Gespannt auf die Premiere am 26. Dezember: Housi Denz hat für das Theater Brunnen den Dreiakter «Poltermorgen» geschrieben. Bild Christian Ballat

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Theater Brunnen: Ein eigenes Stück geschrieben

Das Theater Brunnen steht vor einer Welturaufführung: Mit «Poltermorgen» steht erstmals ein Stück auf dem Programm, das speziell für diese Bühne geschrieben wurde. Autor ist der in Brunnen wohnhafte Housi Denz. Es ist sein Erstlingswerk.

Farbe kam erst in der Inner­schweiz in die Bilder

«Schweissen und Auto­fahren»: Seine Antwort auf die Frage, was Housi Denz nicht macht, kommt wie aus der Pistole geschossen. Zum Lehrer und an der Kunst­ge­wer­be­schule Bern in der Fach­klasse Grafik ausge­bildet, arbeitet der in Münsingen gebo­rene Berner viel als Maler, Foto­graf und Grafiker. Seine Ausstel­lungen orga­ni­siert er prak­tisch immer selbst. «Ich bin kein Networ­king-Mensch, der es liebt, sich an unzähligen Vernis­sagen zu zeigen.» Beson­ders in Erin­ne­rung ist ihm die Kuns­t­in­stal­la­tion, die er an einem Sympo­sium in einem tsche­chi­schen ehema­ligen Kloster durchführen konnte. «Für die Kunst standen 200 leere Räume zur Verfügung.» Leere Räume mit Inhalt zu berei­chern, sei seine Leiden­schaft. «Sie faszi­nieren und inspi­rieren mich.» Auch die Bühne sei ein leerer Raum. «Darum arbeite ich so gern für sie und mit ihr.» Als Gemüseverkäufer in einer Produ­zenten- und Konsu­men­ten­ge­nos­sen­schaft hat er auch gear­beitet, später als Koch in der «Reit­halle» und in der «Alten Post» in Bern Geld verdient, um sich sein Künstler­leben finan­zieren zu können. Seit 2004 führt er zusammen mit Maria Keller vis-à-vis der Schifflände Brunnen einen Souve­nir­kiosk. In seiner Wohnung hoch über dem Vier­waldstättersee hängen viele Gemälde, die er gemalt hat. Ein wieder­keh­rendes Sujet sind die Berge am Urnersee. «Nach meiner Zeit in und um Bern wollte ich raus aus der Stadt irgend­wohin, wo es Berge hat.» Da sein Partner in Brunnen lebt, war es nahe­lie­gend, dass er hier seine Zelte aufge­schlagen hat. «Früher habe ich viel mehr gezeichnet – Farbe ist erst in der Inner­schweiz in meine Bilder gekommen.»

Infos zum Theater unter www.thea­ter­brunnen.ch

Brunnen

Theater gehört seit der Zeit am Lehrerseminar Bern zum Leben von Housi Denz. «Ich habe vor, auf und hinter der Bühne schon alles gemacht.» Seit 2004 ist er aktiv am Theater Brunnen – als Schauspieler, Grafiker, Bühnenbildner und Werbeverantwortlicher. «Als ich an Krebs erkrankte, zog ich mich von der Bühne zurück und arbeite seither nur noch im Hintergrund.» Seit den Bestrahlungen und der Chemotherapie lässt er seine Haare wachsen. «Früher trug ich Glatze und Schnauz .Wenn die Haare schon die Prozedur überstanden, so will ich das auch zeigen.»

Schreiben als Therapie

Vor knapp einem Jahr musste sich Housi Denz einer Operation unterziehen, da der Krebs weiterwucherte. «So langsam finde ich wieder zu mir selbst», sagt er rückblickend auf die letzten Monate. Um sich von seinen teilweise tristen Gedanken abzulenken, begann er zu schreiben. «Von Anfang an war mir klar, dass es ein Stück für das Theater Brunnen sein sollte.» Der Beginn stand fest. Nach dem Polterabend findet die Braut eine leblos in ihrer Eineinhalbzimmerwohnung liegende Person. «Alles andere ist während des Schreibens entstanden. » Die zu sagenden Worte den neun Figuren zuzuweisen, sei wie Therapie gewesen, erinnert sich der Autor. «Ziemlich kompliziert hat sich der Ablauf gestaltet – für die Auftritte und Abgänge der einzelnen Personen stehen mir im Bühnenbild viereinhalb Türen zur Verfügung.» Es sei eine besondere Herausforderung gewesen, die entscheidenden Begegnungen richtig zu konstruieren.

Schwank in drei Akten

Das Brunner Theaterpublikum schätzt es, wenn auf der Bühne zwischen Stefans- und Dreikönigstag ein Schwank aufgeführt wird. «Das war eine Vorgabe, die ich mir selber setzte. So geht es um Verwechslungen, Beziehungen, die Heirat zweier in Fernbeziehung lebender Liebenden, fehlende Schirme und um ein Happy End», gibt Housi Denz einen kurzen Einblick. Geschrieben hat er sein Erstlingswerk in seiner Muttersprache Berndeutsch. Zusammen mit Regisseurin Susanne Holdener und Theaterspielerin Martina Grond wurde es ins Schwyzerdeutsch übertragen. «Eine Rolle musste ich gar ins Hochdeutsch übertragen, da eine Schauspielerin zwar hier wohnt, aber aus Norddeutschland kommt und entsprechend spricht.»