Cyrill Deuber kann fast jedes Stück Holz zu einem Kunstwerk verarbeiten. Bild Frieda Suter
Cyrill Deuber kann fast jedes Stück Holz zu einem Kunstwerk verarbeiten. Bild Frieda Suter

Kunst & Design

Eigene Bäume regten zu Kunstwerken an

Cyrill Deuber aus Altendorf schafft immer wieder neue Kunstwerke. Die meisten sind Unikate, da er oftmals Fundstücke als Grundlage nutzt. Vom 27. Oktober bis 4. November stellt er im Breitenhof in Altendorf aus.

Vor mehr als 40 Jahren kaufte Cyrill Deuber sein Eigenheim an der Steineggstrasse in Altendorf. Auf der Parzelle am Spreitenbach standen rund ums Haus circa 20 Bäume. So kam es, dass ab und zu einer gefällt werden musste. Die Wurzelstöcke wurden ausgegraben und bearbeitet. Mit der gegebenen Struktur, etwas Farbe und eingesetzten Kuhzähnen entstanden Fantasiefiguren. Als sein erstes Kunstwerk nennt Cyrill Deuber den Marterpfahl, den er für seine Kinder gestaltet hat. Dieser ist längst der Witterung zum Opfer gefallen. An seine Stelle sind immer wieder andere Objekte getreten. «Als gelernter Werkzeugmacher habe ich schon vorher Gefallen an kunstvollen Formen und Figuren gefunden, egal ob aus Holz, Stein oder Eisen», sagt der Künstler. Unterstützung findet er bei seiner Frau Edith, die selbst Bilder malt und den Künstler gestalterisch unterstützt.


Keine Grenzen


Mit dem Schnitzen ist er erstmals bei einem Ferienaufenthalt in Österreich in Kontakt gekommen. Danach hat er sich auch in der Schweiz mit dieser Kunstform befasst und zahlreiche Werkzeuge angeschafft. Inzwischen gibt es für ihn kaum noch Grenzen. Er sieht in einem einfachen Holzscheit ebenso das Potenzial zum Kunstwerk wie in einem knorrigen Ast oder Wurzelstock. Auch für moderne Kunst ist der Altendörfler offen. Je nach Lust und Laune holt er sich Holzstücke aus seinem grossen Fundus und verarbeitet diese zu dekorativen oder abstrakten Objekten. Es entstanden anfänglich vorwiegend Skulpturen, Figuren und Reliefs. Später kamen Schriften, Wappen und Masken dazu. Einige der Kunstwerke stehen in seinem Garten, andere im Haus. Inzwischen umfasst Cyrill Deubers Werkverzeichnis mehr als 150 Objekte. Nicht wenige wurden als Auftrag für bestimmte Personen oder Anlässe geschaffen.


Masken seit 2009


Als Mitbegründer der Schlipflochhexen in Altendorf und begeisterter Fasnächtler schnitzt Cyrill Deuber auch Holzmasken. Er hat unter anderem zahlreiche originelle Gesichter in seinem Fundus. Den Anstoss zu diesem Teil seines kunsthandwerklichen Schaffens gab eine Maskenausstellung in Schindellegi. Es folgte ein Kurs und seit fünf Jahren ist Cyrill Deuber Präsident der IG Schnitzerfreunde Schindellegi. Durch die Mitgliedschaft bei Kultur Schwyz entstehen neue Impulse und schon zweimal öffnete die Familie Deuber an den Kulturwochenenden den Garten für Besucher.


Zweite Ausstellung


Cyrill Deuber wurde 1945 als jüngstes von acht Kindern geboren und wuchs im Schreinereibetrieb seiner Eltern unmittelbar neben dem Breitenhof in Altendorf auf. Nun kehrt er auf Einladung der Kulturkommission mit der zweiten Ausstellung in den Breitenhof zurück.


Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Frieda Suter

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

08.10.2018

Webcode

schwyzkultur.ch/bXstQm