Keiner kennt Musiknoten: Die Etzel-Buebä Marcel Koller, Philipp Müller und Roman Ulrich (v. l.) spielen seit eineinhalb Jahren gemeinsam auf. Bild Bianca Anderegg
Keiner kennt Musiknoten: Die Etzel-Buebä Marcel Koller, Philipp Müller und Roman Ulrich (v. l.) spielen seit eineinhalb Jahren gemeinsam auf. Bild Bianca Anderegg

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«Zäme spiele» macht Spass

Seit eineinhalb Jahren spielen Philipp Müller, Roman Ulrich und Marcel Koller unter dem Namen Etzel-Buebä auf. Weil sie gerne zusammen sind, macht auch das gemeinsame Musizieren Freude.

Dass sich die 15- bis 19-jährigen Höfner in der Formation Etzel-Buebä der Schwyzerörgelimusik verschrieben haben, ist nur auf den ersten Blick ungewöhnlich. Gefunden haben sie sich, weil ihr gemeinsamer Musiklehrer Iwan Meier das Zusammenspiel gefördert hat.

Stubete als Auslöser

Eine Stubete war schliesslich der Auslöser, sich als Formation zusammenzuschliessen. «Die Etzel-Buebä gab es schon vorher», sagt Philipp Müller. Da eine Volksmusikformation normalerweise aus Melodie- und Bassinstrumenten besteht, entschloss sich Müller, bei den Etzel-Buebä das Örgeli gegen die Bassgeige zu tauschen. Zusammen haben die drei jungen Musikanten bereits an zahlreichen Geburtstagen, Hochzeiten oder anderen Festen gespielt. Vor kurzem auch an der Chilbi in Schindellegi.

Solide Ausbildung

Ihr Stil komme gut an, sagen die Etzel- Buebä. Durch die solide Grundausbildung mit Iwan Meiers speziell für Schwyzerörgeli entwickelten Systems sind sie aber soweit, dass jeder die erste Stimme übernehmen kann.

Das Örgeli geerbt

Philipp Müller aus Feusisberg ist mit 15 Jahren der Jüngste der drei Etzel-Buebä. Trotzdem muss er gar nicht hinten anstehen. Zum Schwyzerörgelispiel kam er bereits mit vier Jahren, als seine Schwester aufhörte und er das Örgeli übernehmen konnte. Nach einigen Jahren Unterricht auf dem Schwyzerörgeli begann er sich auch für den Kontrabass zu interessieren. Wiederum war es Iwan Meier, der ihn unterrichtete. Mittlerweile hat Philipp Müller die Schule abgeschlossen, und er hat die Lehre als Zimmermann begonnen, notabene im gleichen Betrieb wie Roman Ulrich aus Wollerau. Der 19- jährige Wollerauer hat in diesem Sommer die Lehre als Zimmermann abgeschlossen.

Familie ausschlaggebend

Ulrich kam durch seinen Vater zum Schwyzerörgeli. Zusammen mit diesem und als Aushilfe in verschiedenen Besetzungen machte er erste Erfahrungen mit öffentlichen Auftritten. Nebst Beruf und Musik haben Schwingen, Nationalturnenund im Winter Skifahren für ihn grossen Stellenwert. Dritter im Bunde ist der 18-jährige Augenoptiker-Lehrling Marcel Keller aus Wollerau. «Meine Eltern hörten viel Volksmusik, und das gefiel mir», sagt Marcel Koller. Mit acht Jahren begann er, Musikstunden zu nehmen. Bald folgten erste Auftritte mit Roman Ulrich. Er nennt das Skifahren, Sport allgemein und in den Ausgang gehen als weitere Hobbys.

Keiner kennt die Notenschrift

Interessant ist, dass keiner der drei Etzel-Buebä Musiknoten lesen kann. Die Musiker spielen nach dem Gehör frisch von der Leber weg. Mit Örgeli von verschiedenen Fabrikanten (Ott, Schmid, Gwerder und Reist) erreichen sie einen harmonischen Klang. Das Repertoire ist breit gefächert und umfasst nebst Volksmusik auch populäre Unterhaltungsmusik. «Wir versuchen jeweils immer, eine eigene Note in unser Spiel zu bringen», sagt Müller.

Spielen gerne vor Publikum

Allen drei ist gemeinsam, dass sie gerne öffentlich spielen. Das Publikum sei zwar jedes Mal etwas anders. Weil sie als Kollegen ausgezeichnet harmonieren und ähnliche Interessen pflegen, macht das gemeinsame Musizieren doppelten Spass. Die Etzel-Buebä proben zwischen den Auftritten bei Philipp Müller zuhause und nutzen auch Gelegenheiten, andere Volksmusikformationen zu hören. «Vorrang hat aber die Ausbildung », sagen die Etzel-Buebä.

Kontakt Etzel-Buebä

Philipp Müller
M 077 446 37 87
oder
muelly5@hotmail.com

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

09.08.2011

Webcode

schwyzkultur.ch/QF4ejb