Die Theatergesellschaft Alpthal zeigte ein äusserst amüsantes Stück und wurde dafür vom Publikum mit grossem Applaus belohnt. Foto: Sandra Steiner
Die Theatergesellschaft Alpthal zeigte ein äusserst amüsantes Stück und wurde dafür vom Publikum mit grossem Applaus belohnt. Foto: Sandra Steiner

Bühne

Perfektes Chaos mit viel Herzblut

Am letzten Samstag war es endlich so weit, die Theatergesellschaft Alpthal öffnete ihre Vorhänge für die Premiere. Der Schwank von Janine Berger, «da chasch Gift druf näh», verspricht schon vom Titel her viel Spannung und Wirbel.

Die Theatergesellschaft Alpthal war bestens vorbereitet. Mit Blumen und Feuerschalen im Eingangsbereich wurden die Gäste willkommen geheissen, der Apéro stand bereit und Stehtische im Foyer luden zum Verweilen ein, bevor der Gong schlug und die Gäste sich zu ihren Sitzen begaben. Es wurde dunkel im Saal und die Theatersaison wurde durch Pius Marty, den Präsidenten, eröffnet. Er begrüsste alle Gäste herzlich und hiess sie willkommen. Er wünschte allen einen lustigen Abend und gute Unterhaltung. So öffnete sich der Vorhang und schon ging es los.


Der Drachen


Nervös bereitete die Hausangestellte Sara den Frühstückstisch vor für ihre Chefin Frau von Drachenberg. Auch sortierte sie gleich die Post und sinnierte, dass doch schon wieder eine Absage vom Einsiedler Anzeiger dabei ist für einen Bericht in der Rubrik «Personen, Persönlichkeiten und Legenden». Ihre Praktikantin Michelle beschäftigte sich mit der Wäsche und der Koch Jürg setzte alles daran, dass das Frühstücksei genau 2,8 Minuten in der Pfanne war, der Extrateller exakt nach dem Extrawunsch aussah und schmeckte. Im Seidenpyjama betrat, wie von allen Angestellten genannt, «der Drachen» den Raum. Wie schon geahnt, konnten ihr die Angestellten nichts recht machen und wurden vom Drachen herumkommandiert und beschimpft. Frustriert verliess der Drachen den Raum und die Angestellten ärgerten sich erneut über die unmögliche Art ihrer Chefin. Michelle die Praktikantin macht Sara die Arbeit auch nicht leichter, da sie so ziemlich alles, was sie anfasst und erledigen möchte, daneben geht. Auch Koch Jürg lässt seinem Frust und seiner Wut freien Lauf und lästert vor Sara über den Drachen. Er ereifert sich so sehr, dass er nicht bemerkt, dass die Chefin hinter ihm steht und ihm zuhört. Völlig geschockt und verärgert kündigt diese dem Koch fristlos. Die Angestellten sind ratlos und wissen nicht mehr weiter. Auch «Küde», der Handwerker, der alles in diesem Hause repariert, ist ratlos, doch mit jedem Besuch versucht er, seine Schlagfertigkeit gegenüber dem Drachen auszubauen und zu stärken.


Tee-Hanf-Mischung


Sie brauchen eine Verschnaufpause. Doch es kommt noch schlimmer. Freundin Burga erscheint doch genau an diesem Tag im EA unter genau dieser Rubrik. Dies macht die stinkreiche, verbitterte und einsame Frau umso wütender und sie lässt dies natürlich wieder an ihren Angestellten aus. Dem gekündigten Koch kommt nun eine Idee, um den Drachen vorübergehend aus dem Hause zu bringen. Sie mischen Tee mit Hanf und der Arzt verordnet der Chefin Zwangsferien in einer Klinik. In der Zwischenzeit können sich die Hausangestellten trotzdem nicht erholen, denn durch die Schusseligkeit von Michelle wird es immer komplizierter. Eine Einzahlung über eine halbe Million bereitet grosse Kopfschmerzen, denn die wollte der Drachen sicher nicht tätigen. Ein Bericht darüber im «Bote» und der Besuch der Schreiberin vom EA für den ersehnten Bericht in der Rubrik Persönlichkeiten und Legenden bringt das Fass zum Überlaufen. Das Chaos ist perfekt – eine Lösung wird dringend gebraucht. Michelle bewahrte einen kühlen Kopf und rettete die Situation grandios. Zum Schluss war die Chefin mehr als zufrieden mit ihren beiden Hausangestellten und scheuchte die beiden doch gleich wieder wie gewohnt umher. Durchs ganze Stück hindurch wurde viel gelacht, das Stück wurde witzig, spannend und sehr erfrischend gespielt. Die Theaterleute wurden mit grossem Applaus vom Publikum belohnt für ihre tolle Darbietung. Ihre Freude am Theaterspielen merkte man, denn sie spielten mit Herzblut und voller Elan. Zu gemütlichem Beisammensein und Musik, die zum Tanzen einlud, wurde der schöne Abend noch verlängert.


Einsiedler Anzeiger / sss

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

06.03.2018

Webcode

schwyzkultur.ch/6EjU1j