Das kleine, aber feine Streetfood-Festival «Hiesigi choched Hiesigs» hat sich in Einsiedeln etabliert. Fotos: Gina Graber
Das kleine, aber feine Streetfood-Festival «Hiesigi choched Hiesigs» hat sich in Einsiedeln etabliert. Fotos: Gina Graber

Dies & Das

Einsiedler Streetfood-Festival

Am Wochenende wurde im Abteihof des Klosters zum vierten Mal gegart, gebrutzelt und herzhaft genossen. Achtzehn Anbieter tischten kulinarische Spezialitäten aus der Region auf, was die zahlreichen hungrigen Besucher von «Hiesigi choched Hiesigs» ausgiebig zu schätzen wussten.

Der weitläufige Abteihof lud am Samstag von der herbstlichen Sonne beschienen zum Flanieren, Verweilen und Geniessen ein. Aus siebzehn Markthäuschen dampfte und duftete es nach vielerlei Essbarem: Die Eröffnung des kulinarischen Events «Hiesigi choched Hiesigs» hätte nicht stimmiger sein können. So liessen sich die zahlreichen Besucherinnen und Besucher von den gluschtigen Gerüchen von Stand zu Stand (ver-)führen, ganz nach dem Motto: «immer der Nase nach».


Hültschägumel und Biilihung


Die Vielfalt an Genüssen, die unsere Region zu bieten hat, ist beachtlich. Neben den allseits bekannten Ofäturli, Hafächabis und Gumelstunggis gabs auch Überraschendes, denn keine Spezialität sollte an diesem Einsiedler Streetfood- Festival doppelt angeboten werden. Die achtzehn Anbieter liessen ihren Kochkünsten und ihrer Fantasie freien Lauf, die Liste der kredenzten Speisen las sich einesteils wie ein Einsiedler Mini- Wörterbuch: Hültschägumel mit Souse, Biilihung, Chlouschter-Chässuppä und Buurä-Zväsper. Andererseits konnte man sich auch an Genüssen wie Glühmet (heisser Honigwein), Fischchnusperli oder Pilzbratwürsten delektieren. Viele Anbieter waren seit den Anfängen des mittlerweile etablierten Anlasses dabei. So auch der Bauernverein Einsiedeln, der das bereits erwähnte Buurä-Zväsper servierte: Eine Komposition von Speck, Bauernschüblig, Mostbröckli und Brot, angerichtet auf einem Holzbrettchen. Dazu gabs einen nicht allzu starken Kaffee mit feinem Träsch vom Steinerberg. Die Portionen waren bewusst klein, sodass man mehrere Spezialitäten ausprobieren konnte, ohne zu schnell satt zu werden.


Aus Wald und See


Der Pilzverein Einsiedeln hatte sich während der guten Pilzsaison ins Zeug gelegt und konnte für «Hiesigi choched Hiesigs» über 26 Kilo selbst gesuchte Pilze verarbeiten. Eine Mischung aus Steinpilzen, Röhrlingen, Trompetenpfifferlingen und Leistlingen wurde zu Pilzschnitten und Pilzbratwürsten verarbeitet, konnte aber auch für kulinarische Eigenkreationen getrocknet im Säckli erworben werden. Etwas Besonderes hatte sich die Schützengesellschaft Bennau einfallen lassen. Ein Mitglied ist nicht nur Schütze, sondern auch Fischer und pflegt gute Beziehungen zu einem Berufsfischer auf dem Zürichsee. So kam es, dass die Rotaugen für die Fischchnusperli der Schützengesellschaft fangfrisch und professionell entgrätet direkt in die Fritteuse im Abteihof gelangten. Der Mittelalterverein Corvorum Anima feierte heuer seine Premiere bei «Hiesigi choched Hiesigs». Seine Mitglieder boten in mittelalterlichen Kostümen einen Benediktinertopf nach altem Klosterrezept feil, ebenso den verdauungsfördernden Kräuterlikör Pfaffentraum, der nicht nur den Mönchen mundet. Ganz in der Gegenwart und im aktuellen Food-Trend lag die Freie Evangelische Gemeinde Einsiedeln (FEG) mit ihrem gluten- und laktosefreien Äiertätsch. Martina Schweyer, Mitglied der FEG, hatte diese Idee, weil sie selbst an einer Glutenunverträglichkeit leidet.


Einsiedeln liegt voll im Food-Trend


Dank des trockenen und am Samstag auch sonnigen Wetters liessen sich die Besucherinnen und Besucher gemütlich zum Essen auf den zahlreichen Festbänken nieder. Die Lagerfeuerstimmung um den Glühweintopf des Kulturvereins Fismo zog Alt und Jung an, denn die Temperaturen waren doch bereits recht winterlich. Entsprechend fanden die wärmenden Speisen und Getränke Absatz und Anklang. «Hiesigi choched Hiesigs» zeigte einmal mehr, dass Einsiedeln kulinarisch viel Eigenständiges zu bieten hat und dabei voll mit den Streetfood- Anlässen der Städte mithalten kann, wenn auch in beschaulicherem und gemütlicherem Rahmen. Etwas hatte «Hiesigi choched Hiesigs» den städtischen Events jedoch voraus: Der Ornithologische Verein Einsiedeln hatte im Abteihof eine kleine Tierschau mit Pfauenziegen, Kaninchen und Hühnern eingerichtet – sehr zur Freude der zahlreichen jungen und jüngsten Gäste.


Einsiedler Anzeiger / ggm

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

20.11.2018

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schwyzkultur.ch/NJ93qb