Domenica Ammann spielte die Fliege Frieda und schwirrte mit einer Gitarre durch den Raum. (Bild: domenica-ammann.ch)
Domenica Ammann spielte die Fliege Frieda und schwirrte mit einer Gitarre durch den Raum. (Bild: domenica-ammann.ch)

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Acht Fliegen auf einen Streich?

Flippige Dialoge und viel Musik und Klang prägen die Inszenierung der Geschichte vom tapferen Schneiderlein aus der Sicht einer Fliege. «Frieda, die gfitzti Flüge» hatte am Sonntagabend im Pfäffiker Schlossturm Premiere.

Das tapfere Schneiderlein und seine Heldentaten sind weitherum bekannt: sieben Fliegen auf einen Streich. Oder waren es vielleicht acht? Die Antwort auf diese Frage heisst «Frieda, die gfitzti Flüge» und wurde am vergangenen Sonntag, verpackt in ein unterhaltsames Märchenkonzert, im Schlossturm in Pfäffikon präsentiert. Die Geschichte vom tapferen Schneiderlein aus der Perspektive einer klugen Fliege stammt aus der Feder von Domenica Ammann. Sie ist Dozentin für Gitarre und andere musikbezogene Fächer an der Fachhochschule Nordwestschweiz.

Aktives Publikum

Ammann spielte selbst die Fliege Frieda und somit die Hauptrolle in diesem Zweipersonenstück in Mundart. Martin Birnstiel glänzte wortwörtlich mit einem farbenfrohen Kostüm in seiner Rolle als König Fingerhut der Siebte, lebendiger Nachfahre des tapferen Schneiderleins. Gemeinsam erzählten Ammann und Birnstiel mit Liedertexten und Dialogen das Märchen. Doch die Aufführung lief nicht einseitig ab: Bereits vor Beginn des Spiels wurden die Zuschauer aktiv mit in die Handlung einbezogen. Um eine Eintrittskarte zu erhalten, musste man einmal wie eine Fliege summen. Auch während der Aufführung wurde die Interaktion zwischen dem Publikum und den beiden Schauspielern aufrechterhalten. So vergass beispielsweise König Fingerhut ständig Namen, und die Kinder im Publikum mussten ihm auf die Sprünge helfen. Schwerpunkt des Märchens war die Musik. Birnstiel spielte von seinem Thron aus Cello, Ammann schwirrte als Fliege mit einer Ukulele oder Gitarre durch den Raum.

Klänge aus dem Abfalleimer

Doch sie ging über das Traditionelle hinaus: Ammann entlockte auch einem Abfalleimer und einer Säge Klänge, die Räuberbanden und Einhörner lebendig werden liessen. «Mein Ziel ist es, anhand meiner Märchen verschiedene Instrumente vorzustellen», so Ammann. «Überdies möchte ich zeigen, dass man auch mit unkonventionellen Methoden Musik erzeugen kann.»

Weitere Infos

- www.domenica-ammann.ch

- www.schlossturm.ch
March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

30.11.2010

Webcode

schwyzkultur.ch/CwQNq6