Neuer Maschgradenvater: Franz Betschart übergibt den Narrenstab seinem Sohn Urs. Präsident Daniel Ceberg (mit Krawatte) applaudiert. Bild Franz Steinegger
Neuer Maschgradenvater: Franz Betschart übergibt den Narrenstab seinem Sohn Urs. Präsident Daniel Ceberg (mit Krawatte) applaudiert. Bild Franz Steinegger

Nachrichten

Ein besonderes Ereignis in Rickenbach

Turbulente GV der Fasnachtsgesellschaft Rickenbach: Pop- Ikone Lady Gaga traf auf Waldhengst Martin Horat, und der neue Maschgradenvater Urs Betschart wurde gleichentags Vater. Davon profitierte die Festgemeinde.

Die gut 50 Anwesenden im Restaurant Magdalena wurden von einem prominent besetzten Vorstand durch die 54. Generalversammlung geführt. Sie nahmen auf ihren Hochsitzen jeweils zu passender Musik Platz. Andrea Steiner kam als Lady Gaga verkleidet, Irene Weber als singende und schaukelnde Vreni Schneider und Guido Strüby als Wettermissionar Martin Horat, der gerne in Haufen von Waldameisen («Waldhengsten») sitzt. Auch die anderen Vorstandsmitglieder Daniel Ceberg (Präsident), Karl Föhn und Luzia Betschart waren prominent verkleidet, nur konnte sie der Schreibende jahrgangbedingt nicht zuordnen.

Der Datenschützer regiert mit

An der GV mussten die Statuten revidiert werden. Grund dafür ist die bereits vollzogene Trennung der Ämter «Vereinspräsident» und «Maschgradenvater», welche bis vor zwei Jahren in Personalunion ausgeübt wurden. Letztes Jahr kam es zum widerrechtlichen Zustand, dass der Präsident Daniel Ceberg hiess, der Maschgradenvater aber Franz Betschart war. Mit der Statutenerneuerung konnte die Situation nun legalisiert werden. Es gab aber vier Gegenstimmen. Diese protestierten dagegen, dass die Liste mit den über 70-jährigen Rickenbächlern zwar weiterhin kursieren darf. Weil der Datenschutz dazwischenfunkte, darf das Geburtsdatum aber nicht mehr angegeben werden (das ist kein Witz!).

Zwei Mal Vater am gleichen Tag

«So einen Tag gibt es nur einmal im Leben», war der Kommentar von Urs Betschart zum 19. Januar 2013. Er wurde am Samstag Vater und gleichentags zum ersten legalen vollamtlichen Maschgradenvater gewählt. Er konnte den Narrenstab aus den Händen seines Vaters Franz übernehmen. Mit dieser Stabübergabe erklärte sich der letztes Jahr in einer Nacht- und Nebelaktion gekürte Vereinspräsident Daniel Ceberg bereit, dieses Amt für ein weiteres Jahr auszuüben. Eine besondere Ehrung erfuhr Bernadette Leuthard, die seit bald 40 Jahren die Rickenbächler Maschgraden mit Fasnachtsgwändli ausstattet, selber aktiv mitläuft und seit Jahrzehnten im Hintergrund mithilft. Der Mitgliederbeitrag wurde bei rekordverdächtigen sechs Franken belassen (wo gibt es das noch?). Darin sind die Orangen enthalten, die am Haupttag verteilt werden. Abgerundet wurde die GV durch den überraschenden Besuch einer Brunner Rott. Grüsse überbrachten die Schwyzer Nüssler, die Güdelmändiger, die Seebner Neguaner, die Ibächler Fasnachtsrott und die Fasnachtsgesellschaft Ibach. Dieser Lokalkolorit zeigt, dass die Narren der Region trotz nicht ausbleibenden Sticheleien miteinander sympathisieren.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

21.01.2013

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schwyzkultur.ch/apM5gg