Galeristin Judith Huber: «Ich mag archaische Kunst.» Bild Michèle Fasler
Galeristin Judith Huber: «Ich mag archaische Kunst.» Bild Michèle Fasler

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«Gute Kunst ist mehr als nur ein Dekorationsgegenstand»

Vor genau einem Jahr eröffnete die Freienbacherin Judith Huber ihre Galerie «Platz für Kunst» im Herzen von Rapperswil. Jeden Monat stellt sie einem Nachwuchskünstler gratis ein Schaufenster zur Verfügung.

Sie sei schon immer eine Ästhetin gewesen, sagt Judith Huber von sich selber. Schon von frühen Kindesbeinen an verbrachte die Freienbacherin viel Zeit im Holzbaugeschäft ihrer Eltern – und auf halbfertigen Baustellen. Dies habe ihre Kreativität und Fantasie gefördert, sagt die 55-Jährige. «In Gedanken richtete ich die Häuser ein und dekorierte sie. Daraus entstand meine Liebe zu Architektur, Design und Einrichtung.» Auch die Kunst war schon immer ein wichtiger Bestandteil in ihrem Leben. «Ich bin eine Sammlerin», sagt Judith Huber. «Ohne Kunst würde ich etwas vermissen.» Jeden Morgen erfreue sie sich an den Bildern und Objekten in ihrer Wohnung. «Sie wecken Emotionen und geben mir Energie»,so die Mutter zweier erwachsener Kinder. Worauf Huber aber Wert legt: «Gute Kunst ist mehr als nur ein Dekorationsgegenstand. Ein Bild muss mehr können, als nur zum Sofa passen.»

Das eigene Galerieprojekt

Eine Anstellung in einer Zürcher Galerie zeigte Judith Huber schliesslich ihre wahre Berufung auf: eine eigene Galerie zu führen. Im Herzen von Rapperswil – an der Halsgasse – wurde die Freienbacherin vor genau einem Jahr fündig und eröffnete «Platz für Kunst». In den lichtdurchfluteten Räumen organisiert sie Einzel- und Doppelausstellungen oder präsentiert thematisch passende Künstler miteinander. «Das sind beseelte Bilder», ist sie von den ausgestellten Objekten überzeugt. Sie sei sich bewusst, dass die Gemälde nicht dem Geschmack der breiten Masse entsprechen würden, so Huber, «aber ich mags archaisch».

Kunst für jedes Portemonnaie

In der Galerie in Rapperswil findet der Kunstliebhaber auch Werke zu durchaus erschwinglichen Preisen. Bereits ab 200 Franken bekommt der Sammler ein Unikat. Die grossen Leinwände haben jedoch ihren Preis, für sie muss man eine vier- oder gar fünfstellige Summe hinblättern. «Malen ist ein Kampf», betont die Galeristin. «Bis der Künstler zufrieden ist, wird ein Bild oft mehrmals übermalt. Das ist Arbeit, die bezahlt werden will.» Jeden Monat gibt die Freienbacherin einem Nachwuchskünstler die Gelegenheit, sein Schaffen in einem der Schaufenster zu zeigen. «Young Generation » nennt sie das Projekt, das für Künstler unter 30 Jahren gedacht ist. Denn: «Es ist mir ein Anliegen, junge und kreative Menschen zu fördern.» Obwohl Judith Huber mit dem ersten Jahr in ihrer eigenen Galerie «sehr zufrieden» ist, würde sie sich wünschen, dass mehr Neugierige den Weg in ihre Räumlichkeiten an der Halsgasse 32 finden. «Bei mir kann man auch einfach mal reinschauen und einen Schwatz halten», sagt Huber und ergänzt schmunzelnd: «Ich offeriere sogar einen Kaffee. Und einen kühlen Weisswein habe ich auch immer auf Lager.»

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger (Michèle Fasler)

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

06.10.2016

Webcode

schwyzkultur.ch/NkbhB3