Das Restaurant Gwerder, oder auch z Heiri-Wiisis, war gestern sehr gut besucht. Bild: Sandra Bürgler
Das Restaurant Gwerder, oder auch z Heiri-Wiisis, war gestern sehr gut besucht. Bild: Sandra Bürgler

Volkskultur

Landjugend lässt Brauch aufleben

Beim Räschtli-Tanzkurs übten sich die Teilnehmenden im Tanzen. Am ersten offiziellen «Schloffätanz» können sie das Gelernte umsetzen.

Rund 25 Tanzinteressierte trafen sich gestern Abend zum ersten Tanzkurs der Landjugend Muotathal-Illgau. Im Restaurant Gwerder lernten die Teilnehmenden die Grundschritte von Ländler und Schottisch. Nebst den Schritten erklärten die Organisatoren zudem, wie man sich nach dem Tanzen verhält oder wie die richtige Tanzstellung aussieht. Die heimelige Beiz war gefüllt, die Tische wurden beiseite geschoben, damit die Tänzer und Tänzerinnen auch genug Platz hatten. Am 14. und 21. November organisiert die Landjugend Muotathal-Illgau zwei weitere Tanzkurse, in denen die Teilnehmenden das bereits Gelernte repetieren und weitere Tanzschritte erlernen. Am 30. November findet dann der erste offizielle «Schloffätanz» im Restaurant Schlüssel statt.


Ein Anlass für Tanzbegeisterte


Doch was ist ein «Schloffätanz»? Es ist ein alter Begriff, den man heute fast nirgends mehr hört. Vor ungefähr 50 Jahren gab es aber noch diverse «Schloffätänze». Bei dem Anlass trafen sich Tanzbegeisterte und Musikanten in einer Stube. Tanzen war offiziell nur zur Chilbi- und Fasnachtszeit erlaubt und somit auf sehr wenige Tage beschränkt. Leute, die davon nicht genug hatten, trafen sich an einem privaten Ort, zum Beispiel in einer grossen Bauernstube, und taten es sozusagen illegal. Von der Kirche waren «Schloffätänze» deshalb verpönt.


Tanzen ist nicht gratis


Mit dem «Schloffätanz» am 30. November will man den alten Brauch wieder aufleben lassen. Dabei gelten die Regeln, die ursprünglich Brauch waren. Das heisst, ein Rast ist nicht gratis und kostet den Tänzern etwas Geld. Zudem sorgt ein sogenannter Tanzschenker für Ordnung auf dem Tanzboden und weist den Tanzschenker-Mäitli einen Tanzpartner zu. Zudem ist er für die Musik zuständig. Die Musik spielt jeweils ein Rast, bestehend aus fünf bis acht Musikstücken. Die Abfolge ist meistens Schottisch, Ländler, Polka, Schottisch und Ländler. Ab und zu gibt es eine Mazurka. Als Zugabe spielt die Musik manchmal ein Stümpäli. Unterstützt wird der Anlass vom Verein Giigäbank Muotathal.


Bote der Urschweiz / Sandra Bürgler

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

09.11.2018

Webcode

schwyzkultur.ch/2kawmx