Elvira Bach: FIRST BERLIN, 2008, 190 x 230 cm, Acryl auf Leinwand
Elvira Bach: FIRST BERLIN, 2008, 190 x 230 cm, Acryl auf Leinwand

Nachrichten

Bach und Raboud in Arth

Die aktuelle Ausstellung in der Galerie Meier in Arth könnte nicht gegensätzlicher sein. Die imposanten Steinskulpturen von André Raboud treffen auf die temperamentvollen und farbigen Malereien von Elvira Bach.

Der in St. Triphon lebende André Raboud stellte bereits mehrere Male in der Galerie Meier in Arth aus. Im Erdgeschoss stehen seine subtilen Steinskulpturen, welche in den letzten drei Jahren entstanden sind.Der Bildhauer verwendet sehr dichte Steinsorten wie den schwarzen Granit aus Indien. «Das Material bildet in seiner Farbe eine Einheit, denn es weist keine Adern auf», erklärte er.
Durch die Bearbeitung eines so harten Steines schafft der Künstler sinnliche Brüche. Kanten, Spitzen, Bögen und glatte Oberflächen werden eindrücklich visualisiert und durch Spalten und Ausbauchungen wieder unterbrochen. Diese präzisen Formen werden mit dem Diamantenschneider und Diamantenpolierer geschaffen.
Seine Reisen nach Indien, Japan und Mittelamerika verinnerlichten André Raboud, dass das Hauptthema der Zivilisation das Leben und der Tod ist. Das spirituelle Leben und kultische Dimensionen beschäftigen ihn in seinem Schaffen nachhaltig. «Es geht um Verwundung und Heilung», sagt der Künstler. «Dies manifestiert sich in den glatten und brüchigen Formen meiner Arbeit.»

Energische Leuchtkraft
Eine völlig gegensätzliche Kunstposition findet sich im oberen Stock der Galerie. Die Kunstschaffende Elvira Bach aus Berlin zeigt ihre kraftvollen und eigenwilligen Malereien und Skulpturen.In den 1980er-Jahren galt die deutsche Künstlerin als eine Vertreterin der «Jungen Wilden». Ihre neo-expressionistischen Frauenbildnisse spiegeln Themen ihres eigenen Lebens wider.
«Die Frauenfigur steht für mich im Vordergrund, um auszudrücken, was ich ausdrücken möchte», erörterte Bach. Themen wie Schönheit, Eleganz, Sexualität und Angst werden sichtbar gemacht. Ein bestimmtes Lebensgefühl und Körpergefühl leiten die Künstlerin beim Malen. «Ich habe eine Vorstellung, wenn ich vor der weissen Leinwand stehe, doch vieles entsteht beimArbeiten selbst.» Durch die familiäre Verbindung mit der afrikanischen Kultur sind die Malereien stark beeinflusst worden. «Die Farbigkeit undSchönheit der Menschen, die stolzen und graziösen Bewegungen der Frauen in Afrika und die andere Zeit, die man dort empfindet, beeindrucken mich tief.» Die Berlinerin sagt, dass sich die Frauenfiguren im Laufe der Zeit mit ihrem Leben verändert haben. «Ich weiss nicht, was ich morgen male, bis jetzt bin ich den Frauenbildnissen treu geblieben.»
André Raboud und Elvira Bach
Die Ausstellung in der Galerie Meier in Arth dauert bis zum 11. Juli 2009.

Weitere Infos …
Bote der Urschweiz (Janine Schranz)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

22.06.2009

Webcode

schwyzkultur.ch/VNSfaH