Brauchtum / Feste

Neu: Schminkmasken für Gersau

Der Maskerata-Verein will die Tradition der textilen Wachsmasken weiter stärken.

In ziemlich familiärem Rahmen hielt am Wochenende der Verein Maskerata – der Freundeverein für textile Wachs masken – seine Generalversammlung ab. Allerdings hatten sich 75 Mitglieder aus unterschiedlichsten Gründen ent schuldigt, was auf ein nach wie vor starkes Engagement für den Erhalt und die Förderung der einmaligen Tradition der Wachsmasken schliessen lässt. Im vergangenen Vereinsjahr ist Maskerata mehrmals mit Aktionen öffentlich aufgetreten oder hat solche unterstützt. Vor allem die Aktion «Maske – frisch ab Presse» hat einigen Aufwand verursacht und Echos ausgelöst. Dazu wurde eine historische Maskenpresse wieder instand gestellt. Mit ihr können nach einer Auswahl und Vorbereitung der Textilien Domino-Masken gepresst und anschliessend bemalt werden. Mit dieser Aktion war man in Schwyz präsent und ebenso am Herbstmarkt im Freilichtmuseum Ballenberg, dort zusammen mit der Nüsslergesellschaft Brunnen-Ingenbohl und begleitet von einer kleinen Ausstellung. Bei diesen Aktionen hat sich auch gezeigt, dass dieses Maskenpressen nur gut funktioniert, wenn es im Umfeld von Fasnachtsaktivitäten angeboten wer den kann.

 

Viele Hundert Gipsformen inventarisiert

Weiter hat Maskerata letztes Jahr die wertvollen Gipsformen historischer Masken umfassend inventarisiert. Jede Form wurde mit einem Herkunftsstempel markiert und mit der jeweiligen Bezeichnung, der Kategorie, dem Lagerort, einer Detailbeschreibung und Dokumentation inventarisiert. So erfasst worden sind rund 400 Negative und rund 2000 Positive – ein europaweit einmaliger Schatz an Fasnachts- und Maskenkulturgut. Erwünscht wäre gemäss Ausführungen von Präsidentin Susan Steiger zudem, dass sich die nationale und internationale Kulturwissenschaft im Bereich der Ethnologie und Sozialanthropologie, in der an Universitäten und Instituten geforscht wird, vermehrt auch mit dem Maskenwesen befassen würde. Infolge Erkrankung des Kassiers wurde die Vereinsrechnung 2025 nur provisorisch abgeschlossen und durch Revisor Peter Christen, Küssnacht, er läutert. Die definitive Genehmigung wird an der nächsten Versammlung vorzunehmen sein. Bei Gesamtausgaben von gut 15’000 Franken resultierte ein Verlust von 6700 Franken. Unter Verrechnung von ausstehenden Einnahmen wird sich dieser aber auf etwa 1700 Franken reduzieren. Zudem wurde die Kasse letztes Jahr stark belastet durch die Geräte für die Aktion «Maske – frisch ab Presse» – eine nachhaltige Investition für künftige Publikumsaktionen über mehrere Jahre hinweg. Das neue Budget für das laufende Jahr rechnet mit einem symbolischen Gewinn von 100 Franken. Der Mitgliederbeitrag wurde unverändert bei 30 Franken belassen. Der Kassenbestand beträgt rund 8700 Franken. Die hauptsächlichsten Ausgaben betreffen Beiträge an die Versicherungsprämien, die Magazinmiete und die Restaurierung der wertvollen Maskenmodelle. Bei der Besetzung des Vorstands stellten sich Efa Mühlethaler und Vanessa Heer nicht mehr für eine weitere Amtszeit zur Verfügung. Wiederum be stätigt wurden Präsidentin Susan Steiger, Steinen/Zürich, Kassier Martin Brügger, Schwyz, Aktuar Josias Clavadetscher, Brunnen, Martina Kälin, Brunnen, und Verena Steiger, Steinen. Die Präsidentin allerdings tritt ihr letztes Amtsjahr an, 2027 soll die Präsidentschaft neu besetzt werden. Auch ist beabsichtigt, dass noch vermehrt Vertretungen der traditionellen Fasnachtsvereine im Vorstand Einsitz nehmen sollen.

 

Jubiläum 150 Jahre Wachsmasken

Für das laufende und das nächste Ver einsjahr hat sich Maskerata vorgenommen, mindestens einmal mit einer Aktion öffentlich aufzutreten, so zum Beispiel an der nächsten Narrenchilbi vom 9. Januar 2027 in Brunnen. Auch will Maskerata zusammen mit der Herstellerfirma «Maskenfabrikat» medial verstärkt Präsenz markieren. Auch steht das 150-Jahr-Jubiläum an, da 1877 erstmals belegt von einer Herstellung von Wachsmasken die Rede war. Weiterführen wird man auch die letztes Jahr erfolgreich gestartete Aktion «zäme Maschgerä male», diesmal neben Schwyz auch in Steinen, Ibach und einem vierten Ort. Weiter wurden erfolgreich Entwicklungen gemacht für die Herstellung von gewachsten Flachsmasken, welche die Tradition der Wachsmasken übernehmen, aber besser haltbar sind. Und für die besonderen Anforderungen der Gersauer Fasnacht mit ihren Damenmasken wurden eigentliche Schminkmasken hergestellt. Sie können je nach Sujet geschminkt und nachher wieder abgeschminkt werden, sodass sie für mehrere und verschiedene Einsätze verwendbar sind.

 

Bote der Urschweiz / Josias Clavadetscher

Autor

Bote der Urschweiz

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Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

01.06.2026

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