«Wir spielen und lieben die Operette» - 1

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«Wir spielen und lieben die Operette»

Der Stimmbruch hat nachgeholfen und den Karriereschub ausgelöst: Fünf Teenager geben sich nicht mehr mit Kinderrollen zufrieden. Sie sind seit dieser Saison vollwertige Chormitglieder am Theater Arth und begeistern mit ihrer Lebensfreude nicht nur das Publikum.

«Das Foto machen wir ohne Lippen», sind sich Simea Prelicz, Patricia Rohrer und Tatjana Betschart schnell einig. «Das macht gar nichts, wenn wir noch nicht fertig geschminkt sind.» Während sie in der Operette «Der fidele Bauer» im erstenTeil noch Jungs und Mädels aus dem bäuerlichen Dorf Oberwang darstellen, führt sie ihr Auftritt im letzten Teil als Studentinnen und Studenten in die Weltstadt Wien. Damit verbunden ist ein Kostüm- und Frisurenwechsel. Natürlich darf da der Gang zum viel beschäftigten Schminkteam nicht fehlen. Dieses macht aus den Teenagern junge, feine Damen und schnittige Jungmänner.

Kaum Lampenfieber

Gerade ist die Pause vorbei und das gestiftete Überraschungsznüni vertilgt. Noch ein paar Minuten, dann müssen auch Raphael Dummermuth und Daniel Imbaumgarten wieder auf der Bühne stehen – mitsingen und mitspielen. Von Lampenfieber ist gar nichts zu spüren. «Wir sind schon alte Füchse», scherzt Simea Prelicz. Dazu kommt, dass es an diesem Abend bereits die sechste Aufführung der laufenden Saison ist. «So bleibt immer Zeit, die Mädchen zu necken», sagt Daniel Imbaumgarten. Dass die fünf nach einigen Jahren mit Kinderrollen nun zu den «Grossen» aufgestiegen sind, hat nicht zuletzt mit dem Stimmbruch zu tun. «Damit haben wir nicht mehr zu den Kleinen gepasst», hält Raphael Dummermuth fest.

«Jetzt viel cooler»

Bereits in den letzten Jahren hatten sie den Plausch, Teil der Operettenproduktionen am Theater Arth zu sein. «Jetzt, wo wir zum Chor gehören, ist alles noch viel cooler geworden», sagt Tatjana Betschart nicht ohne Stolz. Damit meint sie nicht zuletzt den verstärkten Kontakt zu den übrigen Chormitgliedern. «Von ihnen sind wir sehr herzlich aufgenommen worden», freut sich auch Patricia Rohrer. Sie ist als Einzige der fünf erst in dieser Saison in Arth auf der Bühne. «Ich fühle mich hier schon wie zu Hause, es ist mir einfach wohl.» Dass andere in ihrem Alter mit der Operettenmusik nicht so viel anfangen können, sei vielleicht auch nur ein Vorurteil. Alle fünf hören nämlich daneben auch «härtere» Töne. «Vielleicht sind wir schlicht ein bisschen anders als die anderen», lacht Simea Prelicz. Es mache einfach viel Freude, das Publikum mit Gesang und Theaterspiel zu verwöhnen, ist sich der Chornachwuchs einig. Dieses Jahr können sie das in verschiedenen Rollen tun. Es sei spannend, zu sehen, wie die verschiedenen Kostüme auch das eigene Auftreten verändern. Solange man noch ohne Theaterkleider die Proben abhalte, könne man sich gar nicht vorstellen, welch wichtige Rolle den Kostümen zuteil werde.

Letzte Konzentration

«Studenten, bitte bereitmachen für den Auftritt», chnorzt der Lautsprecher in der Theatergarderobe. Plötzlich wird aus der heiteren und fröhlichen Runde eine konzentrierte, stille Gruppe. Noch ein paar Kontrollgriffe, ob alles richtig sitzt, und dann geht es auf die Bühne. Ihr Spiel und ihr Gesang sind jetzt gefordert, sie meistern den Auftritt «mit links». Zig Minuten später stehen sie vor dem Publikum und ernten den verdienten, lang anhaltenden Applaus. Der Vorhang hat sich für heute endgültig geschlossen, und schon setzt wieder neckisches Treiben ein. Dann gehts schnell in die Garderoben. Nur wenig später machen sich die fünf auf den Heimweg, noch leise singend oder pfeifend «Bin ich auch nur ein Bauer, Bauer, Bauer …». Übermorgen Abend trifft man sich wieder zur nächsten Aufführung. Sie freuen sich jetzt schon darauf.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

09.02.2011

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schwyzkultur.ch/tStj2X