Der Schwyzer Fredy Ulrich holte sich den Schwyzermeistertitel der Chlepfer am Dreikönigstag. Bilder: Erhard Gick
Der Schwyzer Fredy Ulrich holte sich den Schwyzermeistertitel der Chlepfer am Dreikönigstag. Bilder: Erhard Gick
Die besten Schwyzer Chlepfer (von links): Fabian Steiner, André Herger und Fredy Ulrich.
Die besten Schwyzer Chlepfer (von links): Fabian Steiner, André Herger und Fredy Ulrich.
Dieses Teil, der Zwick, macht die Musik beim Chlepfen. Der Muotathaler Marco Ziegler zeigt, worauf es ankommt.
Dieses Teil, der Zwick, macht die Musik beim Chlepfen. Der Muotathaler Marco Ziegler zeigt, worauf es ankommt.

Volkskultur

Fredy Ulrich einmal mehr der König der Chlepfer

Die Schwyzer Meisterschaft im Chrüzlistreich wurde zu einer engen Angelegenheit. Die 52. Ausgabe gewann Fredy Ulrich, und er entthronte damit Vorjahressieger René Bürgler, Illgau.

Es sind diese kleinen Nuancen, die am Ende entscheiden, wer die Chlepferbühne in Schwyz als Sieger verlassen darf. «Er hatte keinen Fehlschlag, alles perfekt gemacht. Fredy Ulrich ist der verdiente Sieger vom diesjährigen Schwyzer Priis-Chlepfen», sagt OK-Präsident Stefan Bürgler, Illgau. Die Jury hatte es sich allerdings mit diesem Entscheid nicht leicht gemacht. Jedes Detail wurde nochmals durchgesprochen, nicht nur bei Ulrich, auch bei allen anderen Titelanwärtern. Dass schliesslich Ulrich obenauf schwang, kommt nicht von ungefähr. Der Schwyzer hat gestern Nachmittag seinen sechsten Schwyzermeistertitel geholt. «Ich hatte ein gutes Gefühl, und es ist mir rund gelaufen. Den Kranz wollte ich holen, der Sieg ist eine sehr schöne Zugabe», sagte Sieger Fredy Ulrich.


Wie wird zum Chrüzlistreich gechlepft?


Für den Laien knallt es mehr oder weniger einfach nur regelmässig, wenn die Chlepfer ihre Geissel knallen lassen. «Es braucht aber viel Training und Übung, damit jeder Streich sitzt und es auch tatsächlich einen vollen, schönen Knall gibt», erklärte Juryobmann Heiri Schelbert. Der Chrüzlistreich ist ein Aneinanderreihen von einzelnen Streichen mit der Fuhrmannsgeissel, woraus ein regelmässiges, in kurzen Abständen hörbares Knallen entsteht. Dazu wird mit der geisselführenden Hand über dem Kopf die Bewegung in Form einer Acht nachgezeichnet. Die Schlinge der Geissel wird dabei in rascher Folge nach vorn und hinten geschleudert. Der ganz am Ende der Schlinge befestigte Zwick bekommt so eine enorme Geschwindigkeit. Beim Richtungswechsel durchbricht er für einen ganz kurzen Moment die Schallmauer, was den Knall auslöst. Der Zuschauer erfasst die Handbewegung als Kreuz über dem Kopf, was zusammen mit dem Knall im Volksmund als Chrüzlistreich bezeichnet wird. Abzüge gibt es beispielsweise, wenn der Zwick wegschlägt oder sich die Schlinge verwickelt. Der Chlepfer wird auch nach seiner Haltung beurteilt. Chlepft er zu steif, zu verkrampft, bewegt er sich zu stark oder ist er nach vorne oder hinten geneigt, gibt es Abzüge. So gesehen hat Fredy Ulrich eben tatsächlich wie ein König gechlepft.


Die Qualität am Priis-Chlepfe nimmt stetig zu


«65 Senioren, 45 Schüler und 28 Junioren, die Beteiligung an der jüngsten Ausgabe des Schwyzer Priis-Chlepfens ist ausgezeichnet», sagte gestern Stefan Bürgler, Präsident des Organisationskomitees. «Was mich aber besonders erfreut, ist die Qualität der Vorträge, die war dieses Jahr wieder beeindruckend hoch», so der OKP weiter. Speaker Josef Gwerder brachte es am Ende des Anlasses auf den Nenner: «Wenn wir heute vergleichen, ist der Sieger der Junioren besser als in den Anfängen der beste Senior. Was wir hier zu hören kriegen, ist eine Spitzenleistung aller Beteiligten.» Stefan Bürgler ist überzeugt, dass das Schwyzer Priis-Chlepfe ein wertvolles Brauchtum ist. «Erst dieser Wettbewerb hier auf dem Schwyzer Hauptplatz hat dafür gesorgt, dass das Brauchtum nicht von der Bühne verschwand und heute richtiggehend auflebt.»


https://www.srf.ch/play/tv/archivperlen/video/schweizer-meisterschaften-im-chruezlistreich?id=db0fd2a3-334f-448b-bd71-8b441167cb2c


Bote der Urschweiz / Erhard Gick

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

07.01.2019

Webcode

schwyzkultur.ch/VT4d57