Er fühlt sich sehr wohl in Gersau: Peter J. Gehring mit einem Bild aus der Chronos-Reihe in seinem Atelier. (Bild Silvia Camenzind)
Er fühlt sich sehr wohl in Gersau: Peter J. Gehring mit einem Bild aus der Chronos-Reihe in seinem Atelier. (Bild Silvia Camenzind)

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«Es ist ein Suchen immerzu»

Seit eineinhalb Jahren lebt Peter J. Gehring im Stockli in Gersau. Nun zeigt der Künstler seine Bilder erstmals im Kanton Schwyz.

Peter J. Gehring lebt zusammen mit seiner Frau in Gersau. In der ehemaligen Maskenfabrik im Stockli arbeitet er in seinem Atelier. Anfänglich haben ihn Hausumbau und Gartengestaltung vom künstlerischen Schaffen abgehalten. Inzwischen findet er wieder genügend Zeit. Zuvor lebte Peter J. Gehring im Kanton Zug und pflegte dort den Austausch mit Kunstschaffenden. Um auch hier Künstlern zu begegnen, hat er sich der Künstlervereinigung Kanton Schwyz angeschlossen und stellt nun gemeinsam mit 34 anderen Schwyzer Kunstschaffenden an der «Kunst Schwyz 2009» in Rothenthurm aus.

Spazieren als Inspiration

Im Moment treiben den Künstler zwei Themen um: Es ist das Florale, das sich in grossformatigen, nach aussen auslaufenden Blumen in kräftigen Farben zeigt. Gehring zeigt eines seiner Bilder in intensivem Blau, inspiriert von der blauen Blume nach Novalis. Zweites Thema sind seine Chronos- Bilder, eine Auseinandersetzung mit der Zeit. Sie zeigen die Vergänglichkeit und genauso die Schönheit, die sich darin verbirgt. «Es ist ein Suchen immerzu», erklärt er. Und wo holt er die Inspiration? «Inspiration ist für mich, wenn ich spazieren gehe, möglichst allein, da bieten sich endlose Möglichkeiten.»

Gemeindeleiter in einer Pfarrei

Der Künstler wusste bereits als Kind, dass er malen will. «Das war, was ich konnte. Das gab mir mein Selbstwertgefühl.» In der Umgebung von Nürnberg aufgewachsen, fand er zu Beginn der 70er-Jahre in die Jesus-People- Bewegung aus Amerika und lernte seine Schweizer Frau kennen. Aus dieser Zeit blieb das Interesse an Theologie und an Menschen. Seit 1980 lebt er in der Schweiz. Fast 25 Jahre lang wirkte er in einer Pfarrei als Gemeindeleiter. In den letzten Jahren reduzierte er sein Arbeitspensum, um sich dem Malen widmen zu können. Dennoch mag er die Theologie nicht ganz aufgeben. So komme er, der ansonsten alleine im Atelier tätig ist, unter die Leute. DieVersuchung jedoch liegt direkt vor seinem Atelierfenster: In seinem Garten kann er sich verlieren und fündig werden. Denn er ist auch Poet und verfasst Gedichte. Und nicht nur zufällig heisst eine seiner Bilderserien «Zaubergarten».

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

10.09.2009

Webcode

schwyzkultur.ch/JqQSue