Die Bennauer Guggenmusig wusste mit ihren Stücken den grossen Saal richtig gut in Stimmung zu versetzen. Fotos: René Hensler
Die Bennauer Guggenmusig wusste mit ihren Stücken den grossen Saal richtig gut in Stimmung zu versetzen. Fotos: René Hensler

Volkskultur

Mit Wetterpropheten und Eisverkäufern

Der erste Freitag im Februar steht in Einsiedeln jeweils im Zeichen des zweiten Balles der Fasnacht. Hier lädt die Fasnachtsgesellschaft Bürgerwehr zu ihrem Ball ein. In drei Lokalen konnten die Besucherinnen und Besucher sich kostümiert zeigen und das Leben feiern.

Schon am Donnerstagabend waren die Zeichen für den Bürgerwehrball Ausgabe 2019 untrüglich. Da wurde bereits die Roledi-Bar auf den Parkplätzen vor dem Kulturund Kongresszentrum Zwei Raben aufgestellt. Für den Aufbau der restlichen Infrastruktur wurde dann der Freitag verwendet. Am Abend konnte der Ball endlich beginnen. Wer sich als richtiger Fasnächtler, beziehungsweise Fasnächtlerin bezeichnet, hat alle wichtigen Termine dick in seiner Agenda angezeichnet oder in seinem elektronischen Dingsbums fett markiert. Einige tragen die Kostüme älterer Bälle auf, andere kreieren extra neue Verkleidungen nur für den kleineren der beiden Einsiedler Bälle. Die Tore öffneten am Abend um halb neun und anfänglich strömten die Maskierten langsam in die Festhallen. Schon bald aber wurde aus dem kleinen Bächlein ein regelrechter grosser Fluss und an der Kasse war Geduld gefragt. Wer dann die Kontrollen passiert hatte, der Zutritt war wie üblich in unserer Region ab 18 Jahren möglich, durfte eintreten.


Starke Musik im Saal


Die grosse Showtreppe galt es als Erstes zu erklimmen, um sich die Band «STARK» anzuhören. Die drei feschen Musiker wussten die richtigen Lieder aus dem Repertoire zu ziehen, um das Festvolk bestens zu unterhalten. In den Setpausen konnte die Kreativität der Teilnehmer begutachtet werden. Da waren Eisverkäufer am Start. Glücklicherweise konnte der Schreibende gleich zu Beginn diese Gelati geniessen, waren sie doch dann noch gefroren. Auch nahmen sich spezielle Bibliotheksmitarbeiter eine Auszeit: Die Bücherwürmer hielten sich im Dorf statt in Büchern auf. Wer noch wissen wollte, wie seine Zukunft aussieht, der konnte sich diese von Wahrsagerinnen voraussagen lassen. Ein richtiger Hype in Sachen Kostümen waren die mexikanischen Toten. Diese vom Dia de Muertos (Tag der Toten, bei uns die Nacht Allerheiligen auf Allerseelen) inspirierten Kostüme waren immer wieder anzutreffen. Die Viehhändler bewerteten die Besucher analog einer Viehausstellung. Der Schreibende wurde infolge fehlender Milchleistung als waschechter Einsiedler Schafbock eingestuft – die detaillierte Bewertung darf hier infolge Datenschutzgründen nicht öffentlich gemacht werden. Auch in diesem Jahr durfte natürlich der Auftritt einer Guggenmusig nicht fehlen. Die Biberchrouser verwöhnten die Ohren der Ballbesucherinnen und -besucher mit ihren Klängen.


Zufriedener Ballchef


Wer es etwas «deutscher» haben wollte, der besuchte die Schlagerbar auf dem Vorplatz. Hier liess DJ Leonie die Schlagerherzen höher schlagen und die Singstimme mitgrölen. Die Maisgold-Bar stand auf der Langrütistrasse und mit DJ Thaler stand ein bewährter Partymacher am Musiklaptop. Der Hunger konnte selbstverständlich auch gestillt werden. Der Bürgerwehrgrill bot alles, was so auf einem Grill gebraten werden konnte. Ballchef Stefan Fässler zeigte sich nach dem Anlass zufrieden. Wiederum konnte er mehr Leute begrüssen als im Vorjahr. Es war ein gemütlicher und friedlicher Ball, so wie es jeder Veranstalter gerne hat. Er spricht seinen grossen Dank den Nachbarn aus und freut sich über deren grosse Toleranz gegenüber der Einsiedler Fasnacht.


Einsiedler Anzeiger / reh

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

05.02.2019

Webcode

schwyzkultur.ch/6RQswr