Elisabeth Ott führte am Samstag durch die Ausstellung mit Rudolf Zenders Werken in der Galleria il Tesoro. Bild Tanja Holzer
Elisabeth Ott führte am Samstag durch die Ausstellung mit Rudolf Zenders Werken in der Galleria il Tesoro. Bild Tanja Holzer

Kunst & Design

Meister der Farbtöne zu Gast

Elisabeth Ott führte am Samstagnachmittag durch die reichhaltige Ausstellung von Rudolf Zender in der Galleria il Tesoro.

Die unterschiedlichsten Töne der gleichen Farbe meisterlich zu malen, war Rudolf Zenders (1901 bis 1988) Spezialität. Die Galleria il Tesoro verwaltet den Nachlass des bekanntesten Winterthurer Malers des 20. Jahrhunderts und Elisabeth Ott führte am Samstagnachmittag durch die aktuelle Ausstellung. «Ich liebe diese Bilder wahnsinnig», gestand Ott im Nachhinein, wobei ihre Begeisterung für Zenders Werk auch in der Führung deutlich mitschwang.

Der Künstler im Porträt

Zender sei schon früh sehr begabt gewesen, erzählte Ott. Auf Druck seines Vaters hatte er jedoch begonnen, Geschichte zu studieren, brach das Studium ab und wurde schliesslich Primarschullehrer. Praktisch mit seinem ersten verdienten Geld zog es ihn nach Frankreich und dort fand er bei Charles Montag Unterschlupf. Wegen einer Brustfellentzündung kehrte er in die Schweiz zurück, wo er in der Lungenheilstätte Ernst Ludwig Kirchner kennenlernte. Von ihm wurde er in die Geheimnisse der Druckgrafik eingeweiht. Zender mochte das französische Licht, besonders das von Paris, und so kehrte er nach seiner Heilung dorthin zurück und arbeitete zum zweiten Mal bei Roger Bissière. «Er hat von der Natur gemalt», erklärte Ott, habe sie aber nie sklavisch kopiert. Für die Wahl des Bildausschnitts habe sich Zender jeweils viel Zeit gelassen, denn die schliesslich gewählte Ansicht war Teil seiner Komposition. Ott wies in zahlreichen Bildern auf Details hin, die den Gesamtausdruck gekonnt und fantastisch untermalten.

Weibliche Kurven

Als eher kleiner, feiner Mann bevorzugte Zender für seine Aktbilder Frauen mit eher weiblichen Kurven. Zu seinen Lieblingsbildern gehörte «Le diable de Germaine Richier », welches tatsächlich einen Ausschnitt aus Richiers Atelier zeigt. Rudolf Zenders Gemälde sind bis am 5. Februar in der Galleria il Tesoro ausgestellt. Am 22. Januar findet eine Matinee mit dem Organisten Jean-Claude Zehnder statt, Rudolf Zenders weltbekannter Sohn. Elisabeth Ott wird am 28. Januar um 15 Uhr erneut fachkundig durch die Ausstellung führen und mit viel Hintergrund- wissen zum Verständnis der Kunst beitragen.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt / Tanja Holzer

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

19.12.2011

Webcode

schwyzkultur.ch/ZdVwPK