Himmel oder Hölle? Die Entscheidung steht noch aus.
Himmel oder Hölle? Die Entscheidung steht noch aus.
Der Theatergruppe Altendorf gelang eine teuflisch gute Inszenierung.
Der Theatergruppe Altendorf gelang eine teuflisch gute Inszenierung.
Bei der Familie Stutz hängt der Haussegen schief. Bilder Jasmine Helbling
Bei der Familie Stutz hängt der Haussegen schief. Bilder Jasmine Helbling

Bühne

Himmlische Inszenierung, teuflischer Spass

Am Freitagabend präsentierte die Theatergruppe Altendorf (TGA) ihr neues Stück «Irgendwo im Nirgendwo» im Dorfgaden Altendorf. Die Besucher wurden jedoch nicht nur visuell, sondern auch kulinarisch mit ein Vier-Gänge-Menü verwöhnt, das von der TGA gesponsert wurde.

Rainer Willis Leben ist zu Ende, bevor es richtig begonnen hat. Plötzlich steht der chronische Raser irgendwo im Nirgendwo, einer Zwischenwelt, wo entschieden wird, ob der Fahrstuhl nach unten oder nach oben gehen soll. Für Erklärungen haben Frau Engelen und Frau Düvell, die Vertreterinnen der Institutionen Himmel und Hölle, nicht viel Zeit: «Da war ein Unfall und bumm, päng, flutsch, bye-bye» und «auf der Erde sehen Sie im Moment aus wie Hackfleisch». Leider zeigt die Computerdatenbank – ja, das «Teufelsding» Technik ist bereits im Himmel angekommen – kein eindeutiges Ergebnis, in welche Richtung der Fahrstuhl fahren soll.

Spezielles Gesetzbuch

Nach einer Konsultation des himmlisch-höllischen Gesetzbuchs HHGB stellt sich heraus, dass der schon mit einem Fuss im Jenseits stehende Rainer für 24 Stunden auf die Erde zurückkehren darf, um den Institutionen die Entscheidung zu erleichtern. Einziger Haken: Wenn er in den Himmel kommen will, muss Rainer auf der Erde nichts als die Wahrheit sagen. Nur blöd, dass er vor seinem Autounfall zu einem Anstandsbesuch bei den Schwiegereltern unterwegs war; ein schief hängender Haussegen ist da schon vorprogrammiert. Mit einem Stück nach Wolfgang Binder und unter der Regie von Lukas Gisler gelingt der Theatergruppe Altendorf ein göttliches – oder eben teuflisches – Schauspiel.

Raffinierte Details

Mit beissendem Humor und Sprachspielen à la «Teufel sei Dank!» und «Eigentumswolke » wurde dem Publikum so mancher Lacher entlockt. Auch Seitenhiebe auf Bankiers, Politiker und die menschliche Bürokratie im Allgemeinen brachten das Publikum zum Schmunzeln, und mit der Anspielung auf die neuen Kommunikationstechnologien wurde ein sehr aktuelles Thema aufgegriffen. Doch nicht nur die schauspielerische Leistung, sondern auch das Bühnenbild überzeugte mit raffinierten Details: So standen im Wohnzimmer der Familie Stutz Dan Browns Werke, darunter «Diabolus», im Bücherregal.

Besuch in derZwischenwelt

Doch nicht nur am Schauspiel konnten sich die Zuschauer erfreuen, auch im kulinarischen Bereich wurde einiges geboten: Am ersten Spieltag wurde das Theater von einem Abendessen begleitet, das vier Gänge umfasste und nach dem ersten Akt in einem köstlichen Früchtedessert seinen Höhepunkt fand.

«Irgendwo im Nirgendwo»

wird bis zum 17. April gespielt.Die Spieldaten und ein Link zur Reservation finden Sie auf www.tga-altendorf.ch .

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

04.04.2011

Webcode

schwyzkultur.ch/hkjVGw