Dies & Das
385’000 Franken werden für Kultur frei
Ende 2026 läuft die kantonale Unterstützung für das «Y-Magazin» aus, eine Fortführung ist nicht vorgesehen.
Nach über 14 Jahren ist Schluss: Das 2012 ins Leben gerufene «Y-Magazin» soll Ende 2026 eingestellt werden. Das Magazin hatte von Beginn an den Zweck, zur Wirtschaftsförderung im Kanton Schwyz beizutragen. Finanziert wurde es jedoch aus dem kantonalen Lotteriefonds – nämlich über die Kultursparte und mit jährlich 385’000 Franken für vier Ausgaben. «Das ‹Y-Magazin› läuft Ende 2026 aus. Eine Fortführung in ähnlicher Art ist nicht vorgesehen. Der entsprechende Beitrag entfällt», heisst es auf Anfrage beim kantonalen Finanzdepartement. Die knapp 400’000 Franken bildeten nach den interkantonalen Kulturlastenausgleichen für Zürich (2025: 1,4 Millionen Franken) und Luzern (493’000 Franken) jeweils die mit Abstand grösste Ausgabe aus dem Lotteriefonds.
Regierung verlängerte 2022 klammheimlich um vier Jahre
Doch ganz nach dem Motto «Totgesagte leben länger» ist das Ende des «YMagazins» allenfalls noch nicht so definitiv, wie es scheint. Denn als die Vereinbarung 2022 bereits einmal auslief, hiess es zuerst auf Anfrage, das Magazin werde eingestellt – doch dann erschienen 2023 weitere Ausgaben. Klammheimlich hatte sich die Regierung – mit den damaligen Regierungsräten Kaspar Michel als Finanzdirektor und Andreas Barraud als Volkswirtschaftsdirektor – für eine Fortsetzung entschieden. Offiziell wurde seitens des Kantons nichts kommuniziert, erst auf Nachfrage des «Boten» hiess es, das Heft werde für weitere vier Jahre – also mit einem Unterstützungsbetrag von insgesamt 1,54 Millionen Franken – fortgeführt.
Schwyzer Gelder fliessen nach Thailand und München
Eine öffentliche Ausschreibung fand nicht statt. Bei den Schwyzer Kulturschaffenden – die im Gegensatz zum «Y-Magazin» für Lotteriefondsgelder einen Antrag beim Kanton stellen müssen – blieb das Echo dennoch verhalten. Öffentlich wollte kaum Stellung bezogen werden – teils wurde Ärger, teils aber auch Verständnis bekundet. Politische Vorstösse, welche die Ausgaben rund um das «Y-Magazin» behandelt hätten, blieben aus. Und dies, obwohl der deutsche Gesamtleiter und Chefredaktor Andreas Lukoschik damals wie auch heute zum Teil Schwyzer, teils aber auch Firmen in München und Bangkok für die Kreation des Magazins beschäftigt. In den vergangenen Jahren flossen meist um die fünf Millionen Franken an Lotteriefondsgeldern in die Kultursparte – der Beitrag ans «Y-Magazin» machte also fast acht Prozent des Gesamtbetrages aus. Dieses Geld dürfte künftig den Kulturschaffenden zugutekommen. Denn an einem fixen Betrag beziehungsweise einer Limite richte man sich im Lotteriefonds nicht aus. «Im Vordergrund steht die gute Sache. Aber selbstverständlich stehen grundsätzlich mehr Mittel zur Verfügung», hält das Finanzdepartement fest.
1300 Franken pro Seite
Erst kürzlich ist die 56. Ausgabe des «YMagazins » erschienen, sie umfasst 72 Seiten – also über 1300 Franken pro Seite lässt sich der Kanton das Hochglanzmagazin kosten. Dem ursprünglichen Konzept, welches ein 80- bis 100-seitiges Heft vorsah, wird man seit zahlreichen Ausgaben mit jeweils 72 Seiten schon länger nicht mehr gerecht. Inklusive der Ausgaben von 2026 wird der Kanton Schwyz 15 Jahre lang das «Y-Magazin» finanziert haben. In der Anfangsphase habe sich der Unterstützungsbetrag auf 250’000 Franken belaufen, «wobei sich jeweils auch private Sponsoren an der Herausgabe beteiligten », wie der Kanton festhält. Wie gross dieses Engagement der Sponsoren konkret war, bleibt unbekannt. Die kantonal gesprochenen Gelder für das Magazin dürften aber wohl die Fünf-Millionen-Marke geknackt haben.
Bote der Urschweiz / Damian Bürgi
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