Unterhaltsam: Das Bergwaldchörli Enggenhütten um Frowin Neff begeisterte mit traditionellen Zäuerli samt Talerschwingen (im Bild) – aber auch den ungewohnt spritzig-spassigen Jodel- und Gesangsbeiträgen mit keckem Hüftschwung. Bilder Silvia Gisler
Unterhaltsam: Das Bergwaldchörli Enggenhütten um Frowin Neff begeisterte mit traditionellen Zäuerli samt Talerschwingen (im Bild) – aber auch den ungewohnt spritzig-spassigen Jodel- und Gesangsbeiträgen mit keckem Hüftschwung. Bilder Silvia Gisler

Musik

«Efach andersch»

Vom Zäuerli bis zur lüpfigen Ländlermusik wurde am Freitag an der Ländlernacht in Altendorf einfach alles frenetisch beklatscht und bejuchzt. Es war «efach andersch», und das schien zu gefallen.

 Beinahe volle Ränge und ein wunderschönes natürliches Bühnenbild sorgten am Freitagabend im Dorfgaden für eine wahrlich warme Atmosphäre. An der Ländlernacht gab es aber nicht nur Musik in die Ohren. Genau genommen könnte sie als Weiterbildungsabend gewertet werden. Denn wer hätte zuvor schon gewusst, was im Appenzellischen «schläzig» (sennisch schön) heisst oder ein «Pfaff» (Kopfbedeckung) ist? Mitorganisator und Abendmoderator Thomas Benz verstand es ausgezeichnet, zwischen den Darbietungen auf unterhaltsame Weise viel Wissen zu vermitteln.


Mit Traditionen gebrochen


Musikalisch gesehen, folgte ein Highlight dem anderem. Keine Formation, die mehr oder weniger Applaus erntete. Immer wurde es frenetisch laut, waren Juchzer zu hören und wurden Zugaben verlangt. Das Publikum war schlichtweg begeistert. Selbst wer der traditionellen Appenzeller Musik sonst nicht viel Gutes abgewinnen konnte, musste an diesem Abend eingestehen, dass sowohl das Bergwaldchörli Enggenhütten als auch das Quartett Holdrioo absolut mitreissend aufspielten. Doch obschon die Formationen teilweise stark mit der Tradition brachen, spürte man die enge Verbundenheit mit dem Brauchtum und die Liebe zur etwas anderen Unterhaltungsmusik. Auf ein traditionelles Zäuerli mit Glockenklang oder Talerschwingern und ein typisches «Schlunegger-Lied» musste natürlich niemand verzichten.


Weltpremiere zweier Jahrgänger


«In ihren Fachgebieten sind sie in der Schweiz absolute Spitzenklasse», so Benz. Gesprochen hat er dabei von niemand anderem als den beiden Jahrgängern Philipp Mettler und Frowin Neff. Sie sorgten an diesem Abend für eine echte Weltpremiere, denn noch nie haben die beiden gemeinsam auf einer Bühne gestanden und musiziert. Das Publikum dankte es mit einer geforderten Zugabe – und Moderator Benz mit dem Hinweis, dass Neff und Mettler wohl für diese Formation einen Namen suchen und weiter auftreten sollten.


Sprung in die Hitparade


Der zweite Teil des Abends gehörte den Rusch-Büeblä. Mit nicht weniger Leidenschaft stellten sie Lieder ihrer neuen CD vor. Und kaum jemand hat sich gewundert, als es hiess, dass diese bereits den Sprung in die Schweizer Hitparade geschafft hat. Mit Freude und ebenso viel Bodenständigkeit nahmen sie den Hinweis zur Kenntnis und betonten, dass die Freude an der Musik und beim Publikum ihre Motivation sei. Den Abschluss bildete eine Stubete, bei welcher unter anderem Lokalmatador Wisi Züger gemeinsam mit Philipp Mettler und Frowin Neff aufspielte. Nach Mitternacht leerte sich der Dorfgaden nach und nach, und ein rund um gelungener Anlass ging zu Ende. Zur Freude der Besucher darf bereits verkündet werden,dass die nächste Ländlernacht schon in Planung ist.


Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Silvia Gisler

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

10.09.2018

Webcode

schwyzkultur.ch/ahsunr