Sven Furrer Bild zvg
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«Der perfekte Zeitpunkt, um aufzuhören»

Am 7. März tritt Edelmais im Das Zelt in Lachen auf. Es ist eine der letzten Vorstellungen von Sven Furrer und René Rindlisbacher, denn nach 13 gemeinsamen Jahren löst sich das erfolgreiche Comedy-Duo auf.

Mit Sven Furrer sprach Irene Lustenberger


Irene Lustenberger: Sie sind ausgebildeter Primarlehrer. Wie ist es dazu gekommen, dass Sie heute als Komiker auf der Bühne stehen?


Ich habe Schauspielausbildungen absolviert und oft Theater gespielt. Irgendwann habe ich dann René kennengelernt, der damals noch mit den Schmirinskis unterwegs war. Als er nach einer Pause neu anfangen wollte, hat er mich gefragt, ob ich mitmachen wolle. Und so ist Edelmais entstanden.


Nicht nur Sie, auch Manu und Jonny von Divertimento, Marco Rima und Peach Weber sind Lehrer. Weshalb werden so viele Lehrer Komiker?


Das Lustige ist, dass ausser Peach Weber alle das gleiche Lehrerseminar besucht haben. Ich denke, es gibt dafür keine plausible Erklärung. Aber die Schwellenangst, vor Leuten zu stehen und etwas zu präsentieren, ist bei Lehrern nicht vorhanden. Um Komiker zu werden, braucht es aber eine gewisse Affinität zum Humor und Talent. Ein Comedy-Programm zu erfinden, ist Knochenarbeit.


Euer Programm heisst «... einmal Meer». Worum geht es?


Wir nehmen das Publikum auf eine Kreuzfahrt mit. Verschiedene Leute aus allen Schichten begegnen sich auf dem Schiff, und natürlich tauchen auch unsere bekannten Figuren auf.


Konnten Sie auf eigene Erfahrungen zurückgreifen?


Nein, weder René noch ich waren vor der Premiere von «... einmal Meer» auf einer Kreuzfahrt. In der Zwischenzeit habe ich aber mit meiner Familie eine Mittelmeer-Kreuzfahrt unternommen. Es ist eine spannende Reiseform, weil man in kurzer Zeit unterschiedliche Destinationen entdecken kann. Ich persönlich habe aber nicht so gern viele Leute auf kleinem Raum. Es gibt auch im Publikum zwei Lager: diejenigen, die Kreuzfahrten lieben, und diejenigen, die das nie machen würden. Und natürlich kommen beide Seiten im Programm vor.


Sie treten sowohl im Das Zelt, als auch in Sälen auf.Was ist der grösste Unterschied?


Säle sind für uns – vor allem für die Technik und das Bühnenbild – herausfordernder. Das Publikum kennt den Saal, wir kommen quasi zu Besuch in ihr Wohnzimmer. Jeder Abend ist eine Herausforderung, da die Publikumsdynamik unterschiedlich ist. Wir improvisieren viel und versuchen, die Zeichen des Publikums wahrzunehmen und auf die Leute einzugehen.


Seit September 2015 seid ihr mit «... einmal Meer» auf Tour. Wusstet ihr damals schon, dass dies euer letztes Programm sein wird?


Nein, das wussten wir damals noch nicht. Wir sind jetzt 13 Jahre zusammen unterwegs, haben drei Programme präsentiert und hatten eine tolle Zeit. Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt, um aufzuhören. Es ist wie bei den Sportlern: Erfolgreich die Karriere zu beenden, ist ein Privileg.


Was machen Sie nach Ihrer Comedy-Karriere?


Seit Sommer moderiere ich auf Teleclub zwei Sport-Talkshows. Mittelfristig kann ich mir gut vorstellen,wieder auf der Bühne zu stehen. Zuerst konzentriere ich mich jetzt aber auf die letzten Edelmais-Shows.


Was verpasse ich, wenn ich am 7. März nicht an euren Auftritt in Lachen komme?


Ein Stück Comedy-Geschichte der Schweiz. Es gibt nur noch ganz wenige Möglichkeiten, Edelmais live zu erleben. Am 19. Mai findet die Derniere in Basel statt. Es ist befreiend und wohltuend, wenn man für zweieinhalb Stunden den Alltag hinter sich lassen und lachen kann. Ich verspreche jedem, der kommt, dass er es nicht bereuen wird. 


Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Irene Lustenberger

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

02.03.2018

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schwyzkultur.ch/suJhW9