Die zwei roten Uterus-Altare von 1,81 und 3,5 Metern Höhe von Jürg Altherr – hier mit Johanna Altherr, Thea Altherr und Roland Heini – beeindruckten. Bild Janine Jakob
Die zwei roten Uterus-Altare von 1,81 und 3,5 Metern Höhe von Jürg Altherr – hier mit Johanna Altherr, Thea Altherr und Roland Heini – beeindruckten. Bild Janine Jakob

Kunst & Design

«Das Massive und das Filigrane ergänzen sich»

Die Galleria il Tesoro in Altendorf eröffnete eine Kunstausstellung mit Werken zweier bekannter Künstler – Jürg Altherr und Ambros Uchtenhagen.

Die Ausstellung «Jürg Altherrr / Ambros Uchtenhagen» mit 117 Werken auf rund 500 Quadratmetern wurde am Samstag in der Galleria il Tesoro in Altendorf eröffnet. Ueli Eberhart, Inhaber der Galleria il Tesoro, hat die Ausstellung der beiden Künstler ermöglicht und zeigte sich erfreut über das grosse Interesse. «Es ist die erste grosse Ausstellung der beiden befreundeten Künstler.» Und auch Franz-Xaver Risi,der Kulturbeauftragte des Kantons Schwyz, drückte seine Freude über das Zustandekommen der Ausstellung aus.


Das Grosse und die Balance


Bei der Betrachtung der Werke wird deutlich,wie gut diese zueinander passen und in den hohen Räumlichkeiten zur Geltung kommen. «Beide Künstler konzentrieren sich auf das Wesentliche », so Eberhart. Bildhauer und Gestalter Roland Heini brachte in seiner Ansprache zum kürzlich verstorbenen Jürg Altherr seine Faszination über die Entstehung dessen Kunstwerke zum Ausdruck. «Das Massive und das Filigrane ergänzen sich.» Die Frage und Suche nach der Balance, das technisch Mögliche, die Architektur sowie das Wirken von Plastik in der Natur beschäftigten Altherr stets. «Mit seiner Kunst schaffte mein Vater räumliche Verhältnisse; es ging ihm um die Auseinandersetzung mit dem Raum und um die Frage, was das Objekt mit dem Menschen und dem Raum macht», so Johanna Altherr. Die Ausstellung umfasst einerseits Modelle und Skizzen von Altherrs grossen Skulpturen sowie originale Skulpturen, darunter die beiden Uterus-Altare von 2014 und 2015 aus mit rotem Lack gespritztem Karton. Neben Skulpturen aus Eisen auf Steinsockeln ist auch eines seiner letzten Werke – das Oktaeder aus Holz schwarz gefasst auf einem Eisengestell ausgestellt. Die Werke präsentieren Altherrs ganzes Arbeitsleben, seine Tätigkeit als Plastiker, Platzgestalter und Landschaftsarchitekt und hinterliessen einen bleibenden Eindruck bei den Besuchern.


Lackfarbe und Acryl auf Holz


Ambros Uchtenhagen – Künstler, Psychiater, emeritierter Professor für Sozialpsychiatrie und Begründer der Sozialpsychiatrie in der Schweiz – brachte in seiner Ansprache seine Wertschätzung für Jürg Altherr zum Ausdruck. Von seinen eigenen Werken stellt er über 50 aus. Sie zeigen starke Farben insbesondere auf Holz. Seine neusten Werke sorgten für angeregte Diskussionen. Die Reaktionen der Besucher und die gesamte positive Wirkung der Ausstellung inspirieren nach Angaben des Künstlers sein weiteres Schaffen.


Ausstellungsdetails


Die Ausstellung dauert bis am 29. November. Öffnungszeiten: Dienstag bis Donnerstag, 13.30 bis 17 Uhr; Samstag, 14 bis 17 Uhr. Am 16. September von 17 bis 19 Uhr findet ein Vortrag von Prof. Eugen Gomringer über die beiden Künstler statt.


Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Janine Jakob

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

27.08.2018

Webcode

schwyzkultur.ch/NhExK8