Kunst & Design
Ein sehr vielseitiger Künstler
Paul Malina aus Altendorf wurde in Künstlerkreisen stets hoch gehandelt. Seine Zeichnungen und Bilder zeigen den Meister.
Auch mit 84 Jahren zeigt sich Paul Malina uneingeschränkt künstlerisch. Im Gegenteil, er hat seine Ausdrucksform technisch erweitert, indem er seit einigen Jahren auch mit Hilfe des Computers neue Techniken anfertigt. Collagen zum Beispiel «lassen sich beliebig bearbeiten », sagt der gebürtige Slowake, der 1968 in die Schweiz kam. Damals wie heute war er ein Zeichner, später bezeichnete er sich auch als Maler. «Ich lief mit 12, 13 Jahren durch die Strassen meiner Heimatstadt Bratislava und zeichnete, was ich sah», sagte er gestern an seiner Ausstellung an der Oberdorfstrasse 5 in Altendorf. Er studierte Architektur und Kunst und zeichnete unentwegt, malt bis heute: «So zwei-, dreimal die Woche bin ich am Malen.»
Bilder voller Kraft und Leben
Die gezeigten Bilder und Zeichnungen, skizziert, mit Aquarellfarben koloriert, oder schlicht «gepinselt», wie er sagt, sind zumeist abstrakt, und irgendwann wurden sie auch gegenständlich. Aufgemischte Blumenharmonien, Blumenwiesen mit nach oben gekehrten Samen. Oder scheint es nur so? Bilder, die Weite erzeugen, und dennoch ruht das Auge des Betrachters im Detail. Zwei Bilder springen ins Auge – wohl verstanden, es sind nicht die einzigen –, auf denen die Kapelle St.Johann und dahinter die Wägitaler Berge zu sehen sind. «Das ist der Blick aus meiner Wohnung, ich male, was ich sehe. » Und Malina sagt dies zufrieden, er, der viele Reisen gemacht hat und als Ausbeute diverse Zeichnungen mit nach Hause brachte. Der Malradius hat sich also verändert, aber nicht die Gestaltungskraft und die Ausstrahlung. Kräftige Farben ziehen den Blick auf Objekte, während die Landschaft im Zaum gehalten wird. Die Farbenvielfalt orientiert sich mehr an der Leidenschaft des Künstlers denn an der natürlichen Vorgabe.
Kunst seit über 70 Jahren
Diese Freiheit haben viele Kunstfreunde bewundert und wohl auch zum Kauf eines Werkes animiert. So sei die Schaffensphase zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr die intensivste gewesen. Und nein, nach Bratislava zurückehren, das habe er nie angestrebt. Paul Malina ist besonders. Ein Künstler, der sich nie in den Vordergrund gedrängt hat und auch deshalb seine Individualität bewahren konnte. Wird dies die letzte Ausstellung gewesen sein? Man weiss nie. Gedanken zur Zukunft seien präsent, auch Gedanken zu seinem künstlerischen Nachlass. Und wieder schimmert diese jähe Lebensfreude durch, ohne das Schwere ganz aussen vor zu lassen; jene Schattierung, die auch in seinen Bildern zu finden ist.
Höfner Volksblatt und March-Anzeiger /Johanna Mächler
Autor
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