Krimi-Autor Michael Theurillat, frisch gekrönt mit dem Friedrich Glauser Preis, las an der Mitgliederversammlung der Mediothek Lachen. Bild Tanja Holzer
Krimi-Autor Michael Theurillat, frisch gekrönt mit dem Friedrich Glauser Preis, las an der Mitgliederversammlung der Mediothek Lachen. Bild Tanja Holzer

Nachrichten

«Die Mediothek Lachen macht Freude»

Die Mediothek Lachen blickte am Dienstagabend an der Mitgliederversammlung im Hotel «Bären» auf ein erfolgreiches erstes Jahr zurück und begrüsste Krimi-Autor Michael Theurillat zu einer spannenden Lesung.

Zum krönenden Abschluss der erfreulichen vierten Mitgliederversammlung der Mediothek Lachen las am Dienstagabend der fast heimische Krimi-Autor Michael Theurillat aus seinem neuesten Werk «Rütlischwur». Seine Bücher seien wahre «Pageturner», warnte Vereinspräsident Franz-Xaver Risi im Vorspann der Lesung. Hingegen gestand der Basler Theurillat, der seit zwölf Jahren in Ausserschwyz wohnt, 400 Seiten zu schreiben, sei ein langer Weg, der nicht immer ganz einfach sei. Dafür bräuchte er ein packendes Thema. In «Rütlischwur » ist dies die Freiheit. Die ersten Sätze des Krimis sind gerade für dieses Grundthema eher ungewöhnlich, sie philosophieren über ungewollte Babys. Ein literarischer Sprung führt ins Kloster Einsiedeln zum Benediktiner Bruder John, der sich übers Babyfenster Gedanken macht und sich plötzlich dem ungewöhnlichen Mädchen Judith gegenüber sieht. Die 13-Jährige schlug ein Fenster ein, sitzt im Büro und verlangt nach Essen, Kleidung und einer Schulbildung. Eisern schweigt sie sich über ihre Vergangenheit aus, hat aber klare Vorstellungen über ihre Zukunft. Ihre Augen sind so grün «wie frisch polierte Jadesteine».

Honarar gespendet

15 Jahre später schaut Kommissar Eschenbach in die gleichen grünen Augen und denkt, dass er diesen Blick nur von skrupellosen Verbrechern oder von sehr alten Leuten kannte , die bereits alles in ihrem Leben gesehen hatten. Eschenbach hat aber gerade andere Sorgen, er schwankt zwischen schmerzhaftem Wachsein mit Gedächtnislücken und Bewusstseinsverlusten, irgendwo an einem fremden Ort. Theurillat erhielt vor wenigen Wochen den bedeutsamen Friedrich Glauser Krimipreis. Aus seinem Honorar für diesen Abend löste Theurillat eine Mitgliederkarte für die ganze Familie bei der Mediothek Lachen und spendete den Rest der Vereinskasse.

«Nagelprobe» bestanden

Der Vorstand der Mediothek darf auf ein erfolgreiches erstes Betriebsjahr zurückschauen. Die «Nagelprobe» sei bestanden, schmunzelte Risi, die gesetzten Ziele und Zahlen seien erreicht. «Das macht Freude», bestätigt Risi. Die Mediothek habe es geschafft, sich als Treffpunkt zu etablieren und manch spannende Lesung zu realisieren. Vizepräsidentin Patricia Stutzmann Meier trat zurück, da ihr Wohnsitz mittlerweile weit ausserhalb unserer Region liegt. Für sie wurde kein Ersatz gestellt, alle weiteren Vorstandsmitglieder sind für zwei Jahre gewählt. Nach der ersten Aufbauphase ist nun das Ziel, mit den zur Verfügung stehenden Mitteln den eigenen Medienbestand zu erweitern und so die Bücher der Bibliomedia abzulösen.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt / Tanja Holzer

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

18.05.2012

Webcode

schwyzkultur.ch/EScD2d