Das Orgelpositiv ermöglichte den Sichtkontakt und direkteres Hören beim besonders anspruchsvollen Stimmen der Instrumente. Bild Uschi Meister
Das Orgelpositiv ermöglichte den Sichtkontakt und direkteres Hören beim besonders anspruchsvollen Stimmen der Instrumente. Bild Uschi Meister

Musik

Besondere Klänge im Advent

Hörgenuss der Sonderklasse bescherte die Kulturkommission Altendorf Kulturinteressierten am Sonntagabend. Zum Advent spielte Familie Steinmann Musik des späten Barocks auf seltenen Instrumenten.

Das Besondere am Konzert lag allein schon in der Musikerbesetzung. Aussergewöhnlich gab sich aber ebenso die seltene Instrumentierung und die Programmwahl für das wunderschöne Konzert. An den Instrumenten sass eine einzige Altendörfler Musikerfamilie: Mutter Margrit Steinmann am eigens für das Konzert angemieteten Orgelpositiv, Vater Eike Steinmann, Spezialist in Lautenmusik aller Stilepochen, und Tochter Renate Steinmann mit Konzertdiplom für Violine und Viola und grosser Aufführungspraxis in barocker und klassischer Musik.

Reinheit und Wohlklang

Als angenehme und glockenreine Stimme stand der Musikerfamilie Rosmarie Kälin-Mortensen zur Seite, aufgewachsen im schwedischen Norrköping, seit 2005 in der Schweiz als Solistin und Chormitglied am Zürcher Opernhaus. Die Miete des Orgelpositivs hatte die Kulturkommission Altendorf ermöglicht, so dass ein Musizieren aller Interpreten im Altarraum möglich wurde sowie das Stimmen der historischen Instrumente Barockvioline und Theorbe in originaler Tonhöhe und damit die Aufführung im Klanggewand des 17. Jahrhunderts.

Seltene Instrumentierung

In der Tat forderten Komponisten wie Heinrich Ignaz Franz Biber für die Interpretation ihrer Kompositionen die «skordierte», sprich abweichend gestimmte Violine und «Generalbass», hier bestritten von Laute und Orgelpositiv. Ein ganz besonderes Hörerlebnis stellte sich damit für die gebannt lauschenden Konzertbesucher ein, von denen wohl etliche noch nie Vergleichbares zu Gehör bekommen hatten. Ein Klang, im Wechsel und Zusammenwirken noch mit der wundervoll klaren Sopranstimme, von selten gehörter Intensität und Reinheit. Der Applaus der Zuhörer liess sich kaum in Grenzen halten und das Interesse an den seltenen Instrumenten zeigte sich riesig.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

09.12.2009

Webcode

schwyzkultur.ch/vXr1BW