«Der Schweizer hat grundsätzlich nichts dagegen, aber auch nichts dafür», so Rocchis Schlussfolgerung nach einer eindrücklichen Sprachkunde-Nummer auf der Bühne. Archiv SKP
«Der Schweizer hat grundsätzlich nichts dagegen, aber auch nichts dafür», so Rocchis Schlussfolgerung nach einer eindrücklichen Sprachkunde-Nummer auf der Bühne. Archiv SKP

Nachrichten

«Das isch eso und fertig»

Massimo Rocchi begeisterte das Publikum am Freitag- und Samstagabend auf der Bühne von Das Zelt in Lachen mit gekonnter Wortakrobatik und italienischem Charme.

«6zig». So lautet das neue Programm vom Italo-Schweizer Massimo Rocchi. Aber wie ein 60-Jähriger führte sich der smarte Komiker während seiner zweistündigen One-Man-Show nicht auf. Rocchi mag wohl äusserlich etwas ergraut sein, aber in seinem Kopf scheint es noch gehörig zu brodeln und die Worte kamen stets locker und wie aus der Pistole geschossen aus seinem Mund. Sein Gesicht war nebst den stets tänzelnden Beinen auch seine stärkste Waffe, um dem Publikum immer wieder Lacher zu entlocken. Da rollten Augen, schmollte ein Mund oder tiefe Falten entstanden auf seiner Stirn. Sein stets wechselnder Ausdruck sagte mehr als tausend Worte. Wobei tausend Worte bei Rocchis Show masslos untertrieben sind. Aber die rasante Folge von diesen Worten, egal ob in Schweizerdeutsch, Italienisch, Französisch oder Englisch ausgesprochen, kamen so ganz natürlich und nebenbei gesprochen rüber zum Publikum, welches wie gebannt an seinen Lippen hing. Bis dann mal wieder irgendwo in den Reihen ein lauter Lacher zu hören war, worauf der Komiker gerne spontan einging.


Yogastunde und Trampeltiere


Rocchi kann mit seinen Worten in den Köpfen der Zuhörer Bilder entstehen lassen, die einfach lustig sind. Die Vorstellung, wie der 60-jährige, arthrosegeplagte Massimo zum ersten Mal eine Yogastunde in seinem bequemsten Outfit, nämlich einem Calida-Pyjama, besucht, ist herrlich. Ebenso seine Pantomine-Nummer mit der englischen Royal-Familiy, zuvorderst natürlich die königliche Mutter mit angewinkeltem Arm und umgehängter Handtasche, in welcher nach Rocchis Vermutung sowieso nichts zu finden ist. Seine Ideen, so erzählte der Komiker, hole er sich meistens bei den Tieren, und egal, ob die Zirkusfamilie Knie mit Pferd und Elefantengeräuschen versehen oder Donald, das Trampeltier,nachgemacht wird – man spürt beim ihm sein grosses Verständnis für die vielen kleinen Fehler der Menschen. «Es isch halt eso und fertig», wie Rocchi so gerne sagt.


Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Heidi Peruzzo

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

20.03.2018

Webcode

schwyzkultur.ch/QUriEB