Sein Können gibt er gerne zum Besten, egal ob vor einer Handvoll oder Tausenden von Zuhörern. Bild Patrizia Pfister
Sein Können gibt er gerne zum Besten, egal ob vor einer Handvoll oder Tausenden von Zuhörern. Bild Patrizia Pfister

Musik

«Ich bin wie ein Zirkuskind»

Mr. Magic Steel alias Roland Jud aus Pfäffikon spielt an diversen Anlässen alleine oder mit Band. Seine Instrumente, die Pedal Steel Guitar und die Gitarre, beherrscht er wie kein Zweiter.

Zu Hause führt Mr.Magic Steel sogleich ins Musikzimmer und gibt ein fröhliches Stück auf der Pedal Steel Guitar zum Besten. Nicht nur das Zuhören ist eine Freude, auch das Beobachten, wie er mit beiden Händen an den Saiten der horizontalen Gitarre gekonnt zupft und die Füsse und Knie an den Pedalen einsetzt, alles hinterlegt mit einen coolen Beat.


Jeden Tag üben


Er spiele fast alles. Sogleich beweist Roland Jud sein Können und gibt «Tears in Heaven» von Eric Clapton zum Besten, bevor er zu einem Teil des Klavierkonzertes 21, Elvira Madigan, von Mozart übergeht. Auf der speziellen Gitarre ist jeder Musikstil möglich. Auch Cha Cha Cha, Tango, Rock und vieles mehr gehören zum Repertoire. Dem Zuhörer wird schnell klar: Es braucht Jahre, ja Jahrzehnte, um mit diesem komplizierten Instrument auf solch ein hohes Niveau zu gelangen. «Ich mache das jeden Tag, mindestens eine Stunde lang. Es ist wie Spitzensport», erzählt er lächelnd. Noten braucht Roland Jud keine. Er spielt auswendig und kenne auch kein Lampenfieber. «Ich kann blind spielen. Egal ob alleine zu Hause oder vor Tausenden von Leuten», sagt er. Roland Jud stammt aus einer Musikerfamilie, sein Vater spielte Akkordeon, die Mutter war im Service tätig. Deshalb nahm ihn sein Vater, als er klein war, an Wochenenden mit an die Auftritte. «Ich bin fast wie ein Zirkuskind», sagt er von sich selber.


Alleine oder in der Band


Nach einigen Stücken auf der Pedal Steel Guitar nimmt Jud die E-Gitarre zu Hand und gibt weitere Hits zum Besten, darunter auch «Rolis Country Polka», eine Eigenkomposition. Das Stück ist extrem schnell und der Pfäffiker beweist seine grosse Fingerfertigkeit eindrücklich. Auf Wunsch spielt er Solo an verschiedensten Events wie Firmen- und Vereinsanlässen, Geburtstagen, Hochzeiten oder auch Beerdigungen. Er ist zudem in drei Bands tätig, früher bei John Brack, heute bei Suzanne Klee, wie auch als Duo mit Sängerin Barbarella oder als Trio mit Sängerin und Zauberkünstler. Dazu ist er Gitarren- und E-Gitarrenlehrer an den Musikschulen Lachen/ Altendorf und Feusisberg-Schindellegi. Er konnte seine Passion zum Beruf machen. «Das Unterrichten und Fördern des Nachwuchses sind meine grossen Leidenschaften»,sagt er. Beispielsweise zwei Mitglieder der bekannten Band «Rubbernecks» sind seine ehemaligen Schüler.


Ein spezielles Instrument


Schon in jungen Jahren entdeckte Roland Jud die Gitarre für sich und dann auch seine Vorliebe zur Pedal Steel Guitar. Es ist aber noch kein Meister vom Himmel gefallen. Geduld und noch viel mehr Übung sind nötig, um die Instrumente so nahe an der Perfektion zu beherrschen. Schon lange ist Roland Jud der beste Pedal Steel Gitarrist in der Schweiz. Das Instrument ist vor allem in den USA verbreitet, wo in der Country Musik, Jazz, Swing und so weiter eingesetzt wird.Damit die Pedal Steel Guitar überhaupt gut klingt,braucht sie einen speziellen Verstärker, um die Lautstärke zu regulieren ein Volumen-Pedal für den rechten Fuss. Mit der linken Hand hält Roland Jud den Gleitstahl fest und Verschiebt ihn, die rechte Hand übernimmt das Anschlagen und Dämpfen der Saiten. Die Pedal Steel Guitar besteht aus zwei Hälsen, die unterschiedlich gestimmt und auch verschieden zu spielen sind. Dazu kommen acht Fuss- und fünf Kniepedale. Nicht nur Fingerfertigkeit, sondern auch Koordination des ganzen Körpers ist gefragt. Die kommenden Auftritte sind auf der Homepage einzusehen.


Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Patrizia Pfister

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

30.11.2018

Webcode

schwyzkultur.ch/gyQY96