Das Forum für Schweizer Geschichte in Schwyz widmet sich den Fragen rund um die Entstehung der Schweizer Eidgenossenschaft. (Video: SF Tagesschau, 30.10.2011)
Entstehung Schweiz: Eine aussergewöhnliche Rauminszenierung über drei Stockwerke macht den Museumsbesuch zum Erlebnis.
Ausstellungen | Schwyz
Entstehung Schweiz
29. Oktober 2011 – 30. März 2012
Datum
29.10.2011 bis 30.03.2012
Öffnungszeiten
Di–So, 10–17 Uhr
Ort
Forum Schweizer Geschichte
Hofmatt
(altes Zeughaus)
Zeughausstrasse 5
6430 Schwyz
+41 41 819 60 11
Weitere Infos
Mit der neuen Dauerausstellung «Entstehung Schweiz. Unterwegs vom 12. ins 14. Jahrhundert» zeigt das Forum Schweizer Geschichte Schwyz die Entstehungs-bedingungen der alten Eidgenossenschaft im Mittelalter auf. Die Geschichte zur Entstehung der Schweiz ist als Erlebnisparcours angelegt, der Kinder und Erwachsene emotional anspricht. Kostbare Objekte, virtuelle Guides, innovative Medienstationen sowie überraschende Rauminszenierungen machen Geschichte erlebbar.
Wie die Schweiz entstand
Wie jedes andere Land, existiert weder die heutige Schweiz seit jeher, noch gab es schon immer die alte Eidgenossenschaft. Die Zeit vor der Entstehung der alten Eidgenossenschaft löst immer wieder Debatten aus und erhitzt die Gemüter: Wo, wie und wann begann die frühe Geschichte unseres Landes? Die Entstehungsgeschichte reicht über mehrere Jahrhunderte. So fokussiert die Ausstellung auf drei Themen: die Herrschaftsordnung in Mitteleuropa, den Fernhandel im Alpenraum und die Entstehungsbedingungen erster Eidgenossenschaften.
Eine szenografische Gliederung dieser drei Themen auf drei Stockwerken des Museums lässt Besucherinnen und Besucher vom Berggipfel im obersten Geschoss ins Tal hinuntersteigen.
Ritter, Mönch und Bauer: Herrschaftsordnung in Mitteleuropa
Der Ausstellungsrundgang beginnt im dritten Geschoss des Museums. Ein impo- santer Ritter auf seinem Pferd versinnbildlicht die Beziehung zwischen König, Hochadel und Ritterstand. Thematisiert werden in dem ersten Ausstellungsteil die Neuerungen in Europa: etwa die neue Schriftlichkeit, das Aufkommen von Universitäten oder der Aufstieg autonomer Städte in Norditalien. Ein inszeniertes Skriptorium, eine Kanzlei oder eine Stadtansicht vermitteln Einblicke in diese Zeit des Umbruchs.
Berg im Museum: Handel im Alpenraum
Die Alpen spielen in der Ausstellung eine zentrale Rolle. Ein beeindruckendes Bergmassiv erstreckt sich über alle Stockwerke des Museums. Nebst dem Ausbau von Verkehrswegen in Folge des blühenden Handels richten frühe Bankiers, etwa die Geldwechsler aus der Lombardei, Wechselstuben ein. Welche Erzeugnisse wurden auf den Märkten und Messen feilgeboten und mit welchen Mitteln wurde bezahlt? Wie viele Kilos wurden auf dem Rücken von Mensch und Maultier über die steilen Bergpässe befördert? Die Nachbildung eines Hospizes, einer Sust oder eines Marktstandes lassen die mittelalterliche Welt der Säumer und Kaufleute aufleben.
Landsgemeinden und Fehden: Entstehungs-bedingungen der alten Eidgenossenschaft
Im Erdgeschoss treffen Besuchende zunächst auf eine Kuh, die in Folge einer Fehde getötet wurde. In der Zeit um 1300 herrscht in der heutigen Zentralschweiz eine raue Konfliktkultur ohne stabile Herrschaftsstrukturen. Raub und Verwüs- tungen zulasten der Feinde aus Fehden werden nicht durch eine Obrigkeit, etwa einen Landesfürsten, gerichtet und bestraft. Die Ausstellung zeigt, wie aus untragbaren Zuständen, die auch die Sicherheit der Verkehrswege beeinträchtigten, neue Herrschaftsstrukturen entstehen. Man begegnet in einer Waldlichtung dem entscheidenden Zusammenschluss der Talbewohner, deren Bündnissen mit Städten und dabei der Entstehung früher Landsgemeinden. Schliesslich thematisiert die Ausstellung die Figuren der Gründungslegenden: Wilhelm Tell, Arnold von Winkelried oder die Mannen vom Rütli. Präsentiert und erläutert wird, wie und wann sich die Erzählungen rund um die Gründung der Eidgenossenschaft bildeten.