Die Harmonie Freienbach unter Valentin Vogt bestritt den ersten beschwingten Konzertteil. Bild Andreas Knobel
Die Harmonie Freienbach unter Valentin Vogt bestritt den ersten beschwingten Konzertteil. Bild Andreas Knobel

Musik

Ein Konzert mit Freunden für Freunde

Das Frühlingskonzert der Harmonie Freienbach mit der befreundeten Stadtharmonie Laufen bot inklusive Apéro mit hauseigenem Jazztrio und ebenso hauseigener Tanzband zum Abschluss beste Unterhaltung der lockeren, unbeschwerten Art.

Das Frühlingskonzert der Harmonie Freienbach vom Samstag war wahrlich abendfüllend. Denn schon früh waren fast alle Plätze in der Halle Schwerzi belegt, um den Gratisapéro und danach das Abendessen zu geniessen. Selbstverständlich gabs bereits am Vorabend passende Musik.Das hauseigene,eigens für diesen Anlass gegründete Jazztrio – bestehend aus Daniel Römer, Christoph Thomas und Beat Hollenstein – unterhielt mit beschwingten Jazzstandards.


Buntes Freienbacher Programm


Das eigentliche Konzert eröffnete die Harmonie Freienbach unter dem wie stets stilsicheren wie lockeren Dirigenten Valentin Vogt. Die Moderation übernahm Cyrill Kümin, und zwar richtig witzig, wobei er vor allem seine eigenen Mitglieder aufs Korn nahm. Den Auftakt machte «Family Guy», die Musik zur gleichnamigen, ziemlich schrägen Comicserie. Bei George Gershwins «Porgy and Bess» konnte die Formation mit etlichen Soli, die die einzelnen Figuren beschrieben, ihr ganzes Können unter Beweis stellen. Der hochstehende «Schultheiss von Steiger-Marsch» von Stephan Jaeggi zeigte sich dann wieder eher konventionell, aber nicht minder unterhaltsam. Beim «12th Street Rag» traten die sechs Trompeten solistisch in den Vordergrund,und mit «Les Humphries in Concert» konnte zu den allen bekannten Melodien mitgeklatscht oder fast schon mitgesungen werden. Als Zugabe gabs den ebenfalls von jedem und jeder schon gehörten «Sir Duke».


Gefälliges Laufener Gastspiel


Den zweiten Konzertteil bestritt die Stadtharmonie Laufen. Seit nun schon Jahrzehnten besteht die Freundschaft zwischen den beiden Vereinen, die auf den ausgewanderten Trompeter Paul Kümin zurückzuführen ist. Der letzte Besuch der Laufener in den Höfen datiert allerdings aus dem Jahre 2001. Höchste Zeit also für eine Neuauflage des Gastspiels. Die Stadtharmonie Laufen ist von der Besetzung her zwar deutlich kleiner als die Harmonie Freienbach. Dennoch zeichnet sie ein kompakter,satter Klang aus. Dirigiert wird das Korps seit längerem von Miguel Etchegoncelay, und zwar temperamentvoll,wie es sich für einen Argentinier gehört. Dies kam schon beim ersten Stück,«Ouro Negro», stark zum Ausdruck. Etwas weniger ernst, dafür umso bunter wurde es bei «Gullivers Reisen», das ebenso bunt von den beiden jungen Ansagerinnen Leonie Gerber und Julia Stalder präsentiert wurde. Mit «Forget You» folgte ein Ohrwurm der neueren Art, der in der Blasmusik-Version allerdings kaum zu erkennen war. Ganz anders bei «Im Weissen Rössl» von Ralph Benatzky und Robert Stolz, das bei den meisten einen hohen Wiedererkennungswert gehabt haben dürfte. Den Abschluss machte der «Balkan Dance», der allerdings mit Etienne Crausaz von einem Schweizer komponiert wurde. Schnell,rhythmisch und schwierig war diese Komposition, in der es gar eine «Lalala»-Gesangseinlage gab.


Abend mit bester Unterhaltung


Der Applaus für die Gäste in Freienbach war lang, ja gar enthusiastisch. Als Zugabe wurde deshalb noch der Paso Doble «A Mi Muro» geboten. Die Laufener Präsidentin Nicole Biri bekräftigte mit ihren Worten die Freundschaft und stellte sie mit einem Korb voller «Laufener Mohrenköpfe» in Beweis, den sie dem Freienbacher Präsidenten David Kümin überreichte. Bevor zum Ausklang die – natürlich ebenso hauseigene – Formation Fierburz aufspielte, löste Martina Portmann noch das so witzige wie unmögliche Gewinnspiel auf. Den Zweck allerdings erreichte sie damit: etwas Geld in die Kasse und schöne Gewinne für etliche Besucher. So war das Frühlingskonzert der Harmonie Freienbach und der Stadtharmonie Laufen nicht nur wie angekündigt «Unterhaltung mit Gästen für Gäste», sondern gar «Unterhaltung mit Freunden für Freunde».


Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Andreas Knobel

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

15.04.2019

Webcode

schwyzkultur.ch/Bmyvbr