Die Technomusik ist die grosse Leidenschaft von Sebastian Bürgler. Mit der «Plus Bote»-App hören Sie einen Ausschnitt aus seiner neusten EP. Das ist ein Tonträger zwischen Single und Album. Die Abkürzung steht für Extended Play. Bild: Sandra Bürgler
Die Technomusik ist die grosse Leidenschaft von Sebastian Bürgler. Mit der «Plus Bote»-App hören Sie einen Ausschnitt aus seiner neusten EP. Das ist ein Tonträger zwischen Single und Album. Die Abkürzung steht für Extended Play. Bild: Sandra Bürgler

Musik

Doktorand produziert Techno

Sebastian Bürgler ist schon seit mehr als zehn Jahren von der Technomusik begeistert und produziert unzählige Lieder selbst. Gestern veröffentlichte er seine neuste EP.

Die Technomusik ist für ihn der Bereich, in dem er kreativ sein kann. Ein rhythmischer und schneller Beat, treibende Basstöne und oftmals am Computer produziert: Das ist die Musik, die Sebastian Bürgler bereits seit mehr als zehn Jahren fasziniert. Von seinen Kollegen wurde der Schwyzer auf die Elektromusik aufmerksam gemacht. Das Produzieren von eigenen Tracks hat er danach für sich entdeckt, und bis heute geht er seinem Hobby nach. Das Programm zu beherrschen, mit welchem er arbeitet, sei damals eine grosse Herausforderung gewesen. Auch nach rund zehn Jahren habe er noch lange nicht alle Funktionen ausprobiert.


Eine Melodie ist nicht dringend notwendig


Doch was ist überhaupt typisch für die Technomusik? «Der Grundstein ist der Viervierteltakt mit einem Drumschlag auf jedem Viertel», sagt Bürgler. Von da an könne man weitere Klänge hinzufügen und so der Kreativität freien Lauf lassen. Im Allgemeinen sei der Stil sehr rhythmusorientiert und eine Melodie nicht zwingend notwendig. «Ein Clap auf jeden zweiten Schlag ist zum Beispiel ein typisches Merkmal.» Das Tempo hält Sebastian Bürgler im Rahmen von 125 Schlägen pro Minute. Diese Geschwindigkeit würde sich gut zum Tanzen eignen. In Durchschnitt sitzt er zwei Stunden täglich am Laptop und vertieft sich in seine Musik. Seine produzierten Tracks haben sich dementsprechend auch schon angehäuft. Rund hundert Musikstücke sind von ihm produziert. Davon wurden 22 von einem Label released. Als Produzent gibt es für den Schwyzer praktisch keine Auftritte. Jedoch ist Sebastian Bürgler nicht abgeneigt, in Zukunft auch einmal Musik aufzulegen und als DJ zu arbeiten. Das passiere aber nicht von heute auf morgen. «Es ist etwas, was ich wieder von Grund auf erlernen müsste.» Zudem möchte der Schwyzer auch beim Produzieren bleiben. Es sei ein guter Ausgleich zu seinem Doktoratsstudium in Motivationspsychologie. Auch beim Pendeln widmet er sich manchmal dem Techno. «Ein grosser Teil meiner Musik ist wahrscheinlich im Zug entstanden», bemerkt er mit einem Lachen.


50 Stunden Arbeit an einem Track


Wie lange Sebastian Bürgler an einem Musikstück arbeitet, ist sehr unterschiedlich. Grundsätzlich arbeite er schnell einmal 50 Stunden an einem Track und probiere verschiedenste Dinge aus. «Manchmal geht es fast von alleine. » Das Gegenteil könne aber auch der Fall sei. Es gebe Lieder, mit denen er einfach nicht zufrieden sei und sehr lange daran herumprobiere. Genug von der Technomusik hat Sebastian Bürgler noch lange nicht. «Es wird immer neue Musik von mir geben.» Im Talkessel sei die Musikrichtung nicht gross verbreitet, obwohl es schon einige Personen gebe, die Techno hören würden. «Es dürften ruhig etwas mehr sein», sagt Bürgler.


Suche nach Labels ist schwierig


Unter dem Namen TheSampleThief veröffentlicht Sebastian Bürgler seine Musik. Damit seine Tracks auch verbreitet werden, bietet der Schwyzer sie jeweils verschiedenen Labels an. Dass diese auch Interesse zeigen, sei nicht selbstverständlich: «Bei meiner ersten Suche nach einem passenden Label habe ich rund 50 Mails verschickt.» Mit der Zeit konnte Sebastian Bürgler zu vier Labels einen guten Draht entwickeln. Von ihnen bekomme er auch viele Tipps, was er bei seiner Musik noch verändern könnte. Gestern wurde seine neuste EP «Outback» veröffentlicht, und bereits vor einigen Wochen brachte der Schwyzer zudem die EP «Hyperventilate» raus.


Bote der Urschweiz / Sandra Bürgler

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

27.02.2019

Webcode

schwyzkultur.ch/q1BvAw