Andrea Böll von Infinitas auf der Bühne. Bild: PD
Andrea Böll von Infinitas auf der Bühne. Bild: PD

Musik

Mit Tauschhandel zu 20 000 Franken für CD-Produktion

Die Muotathaler Melodic-Metal-Band Infinitas nehmen drei Konzeptalben auf. Dazu brauchen sie eine grosse Summe Geld. Mit einem Plüschelch begonnen, lassen sie sich auf einen Tauschhandel ein, der ihnen am Schluss 20 000 Franken bringen soll.

Ein Plüschelch war der Anfang. Dieser wurde von einem Fan gegen eine limitierte Within-Temptation-Fan-Box eingetauscht. Diese Fan-Box wiederum durch ein Sammlermesser der Vicorinox «Edition 1986 Schlacht bei Näfels 1388». Und so soll es immer weiter gehen, bis die Muotatahler Melodic-Metal-Band im Besitze einer Sache im Wert von 20 000 Franken ist. Mit diesem Geld will sie ihr neustes CD-Projekt, ein dreiteiliges Konzeptalbum, teilfinanzieren.


Professionelle Aufnahmen


Das Album soll professionell beim bekannten Metal-Produzent Tommy Vetterli aus Pfäffikon (Eluveitie, 69 Chambers, Coroner) aufgenommen werden. 53 000 Franken wird das Album voraussichtlich kosten. «Infernum» soll es heissen. «Es handelt in der Hölle», sagt Pirmin Betschart. Die Idee des Tauschhandels ist keine neue. Infinitas haben sich von der Geschichte des kanadischen Bloggers Kyle MacDonald inspirieren lassen, der durch Tauschhandel von einer roten Büroklammer ausgehend in den Besitz eines Hauses gelangte. Innerhalb eines Jahres führte er 14 Tauschaktionen durch. Am 5. Juli 2006 tauschte er eine Filmrolle in «Donna on Demand» gegen ein frisch renoviertes, zweistöckiges Farmhaus in Kipling sowie die lebenslange Ehrenbürgerschaft. «Der Tauschhandel funktioniert in erster Linie über Raritäten, über einen Liebhaberpreis», sagt Pirmin Betschart, Schlagzeuger von Infinitas. Momentan ist es ein Sackmesser, das einen Sammlerwert von rund 200 bis 300 Franken hat. «Vielleicht geht der Tausch weiter mit einem Velo oder einem speziellen Bild?», fragt Pirmin Betschart. Bis Ende 2019 sollen maximal 20 Tauschaktionen getätigt werden, um einen Teil des Albums «Infernum» finanzieren zu können. «Vielleicht besitzen wir am Schluss ein Auto oder ein teures Boot, das wir verkaufen können», mutmasst Betschart.


Neue Mitmusiker für die Konzerte


Nicht nur mit dem Tauschhandel hat Infinitas einiges geplant. Zahlreiche Konzerte stehen auf dem Jahresprogramm. Da die Geigerin Irina und der Bassist Martin ausgestiegen sind, hat man sich ausserdem dazu entschieden, die Konzerte mit Sessionmusikern zu bestreiten. Das heisst, dass die Musiker vor den Konzerten mit Infinitas proben und die Konzerte mitspielen. Als Bassisten konnten sie Marcel Camel Koller (Charburn) verpflichten, als Geigerin Savannah Childers, die in Brienz den Beruf der Geigenbauerin erlernt.


Konzert mit Eluveitie: Ein Wunsch geht in Erfüllung


Im April geht für Infinitas ein grosser Wunsch in Erfüllung. Sie dürfen als Vorband an der CD-Taufe von Eluveitie auftreten. «Ich bin jetzt schon nervös», sagt Pirmin Betschart. Ausserdem kann die Band im Sommer in Slowenien die Metal Days beehren. «Darauf freuen wir uns auch sehr.»


PD

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

27.02.2019

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schwyzkultur.ch/p9Sm5s