Unter der Leitung von Agnes Ryser (dritte von rechts) trat der Chor im Grossen Saal des Klosters auf. Bild Franz Kälin

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Vokalensemble fiori vocali trat in Einsiedeln auf

Zum ersten Male trat der von Agnes Ryser geleitete Chor fiori vocali in Einsiedeln auf. Das Konzert vom letzten Sonntag im Grossen Saal des Klosters hinterliess einen bleibenden Eindruck.

Einsiedeln

Fiori vocali, das sind musikalisch versierte und gesangsbegeisterte Frauen, die sich 2006 unter der Leitung von Agnes Ryser zusammengefunden haben. Am Sonntag, 13. November, wagten sie sich an ihr erstes eigenes Konzert im Grossen Saal des Klosters Einsiedeln. Mit Volksliedern, mehrheitlich a cappella gesungen, in mehrstimmigen Arrangements, zeigten sie dem zahlreich erschienenen Publikum ihr Können.

Die Herzen berührt

Gepflegter Klang, authentischer Ausdruck und Musizieren in verschiedenen Zusammensetzungen, so die Beschreibung in ihrer Werbung, sei das, was das Vokalensemble fiori vocali anstrebe. Es sei vorweggenommen, dies war wirklich zu hören und zu sehen. Unter der Leitung von Agnes Ryser, in Einsiedeln als musikalische Leiterin bestens bekannt, berührten sie mit ihren Volksliedern die Herzen der Konzertbesucherinnen und -besucher. Singend näherten sie sich zu Beginn der Bühne und wer es nicht gewusst hatte, sah es jetzt, dass dieses Gesangsvolumen von neun Sängerinnen herrührte. Agnes Ryser als Dirigentin sang meistens mit, ausser sie setzte sich zum Begleiten an den Flügel. Im ersten Gesangsblock entführten sie das Publikum mit ihren Volksliedern nach Osteuropa. Das Lied aus Ungarn, in dem sich junge Frauen über einen Polizisten, der sich sehr ernst nimmt, lustig machen, sei speziell erwähnt. Die Ansagerin meinte verschmitzt, sie seien zwar nicht mehr so jung, aber foppen könnten sie noch alleweil.

Hosentaschen und Kuhglocke

Die Choreografie, Hände in den (Hosen-)Taschen und das Erklingen einer Kuhglocke, weckte Erwartungen beim Publikum. Und tatsächlich, im zweiten Gesangsblock erklangen Lieder aus dem vertrauten Alpenraum. Der Schlussjuz von Esther Trütsch aus Einsiedeln beim ersten Lied, liess die Zuhörerinnen und Zuhörer endgültig hier landen. Man fühlte sich daheim. In den Norden und den Süden Auch die folgenden nordischen Volkslieder erzählten von Sorgen und Nöten, Liebeslust und Liebesleid. Besonders eindrücklich und sehr passend auch für diese Frauenformation war das Lied aus dem Film «As it is in heaven», in dem unter anderem von einer Frau erzählt wird, die über das Singen ihr eigenes Leben in die Hand nimmt.

Ab in den Süden

Der letzte Gesangsblock entführte dann noch in den sonnigen Süden. Leicht und luftig wurde das Konzert beendet. Aber das Publikum liess die Sängerinnen nicht einfach gehen. Ein langer, warmer Applaus forderte Zugaben, was das Vokalensemble fiori vocali auch gerne gewährte. Ein afrikanisches Volkslied setzte dann den Schlusspunkt.