Ruedi Kyburz erklärt bei den letzten Arbeitsgängen genau, wie und wo welche Farben oder Lacke aufzutragen sind. Bilder Frieda Suter
Ruedi Kyburz erklärt bei den letzten Arbeitsgängen genau, wie und wo welche Farben oder Lacke aufzutragen sind. Bilder Frieda Suter
Die letzten Kursteilnehmer von Ruedi Kyburz (l.) in Schindellegi sind stolz auf ihre Masken.
Die letzten Kursteilnehmer von Ruedi Kyburz (l.) in Schindellegi sind stolz auf ihre Masken.
Markus Stutz (links) zeigt Sandro und Franziska Ochsner ein Details bei Feinschliff.
Markus Stutz (links) zeigt Sandro und Franziska Ochsner ein Details bei Feinschliff.

Nachrichten

Eine Ära geht zu Ende

Seit 26 Jahren hat Ruedi Kyburz in seinem Atelier in Schindellegi Kurse im Maskenschnitzen durchgeführt. Nun wechselt dies mit dem Atelier nach Rieden.

Sieben Kursteilnehmer erlebten vergangene Woche mit der Fertigstellung persönlicher Masken einen denkwürdigen Abend. «Das war der letzte Kurs in Schindellegi», sagt Kursleiter Ruedi Kyburz. Er ist privat vor viereinhalb Jahren nach Rieden umgezogen.Nun gibt er auch das Atelier in Schindellegi auf. Dieser Entschluss geht unter anderem darauf zurück, dass Markus Stutz, der frühere Schreinermeister und Helfer bei den Kursen, etwas kürzer treten will.

So fand vergangenen Donnerstag die letzte Schlussfeier mit Diplomübergabe nach einem Maskenschnitzkurs statt. «Jede Maske bekommt das Entstehungsjahr und die Initialen des Schöpfers eingraviert», erklärt Ruedi Kyburz.

Freude an der Fasnacht spielt mit

Sieben Personen waren es, die an einem ganzen Samstag und drei zusätzlichen Abenden aus einem Holzklotz eine eigene Maske hergestellt hatten. Praktisch alle kamen, weil sie einen Bezug zur Fasnacht haben und alle, weil sie kreative Tätigkeit lieben.

Das System von Ruedi Kyburz mit vielen klar definierten Schritten gibt jedem Kursteilnehmer die Sicherheit, ans Ziel zu kommen. Zuerst kommt die eigentliche Schnitzarbeit, dann die Herausarbeitung von vielen Details, gegen Schluss die Kolorierung und Lackierung, ganz am Schluss die Befestigung von Fell oder anderen Haaren.

Solche Masken werden vorwiegend aus drei Holzarten hergestellt: Aus Linde, Arve oder Weihmutkiefer, einer speziellen Föhrenart. «Das sind weiche Hölzer, die man gut bearbeiten kann», erklärt Ruedi Kyburz. Sie haben zudem den Vorteil, dass eine solche Maske am Schluss nur zwischen 300 und 800 Gramm wiegt. Was natürlich für eine lange Fasnachtsnacht für den Butzi oder Böögg von Vorteil ist.


Am Anfang waren die Sihlhexen

Ruedi Kyburz stammt zwar aus dem Kanton Aargau. Nach den Gesellenjahren im Wallis und der Tätigkeit als Möbelrestaurator in Zürich kam er 1980 nach Schindellegi. Schnell war er von der Fasnacht begeistert. 1986 schnitzte er eine erste Maske, 1987 kam der erste Kurs mit den Sihlhexen, die es in ihrem Verein zum Brauch machten, die eigene Maske selber herzustellen. Ruedi Kyburz schuf immer neue Sujets, schnitze viele prominente Gesichter und hat es bis jetzt auf rund 280 Masken gebracht. «Hinter jeder steht eine Geschichte», erzählt er.

Das ist auch bei den Masken aus dem letzten Kurs so. «Meine ist die Abschlussarbeit für die Lehrabschlussprüfung », erzählt Sandro Ochsner. Er ist mit seiner Mutter in den Kurs gekommen. Sie schnitzte bereits die achte Maske. «Die Arbeit gefällt mir und die ersten für die Kinder sind inzwischen zu klein», sagt Franziska Ochsner. Ein weiterer Kursteilnehmer übersetzt die Tipps der Kursleiter für das Zuzügerpaar neben sich in die Englische Sprache. Der Mann schnitzt bereits die zweite Maske, seine Frau die erste.

Es geht weiter

Leise Wehmut beim Abschied vom letzten Kurs in Schindellegi weicht der Hoffnung, dass die neuen Kurse ab Januar in Rieden ebenfalls Anklang finden. Ruedi Kyburz gestaltet für nächste Fasnacht eine Ausstellung in der Bijouterie Blöchliger in Einsiedeln mit zehn neuen Masken, und in seiner Freizeit gestaltet er öfters mit der Kettensäge Skulpturen aus Baumstämmen – im öffentlichen Raum zum Beispiel am 3. Dezember am Sonntagsverkauf in Uznach.


Höfner Volksblatt & March Anzeiger / Frieda Suter

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Brauchtum / Feste
  • Kunst & Design

Publiziert am

22.11.2017

Webcode

schwyzkultur.ch/RX5r3s