Verständlichkeit hatte Redaktor Meyerhans zu wachen, was manchmal durchaus «ein Spagat» gewesen sei, wie der gelernte Historiker unumwunden zugibt. Schwerpunkt sei die Hintergrundgeschichte, wobei durch gezielte Forschungsaufträge auch Unbekanntes oder weniger Bekanntes ins Werk einfliesse. Ein schulisches Lehrmittel im klassischen Sinn sind die Bände nicht – aber sie liefern eine umfassende Darstellung für eine didaktische Aufarbeitung, ist Andreas Meyerhans überzeugt.
2012 statt 2010
Eigentlich hätte dieses Jahrhundertwerk bereits 2010 erscheinen sollen. Wiederum verweist der Chef-Koordinator auf die Dimension dieses Vorhabens. Ursprünglich waren fünf Bände mit 1600 Seiten geplant gewesen; jetzt sind es sieben mit 2200 Seiten. Diese kaum vorhersehbare Entwicklung sowie die teilweise verspätet eingereichten Arbeiten hätten zur Verzögerung geführt. So hüllt sich der Redaktor verständlicherweise in Schweigen, was den konkreten Veröffentlichungstermin betrifft. «Er ist noch nicht bekannt – und ich werde mich hüten, voreilig Erwartungen zu schüren». Erklärtes Ziel sei «im ersten Drittel dieses Jahres». Die Subskription jedenfalls ist eröffnet und läuft bis Ende Februar 2012 (siehe Kasten). Gedruckt sind die sieben Bände ja noch nicht. Die Offertanfrage wird in den nächsten Tagen verschickt. Und zwar exklusiv nur an Schwyzer Druckereien. So hat es die Begleitkommission entschieden, was angesichts der Finanzierung verständlich ist: 2,5 Millionen Franken steuert der Kanton Schwyz bei, 750'000 die Schwyzer Kantonalbank. Diese beiden Institutionen sind denn auch in der Begleitkommission durch Regierungsrat Peter Reuteler, respektive Bankrats-Präsident Alois Camenzind vertreten (des Weitern: Vreny Spoerry, Abt Martin Werlen, Gemeinde-Vertreter Albert Steinegger, Werner Steinegger, Iwan Rickenbacher, Projektleiter Regierungsrat Kaspar Michel sowie Redaktor Andreas Meyerhans).
Aktualisierung dank Verzögerung
Was die Aktualität des Werkes betrifft, ist die Verzögerung durchaus nicht nachteilig. So konnte das Autorenteam wichtige Ereignisse noch einbauen – etwa die Entscheide zur Schwyzer Verfassung, zur Pädagogischen Hochschule Schwyz, zur Spitalstrategie oder zu den eidgenössischen Wahlen. «Je nach Produktionsfortschritt», so Meyerhans, «schaffen es vielleicht gar die kantonalen Wahlen noch in die Statistik.» Diese finden am 11. März statt.
Noch zeitgemäss?
Ist ein derartiges Werk im Zeitalter von Google und Wikipedia überhaupt noch zeitgemäss, überhaupt noch zu verantworten? Diese Frage wird Andreas Meyerhans nicht zum ersten Mal gestellt. Stellvertretend für die Begleitkommission antwortet er mit einem überzeugten Ja. Dazu verweist er auf den Umstand, dass trotz Interesse und Bedarf «eine Gesamtschau» für den Kanton Schwyz fehle; zudem argumentiert er inhaltlich: «Die Geschichte des Kantons Schwyz» sei kein klassisches Nachschlagehandbuch, kein Stichwortverzeichnis, sondern ein in «Synthese und Konzentration» neues Werk. Es stellt nicht nur Bekanntes (und weniger Bekanntes) umfassend dar, sondern präsentiert dank der Forschungsaufträge auch Neuordnungen. Über eine elektronische Zusatz-Verwertung via Internet ist intern zwar diskutiert, aber kein Entscheid gefällt worden. Ob ein Zugriff übers Netz später einmal möglich sei, kann Andreas Meyerhans derzeit nicht beantworten. Die ganze Aufmerksamkeit des Redaktors gehört dieser Tage und Wochen der Print-Ausgabe dieses epochalen Werkes.
Die Autoren und Autorinnen
• Band 1 – Zeiten und Räume (Frühzeit bis 1350): Peter Zwahlen, Erika Gobet, Willy Tinner, Catherine und Urs Leuzinger-Piccand, Thomas Cavelti, Philipp Wiemann, Ursula Hügi, Martin Trachsel, Karin Fuchs, Georges Descoeudres, Roger Sablonier (†).
• Band 2 – Vom Tal zum Land (1350 bis 1550): Andreas Meyerhans, Oliver Landolt, Christian Sieber, Thomas Glauser, Valentin Kessler, Albert Hug.
• Band 3 – Herren und Bauern (1550 bis 1712): Kaspar Michel, Nathalie Büsser, Peter Niederhäuser, Josef Wiget (†), Oliver Landolt, Philippe Bart, Stefan Jäggi.
• Band 4 – Politik und Verfassung (1712 bis 2010): Josef Wiget (†), Erwin Horat, Meinrad Suter, Corinne Bara-Zurfluh, Paul Oberholzer.
• Band 5 – Wirtschaft und Gesellschaft (1712 bis 2010): Beat Frei, Martin Schuler, Thomas Meier, Paul Schneeberger, Tobias Straumann, Erwin Horat, Beatrice Sutter, Sabine Lippuner.
• Band 6 – Kultur und Lebenswelten (1712 bis 2010): Madlaina Bundi, Markus Bamert, Anja Buschow, Michael Tomaschett, Norbert Lehmann, Hans Steinegger, Kari Kälin, Elvira Jäger, Jürg Auf der Maur, Ralf Jacober, Roger Sablonier (†), Iwan Rickenbacher.
• Band 7 – Materialien, Register. • Fotografen: Franz Kälin (Einsiedeln) und Georg Sidler (Schwyz).