Verkehrte Welt: Schriftsteller Johannes J. Bachmann (Jörg Schneider) will sich umbringen, was den Geiselnehmern gar nicht passt. Bild Claudia Fischer
Verkehrte Welt: Schriftsteller Johannes J. Bachmann (Jörg Schneider) will sich umbringen, was den Geiselnehmern gar nicht passt. Bild Claudia Fischer

Nachrichten

Makabres Schauspiel

Mit einer schaurig makaberen Komödie und kunterbunter Crew war der bekannte Schweizer Schauspieler Jörg Schneider in der Riedlandhalle in Tuggen zu Gast.

Bei Trauermusik und mit Pistole am Kopf, so sitzt der erfolgund mittellose Schriftsteller Johannes J. Bachmann (Jörg Schneider) an seinem Tisch und will seinem Leben ein Ende bereiten. Nicht einfach, wenn man dabei immer wieder gestört wird: Die munter wirbelnde Putzfrau Trudi Hauser (Irène Fritschi) will für Ordnung sorgen und quatscht ihrem Lieblingsautoren die Ohren voll mit Ideen zur Fortsetzung seines historischen Romans und Neffe Leo steht unerwartet vor der Tür, weil er vor seiner Ehefrau getürmt ist und Trost braucht in seinem tristen Dasein. So beschliessen die beiden, gemeinsam abzutreten.

«Total dureknallt»

Der todeslustige Plan wird jedoch einmal mehr durchkreuzt. Ein kurioses Gaunertrio dringt in die Wohnung ein und nimmt Bachmann und seinen Neffen als Geiseln. Da eskaliert die Situation vollends: Dieb Ueli (Andy Nzekwu) fühlt sich nicht ernst genommen, Gaunerchef Goliath (Lukas Fehr) verliert ob den kein bisschen kooperierenden Geiseln die Nerven und lässt sich mit Tabletten voll pumpen, Neffe Leo schäkert mit Gaunerkomplizin Speedy (Lena Laschinger), die wiederum dauernd mit Bachmann aneinander gerät, und die halb blinde Putzfrau Hauser hält den hinter dem Sofa versteckten Gauner für einen Hund und will ihn mit Knochen füttern. Schliesslich steht die Polizei vor der Türe und jeder, sogar die Putzfrau, träumt von der heldenhaften Flucht und einem Leben im Luxus. Da hilft sogar der ideenlose Autor mit, die Polizei aufs Kreuz zu legen und Fluchtpläne zu schmieden.

Die Kulturkommission Tuggen hat mit Jörg Schneider einen der bekanntesten und beliebtesten Schweizer Schauspieler an Land gezogen, der mit seinem Auftreten sogar bei absoluter Stille Lacher erntet. Schneiders Publikum ist breit: Kinder erfreuen sich an seinen Kasperli- und Pumuckel-Geschichten im Theater und auf unzähligen Tonträgern, Erwachsene lassen sich von ihm mit Lustspielen auf der Bühne und am Fernsehen unterhalten. Schneiders neuestes Projekt «Scho wieder Sunntig» ist ab dem 17. März 2010 im Theater am Hechtplatz in Zürich zu sehen.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

09.11.2009

Webcode

schwyzkultur.ch/i61HSJ