Joëlle Schüpfer mit ihrem dritten Fantasyroman. Bild Yasmin Jöhl
Joëlle Schüpfer mit ihrem dritten Fantasyroman. Bild Yasmin Jöhl

Literatur

16-jährige Jungautorin aus Freienbach sprüht voller Energie

Joëlle Schüpfer hat bereits ihren dritten Fantasyroman veröffentlicht. Obwohl die Freienbacherin leidenschaftlich gerne schreibt, strebt sie keine berufliche Karriere als Autorin an.

Während der eine ins Fitnessstudio geht, um vom stressigen Berufsalltag abzuschalten, lebt der andere seine Kreativität beim Malen aus. Auch Joëlle Schüpfer hat einen Ausgleich gefunden: Die 16-jährige angehende Polygrafin schreibt leidenschaftlich gerne Geschichten. «Beinahe jeden Abend schreibe ich mindestens eine Stunde», so die Freienbacherin. Und nun ist bereits ihr drittes Buch erschienen. Nach «Two black Shadows» (2015) und «halbseelig» (2017) ist auch ihr neuestes Werk mit dem Titel «Banshee – Schrei des Todes» ein Fantasyroman. Dazu sagt die Jungautorin, dass sie schon lange von allem fasziniert sei, was mit Fantasy zu tun habe und sie selbst auch meist nur Fantasyromane- oder filme lese beziehungsweise schaue.

Ähnliche Charaktereigenschaften


Und darum geht es im Buch: Die 17-jährige Cassie scheint ein ganz normales Mädchen zu sein. Doch in Wirklichkeit ist sie eine Banshee – eine Todesfee, die mit ihrem schrillen Schrei den Tod von Personen in ihrer Nähe ankündigt. Weil sie wegen dieser aussergewöhnlichen Gabe schon oft entführt wurde, bekommt sie den 19-jährigen reichen und gut aussehenden Bodyguard Ray an ihre Seite. Während sich Cassies verschwundener Vater einmischt, möchte sie ein dunkles Geheimnis von Ray lüften. Auch wenn es sich bei der Hauptfigur Cassie um eine Fantasiefigur – eine Banshee – handelt, kann sich die junge Autorin gut mit ihr identifizieren. «Sie hat ähnliche Charaktereigenschaften wie ich, wir sind beide sehr hilfsbereit », erzählt Joëlle Schüpfer. Allerdings sei Cassie «viel zickiger und direkter ». Obwohl die Autorin den Verlauf ihrer Geschichte selbst bestimmen kann, ist es für sie immer wieder eine Herausforderung, das Schicksal der Figuren nicht zu nah an sich heranzulassen – insbesondere, wenn jemand stirbt. Und als sie «Banshee» beendet hatte, bekam sie zum ersten Mal Tränen, und zwar nicht, weil der Schluss traurig wäre. Es ist bis anhin ihr eigenes absolutes Lieblingsbuch. «Ich war so stolz, dass ich es geschafft habe, diese Geschichte zu schreiben», sagt die bald 17-Jährige.

Persönliche Entwicklung durchgemacht


Und das kann sie durchaus auch sein. So hat sie schliesslich nicht nur viel Zeit – der Schreibprozess inklusiv Korrekturlesen dauerte rund zwei Jahre – sondern auch bereits einige positive Rückmeldungen auf ihr neuestes Werk bekommen. Zudem hat Joëlle Schüpfer selbst eine persönliche Entwicklung bei sich festgestellt, wenn sie alle drei Bücher miteinander vergleicht. «Die Art, wie ich geschrieben habe, vor allem das Beschreiben der Personen hat sich geändert.» Und mit ihrem eigenen Älterwerden nimmt auch das Alter der Zielgruppe zu: Während sich ihre beiden ersten Bücher vor allem an 10- bis 12-Jährige richtet, eignet sich «Banshee» für Leser ab 14 Jahren. Doch «nach oben gibt es keine Grenzen », wie die Jungautorin sagt. Und woher schöpft die 16-Jährige all ihre Ideen für ihre Geschichten? Alles habe im Kindergartenalter mit den Littlest Pet Shops, den kleinen bunten Spielzeugfiguren, begonnen. «Mit ihnen habe ich im Spiel meine ganz eigene Welt kreiert. Das Schreiben und die Ideen verdanke ich diesen farbigen Tierchen.» Später habe sie verschiedene Comicgeschichten mit vielen Sprechblasen dazu gezeichnet. Drei Bücher innerhalb von vier Jahren – da könnte man vermuten, dass Joëlle Schüpfer eine Karriere als Autorin anstrebt. Aber: «Das Schreiben soll mein Hobby bleiben. Ich mag meinen Beruf als Polygrafin zu sehr.» Und trotzdem sind bereits wieder neue Projekte am Entstehen. So ist die Freienbacherin zurzeit mit einem Science-Fiction-Roman beschäftigt, und auch die Fortsetzung ihres zweiten Buches «halbseelig» lässt hoffentlich nicht mehr allzu lange auf sich warten. «Banshee» hingegen ist eine abgeschlossene Geschichte – übrigens mit Happy End.

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Yasmin Jöhl

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

18.12.2019

Webcode

schwyzkultur.ch/EPMJSE