Die Mitglieder des Ensembles (v.l.): Donat Nussbaumer, Meinrad Küchler, Lorenz Küchler und Monika Greenwald. Bild Paul A. Good
Die Mitglieder des Ensembles (v.l.): Donat Nussbaumer, Meinrad Küchler, Lorenz Küchler und Monika Greenwald. Bild Paul A. Good

Musik

Das Neujahrskonzert von Accento musicale wurde zum Auffahrtskonzert

Das Kammermusik-Ensemble aus Ausserschwyz konzertierte am Samstag im Dorfzentrum in Altendorf.

 Zu Beginn spielte das Ensemble in der Besetzung mit Donat Nussbaumer (Violine), Meinrad Küchler (Violine), Lorenz Küchler (Viola) und Monika Greenwald (Violoncello) mit dem Streichquartett Nr. 2 a-Moll, Op. 13 ein Frühwerk von Felix Mendelssohn (dieser war damals gerade mal 18 Jahre alt). Das viersätzige Werk beginnt mit einem Adagio, welches nachweisbar zu Teilen aus dem Andante von Beethovens 7. Sinfonie stammt. Überhaupt ist das ganze Werk stark von Beethoven und anderen Komponisten inspiriert, dies gilt für alle vier Sätze. Das Werk endet mit dem Presto, im ersten Thema sehr melodramatisch, das zweite Thema eher anlehnend an traditionelle militärische Marschmusik (Geschwindmarsch), aber tempomässig immer wieder gehemmt durch Rezitative.

Pandemie tat Können keinen Abbruch


Zusammengefasst ist das Werk zweifellos eines der bedeutendsten Frühwerke Mendelssohns, meisterhaft gespielt von den vier Protagonisten, die damit auch unter Beweis stellten, dass die Pandemie ihrem musikalischen Können keinen Abbruch tat. Urs Bamert führte in seiner Begrüssung über zum 2. Werk des Abends, das im Gegensatz zu Mendelssohn am anderen Ende der romantischen Entwicklung angesiedelt ist, gemeint ist eines von Brahms Spätwerken, das Klarinettenquintett h-Moll Op. 115. Brahms wollte eigentlich an seinem Ruhesitz am Thunersee seine Kompositionstätigkeit beenden, als er den Klarinettisten Richard Mühlfeld hörte, welchem er das besagte Quintett widmete. Das Werk besteht ebenfalls aus vier Sätzen. Der erste Satz ist ein Allegro und entstammt dem Eingangsthema, welches von zwei Violinen eingeführt wird. Der zweite Satz ist ein Adagio, in welchem vor allem der Klang der Klarinette hervorgehoben wird, von Urs Bamert auf höchstem Niveau gespielt. Es folgt ein Andantino – Presto non assai mit einem flinken Mittelteil. Das Werk endet mit einem Con moto, welches im Anfangsthema des ersten Satzes endet. Das qualitativ hochstehende Konzert zeigte auf, dass Live-Musik niemals durch Streaming ersetzt werden kann, die Zuhörer belohnten die Musiker mit langanhaltendem Applaus.

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Paul A. Good

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

17.05.2021

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