In Memphis auf Tour: Fabian Anderhub und Remo Camenzind konnten an der International Blues Challenge Erfahrung sammeln.
In Memphis auf Tour: Fabian Anderhub und Remo Camenzind konnten an der International Blues Challenge Erfahrung sammeln.

Musik

Remo Camenzind sucht den Blues

Er ist gerade mal 21 Jahre alt, ist aber schon für grosse Bands zuständig. Remo Camenzind tritt in die Fussstapfen seiner Mutter Gabi Camenzind von der Künstleragentur «Mix Max Music».Vor einigen Tagen war er mit dem Musiker Fabian Anderhub in Memphis unterwegs.

«Ich spiele nicht mal ein Instrument», sagt Remo Camenzind und lächelt. In die Künstleragentur seiner Mutter Gabi Camenzind ist er per Zufall reingerutscht. «Ich habe die Handelsschule gemacht und nebenbei bei ‹Mix Max Music› Geld verdient – sozusagen als Ferienjob», sagt er. Dies war 2009. «Ich fing an mit Papierschreddern», lacht Remo Camenzind. Heute arbeitet er zu 100 Prozent bei der Agentur, kennt die internationale und nationale Musikszene. Er ist hauptsächlich zuständig für das Booking und die Betreuung einzelner (vorwiegend internationaler) Bands. Aber auch Festivals wie das «Voices On Top» in Pontresina, das «Postplatz Openair» in Appenzell oder das «Feelgood Festival» in Niedergösgen rüstet er mit Bands auf.

Nach Bands Ausschau halten

Vor wenigen Tagen durfte Remo Camenzind ein Highlight seiner jungen Berufskarriere erleben. Acht Tage lang war er mit dem Luzerner Bluesmusiker Fabian Anderhub und seiner Band in Memphis. Dort konnte Fabian Anderhub als Schweizer Vertretung am International Blues Challenge spielen. Rund 120 hochkarätige Blues-Acts aus der ganzen Welt haben dort um die Gunst einer Jury gebuhlt. Fabian Anderhub hat es zwar nicht ins Final geschafft, eine derartige Erfahrung in den USA ist für einen jungen Blueser aber kaum zu toppen. Er konnte sogar in einem Fernsehsender aus Memphis live auftreten. Remo Camenzind hat den Musiker begleitet, seine Terminpläne koordiniert und mit Managern und Veranstaltern gefachsimpelt. Der junge Gersauer hält laufend nach Talenten Ausschau. «Meena Cryle & The Chris Fillmore Band» aus Österreich sei ihm dabei besonders ins Auge beziehungsweise Ohr gestochen. «Ich habe bereits Kontakt mit ihnen aufgenommen», so Camenzind. Bei einer Band sei wichtig, dass sie die Freude an der Musik auf den Zuhörer transportiert. «Dies sind Bands, die wir suchen», sagt der Booker von «Mix Max Music» Die Agentur ist vor allem im Blues- und Classic-Rock-Bereich stark verankert. «Diese Szene ist immer präsent, sie ist nicht kurzlebig», erklärt Camenzind. Die Fans seien treue Fans. Hier kenne man Verkaufseinbrüche von Tonträgern nur bedingt. «Wenn einem Fan das Konzert gefallen hat, kauft er eine CD vor Ort», weiss Remo Camenzind. Dies sind sozusagen emotionale Käufe.

Nachfolge ist klar

Remo Camenzind wird in absehbarer Zeit die Leitung von «Mix Max Music » übernehmen. Wann ist noch nicht klar. «Meine Mutter und ich harmonieren sehr gut», sagt er, «sie ist eher für den Classic-Rock-Bereich zuständig, ich für die jüngeren Musiker.» Hier hat man zum Beispiel – neben den zumeist internationalen Künstlern – die Schweizer Bands «channelsix » und «Redwood» im Programm. Bei «Mix Max Music» wird jedem eine Chance gegeben – zumindest theoretisch: «Wir bekommen täglich Demo-CDs», sagt Camenzind, «wir hören uns jede einzelne an.»

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

20.02.2013

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schwyzkultur.ch/Jn8wJP