Herzjesuherz - 1

Werke

Herzjesuherz

Zeno Schneider, Egg -

Konrad Reichmuth, Goldau

unverkäuflich

“Herzjesuherz“ ist eine gemeinsame Arbeit von Konrad Reichmuth und Zeno Schneider.

Die Arbeit reflektiert das Verblassen einer jahrhundertelang beständigen Religiosität und das Verschwinden der damit verbundenen Symbolik aus dem Alltag der  Menschen unserer Region. Die über Generationen etablierte und verinnerlichte religiöse Gläubigkeit, wurde durch künstlerische Mittel stets gefördert, unterhalten oder reanimiert. Sie war in Häusern und Wohnungen in verschiedenen Formen und Gestalten repräsentiert und zugewiesenen Ort zur religiösen Orientierung versammelt. Der „Herrgottswinkel“ der Wohnstuben war als privater „Hausaltar“ jener gestaltete Brennpunkt, den die Familien mit Kruzifix, religiösen Symbolen, geweihten Gegenständen und erbauenden Bildern zu ihrem Schutz als Ort der Zuflucht, der Hinwendung, der religiösen Erbauung und Betrachtung einrichteten und verehrten. Seitens der katholischen Kirche wurde diese Volksfrömmigkeit gepflegt und gefördert, indem erbauliche Schriften und Bilder anempfohlen und verteilt wurden. Gesegnete Bilder von Heiligen und Schutzengeln, verzierte Fromme Sprüche, Heiligenlegenden oder gefällig illustrierte Broschüren waren unter den Gläubigen verbreitet, begehrt und verehrt.  Auch das seit Jahrhunderten variierte  Bildmotiv des „Herz Jesu“ stand in vielen Heimen im Zentrum der betrachtenden Frömmigkeit.. Das dargebotene Herz Jesu war nicht nur ein Focus des frommen Gebetes, sondern bot auch Schutz gegen zu Befürchtendes oder Hilfe zu Erhofftem. Das offene, oft von Dornen umkränzte oder von Marterwerkzeugen durchbohrte Herz Jesu war das Ziel der Fürbitten und wirkte dadurch als Vermittler zum Gottessohn, der sein Herz dem frommen Betrachter in grösstmöglicher Geduld und  liebender Zuwendung anbietet.

Herzjesu-Bilder haben in unserer Zeit ihre metaphysische Kraft verloren. Wir sind nicht mehr in der Lage, solchen Darstellungen jene Gefühle entgegenzubringen, zu deren Anstoss und Unterhalt sie einst geschaffen wurden. Die Wirkung des „frommen“ Bildes, welches wir mit heutigen Augen betrachten, ist jetzt eine ganz andere geworden. Was einst  Frömmigkeit förderte und stützte lässt uns heute oft ungläubig und nachsichtig lächeln. Frömmigkeit kann damit aber wohl nicht mehr reanimiert werden.

Dieser „Übergang“ hat stattgefunden. Wir wissen nicht, wann und wie er sich ereignete. Wir spüren aber, dass er sicher hinter uns liegt.
Das Werk „Herzjesuherz“ versucht, diesen Übergang, sichtbar zu machen.

Das symbolisch gestaltete Herz des frommen Bildes, das uns versöhnlich und offen entgegenstrahlt, verändert sich unmerklich langsam zum pulsierenden menschlichen Herzen mit all seinen anatomischen Gegebenheiten. Dabei betrachten wir den Weg, den das „Herz Jesu“ durch die Zeiten zu gehen hatte: vom Objekt frommer Betrachtung  über die Schwelle der Analyse zur umfassenden  Erkenntnis von Aufbau und Funktion dieses Organs. Das Bild des sich opfernden  Gottessohns wandelt sich zur Darstellung jenes Menschen, der wir alle sind. Die Transition erfolgt zwar unmerklich, aber doch vor unseren Augen. Die sich ändernden Bildinhalte wecken dabei vielleicht Emotionen, welche den Betrachter die Distanz seines eigenen „Glaubensweges“ spüren lassen.

Künstler*in(nen)

Zeno Schneider, Egg -

Konrad Reichmuth, Goldau

Technik

Malerei/Video/Installation

Preis

unverkäuflich

Kontakt

Zeno Schneider
Sturmhöhe
Schlapprig 14
8847 Egg
zeno.schneider@mythen.ch
079 691 61 61

Webcode

www.schwyzkultur.ch/HCp9Vq