Qualität und Quantität stimmen. Alle der über hundert Schülerinnen und Schüler des Kinderchors auf ein Foto zu bringen, ist allerdings ein Ding der Unmöglichkeit. Doch die Anwesenden hatten ihren Spass.
Qualität und Quantität stimmen. Alle der über hundert Schülerinnen und Schüler des Kinderchors auf ein Foto zu bringen, ist allerdings ein Ding der Unmöglichkeit. Doch die Anwesenden hatten ihren Spass.
Helena Stocker leitet den Kinderchor Lachen der Musikschule Lachen-Altendorf nicht nur mit grosser Musikalität, sondern auch mit viel Hingabe. Bilder Andreas Knobel
Helena Stocker leitet den Kinderchor Lachen der Musikschule Lachen-Altendorf nicht nur mit grosser Musikalität, sondern auch mit viel Hingabe. Bilder Andreas Knobel

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«Der Kinderchor ist einfach cool»

Helena Stocker hat den Kinderchor Lachen mit viel Einsatz und Herzblut zu neuer Blüte geführt, inzwischen machen 106 Kinder mit.

Kinderchor, Männerchor, Frauenchor, Kirchenchor – gibt es etwas Altmodischeres? Stehen die nicht in Reih und Glied und singen die immer gleichen alten Lieder? «Neeeiii», schreien die Kids des Kinderchors Lachen wortwörtlich im Chor, «dä Chinderchor isch kuul!». Tatsächlich hat sich gerade im Falle des Kinderchors der Musikschule Lachen-Altendorf in den letzten Jahrzehnten viel verändert, wie ein Blick in die Aula des Seefeldschulhauses zeigt. Die Mitglieder stehen oder sitzen rund um die Leiterin Helena Stocker am Klavier, manchmal hockt man auch am Boden, und vor allem bewegen sich die Kinder frei. Ein Chaos herrscht dennoch nicht. Die Kinder sind nach Stimmlage gruppiert, Stocker gibt, zwar mit sanfter Stimme, aber bestimmt, Anweisungen und weist Übermütige auch mal zurecht. Als Abschluss eines langen Schultages ist das Singen zweifellos eine willkommene Abwechslung.

Eine stete Aufbauarbeit

Inzwischen machen nicht weniger als 106 Schülerinnen und Schüler der Unter- und Mittelstufe im Kinderchor Lachen mit. So gibt es inzwischen verschiedene Ensembles. Der auf den ersten Blick unscheinbare, aber doch pädagogisch wertvolle Erfolg kam mit Helena Stocker.Sie machte den Kinderchor «cool», nachdem sie den Chor 2009 teilweise, 2012 ganz übernommen hat. Reingerutscht sei sie, sagt Stocker schmunzelnd, dann aber hat sie die Aufbauarbeit mit viel Enthusiasmus und Idealismus angepackt. «Ich möchte etwas ‹pflanzen›, damit die Kinder ein Erleben und Erfahren von gemeinsamem Musizieren haben», erklärt die Musikerin, die eigentlich Primarlehrerin einer 2. Klasse ist und zusätzlich das Fach Deutsch als Zweitsprache unterrichtet. Bei den Liedern ist alles möglich Ein Erfolgsgeheimnis braucht Helena Stocker – die auch dem Frauenchor Lachen mit einigen jungen Frauen wieder neues Leben eingehaucht hat – nicht. Engagement dürfte eines der Zauberwörter sein. Auch die Auswahl der Lieder ist entscheidend. Denn gesungen wird im Kinderchor Lachen alles Mögliche, es dürfen natürlich auch Wünsche eingebracht werden. Ob Mundart, Deutsch oder Englisch, ob traditionell oder modern, das Lied muss einfach eine schöne, singbare Melodie und einen passenden Rhythmus haben. «Am liebsten singen wir englisch», meint eines der grösseren Mädchen. Französisch sei weniger beliebt, Mundart aber «voll okay».Helena Stocker arrangiert viele der Lieder selber, stellt Potpourris zusammen und komponiert für ihre Schülerinnen und Schüler auch mal ein eigenes Lied. Musikalische Kompetenz spricht Helena Stocker sicherlich niemand ab. Die Ur-Lachnerin stammt aus einer sehr musikalischen Familie. So ist der schweizweit bekannte Komponist, Organist und Chorleiter Fred Stocker ihr Vater. Sie selber spielt Klavier, Orgel in der Riedkapelle in Lachen, ebenso Harfe, und gesungen hat sie sowieso schon immer. Und schliesslich war Helena Stocker auch in Bands aktiv. Welche Ziele verfolgt sie als Leiterin mit dem Kinderchor Lachen? «Schöne Auftritte in kleinem Rahmen sind mir genug.» Eine Gelegenheit bietet sich an diesem Sonntag, 2. April, wenn die Musikschule Lachen-Altendorf von 13 bis 15.45 Uhr zu «Kaffee und Kuchen» in die Mehrzweckhalle Altendorf lädt, oder wenn der Kinderchor am 13. Mai im Seefeldschulhaus ein gemeinsames Vor-Muttertagskonzert mit dem Frauenchor Lachen gibt.

Einmal eine CD aufnehmen

Die Beliebtheit eines Kinderchors lässt sich ohnehin höchstens durch die Anzahl der Mitglieder und vor allem durch den Plausch der Kinder messen. Wettbewerbe hingegen sind nicht so Stockers Ding. Als sie dennoch einmal teilnahmen, habe ein «vorzüglich» rausgeschaut, sieht sich Stocker bestätigt. Doch, einen Traum habe sie, schliesst Helena Stocker: Einmal eine CD mit dem Kinderchor und mit eigenen Liedern aufnehmen. Bestimmt wird dieser Traum eines Tages Wirklichkeit. Denn auch wenn die jungen Sängerinnen und Sänger ständig aus dem Kinderchor «herauswachsen », wird es dank Helena Stockers Engagement und Fantasie immer wieder Kinder geben, die in diesem coolen Chor mitmachen wollen

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

31.03.2017

Webcode

schwyzkultur.ch/EtPssT