Die Rickenbächler Fasnacht 2011 ist lanciert.
Die Rickenbächler Fasnacht 2011 ist lanciert.

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Rickenbach hat Fürst und König

Seit zehn Jahren schwingt Guido Schuler das Zepter bei der Fasnachtsgesellschaft Rickenbach. Und je länger er regiert, umso deutlicher wird, dass das fasnächtliche Fürstentum auch einen König hat: König Guido.

Der Fürst von Rickenbach war am Freitag an der 52. GV der Fasnachtsgesellschaft Rickenbach im Restaurant Magdalena nicht anwesend. Aber zu sagen hätte der eigentlich höchste Rickenbächler der närrischenTage und Nächte ohnehin nichts gehabt. Der Präsident der Fasnachtsgesellschaft Rickenbach, Guido Schuler, thronte in einem gewaltigen Eichenfass und schwang mehr oder weniger eine Zweistundenrede.

Zwei neue Vorstandsmitglieder

Von einem Vorbild in Sachen lange und leidenschaftliche Reden, dem kubanischen Commandante Fidel Castro, erhielt Guido Schuler gar einen Brief, den er gleich in Latino-Slang vorlas. Und wie es sich für einen wahren Diktator gehört, schart auch Guido Schuler seinen eigenen Familienclan um sich.Angefangen bei denTambouren, Guidos Neffen Christian und Simon Tischhauser, die für ihr Können genauso euphorisch gelobt wurden wie das «so liebe» Gotti des Präsidenten. Auch auf die (mehrheitliche) Unterstützung des Vorstands der Fasnachtsgesellschaft darf Guido Schuler zählen, auch wenn subversive Machenschaften feststellbar waren. Zum Beispiel als Luzia Betschart ihrem Präsidenten während seines Jahresberichts, den er sich von der Versammlung erst gar nicht absegnen liess, Wasser ins Bierglas schüttete oder deutlich wurde, dass es mit der abtretenden Beisitzerin Susi Verga doch ein Vorstandsmitglied gibt, das Guido Schuler das Wort abzuschneiden getraut. So an der GV der Schwyzer Nüssler vor einer Woche und dann auch am Freitag im Restaurant Magdalena. Ob die letztjährige Miss Gloria-Hair deswegen nicht mehr im Vorstand ist, war nicht zu erfahren. Immerhin verriet Guido Schuler, dass er als Kind von Susi geplagt worden war. Auch Klemenz Betschart gab seinen Rücktritt. Für die beiden Zurückgetretenen sind neu Andrea Steiner und Guido Strüby im Vorstand.

Fasnächtliche Seitenhiebe

Die Guido-Schuler-Einmannshow darf als Ereignis der Schwyzer Traditionsfasnacht bezeichnet werden. Auch wenn der Rickenbächler mit Peter Bolfing, Edmund Truttmann oder Martin Brügger gewichtige Vorgänger hatte (die auch alle anwesend waren), so wird er – sollte er doch einmal zurücktreten – in die Rickenbächler Fasnachtsgeschichte eingehen. Der letztjährige Antrag um lebenslange Präsidentschaft wurde damals zwar abgeschmettert, aber man darf trotzdem davon ausgehen, dass Schuler noch ein Weilchen regiert. Schliesslich macht dies auch Spass. Vor allem wenn er die umliegenden Fasnachtsvereine kritisiert («wenig kultivierte Nüssler»). Die GV in Rickenbach ist pure Unterhaltung und der anschliessende Hudleabig ein tolles Fest. Hinzu kommt, dass die Rickenbächler viel Gutes tun. Sie bereichern nicht nur die Schwyzer Strassenfasnacht, sondern statten jeden Schmutzigen Donnerstag Senioren und Betagten einen Besuch ab. Auch der traditionelle Maskenball in der Semi-Turnhalle ist wieder am Aufblühen. So endete die GV mit vielen Lachern, die wieder ihr Präsident zu verantworten hatte. «Ehrenmitglieder gibt es dieses Jahr keine. Wir haben kein Geld. Dafür würde ich gerne Dank aussprechen. In erster Linie mir selber.»

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

17.01.2011

Webcode

schwyzkultur.ch/M9Ws6J