Boten ein abwechslungreiches Weihnachtskonzert: (v. l.) Donat Nussbaumer, Silvia Solari, Andreas Isenring, Ruth Müri und Urs Bamert vom Accento musicale. Bild Claudia Fischer
Boten ein abwechslungreiches Weihnachtskonzert: (v. l.) Donat Nussbaumer, Silvia Solari, Andreas Isenring, Ruth Müri und Urs Bamert vom Accento musicale. Bild Claudia Fischer

Musik

Klänge verführen zum Träumen

Ein kleines Jubiläum durfte am Sonntagabend das Ausserschwyzer Kammermusik-Ensemble Accento musicale feiern: Zum fünften Mal veranstalteten die renommierten Musiker ein Stephanstag-Konzert.

Stimmungsvoll und passend zur weiss verhüllten Landschaft liessen Donat Nussbaumer, Silvia Solari (beide Violine), Andreas Isenring (Viola), Ruth Müri (Violoncello) und Urs Bamert (Klarinette) im Dorfzentrum Altendorf die Weihnachtstage ausklingen und präsentierten ein romantisch-klassisches Weihnachtsprogramm.

Abwechslungsreiche Eröffnung

Eröffnet wurde das Programm mit dem «Klarinettenquintett in Es-Dur op. 102» vom Österreicher Robert Fuchs. Er habe diesen Komponisten bis vor einem halben Jahr selbst nicht gekannt, meinte Klarinettist Urs Bamert. Dabei habe Fuchs sich intensiv als Komponist betätigt und über 100 Werke veröffentlicht. Viele seiner berühmten Schüler wie etwa Gustav Mahler, Richard Strauss oder Jean Sibelius hätten ihn jedoch übertroffen, sodass Fuchs selber etwas in Vergessenheit geraten sei. Das vom Accento musicale aufgeführte Werk sei jedoch, so Bamert, eine Trouvaille. Für den Zuhörer war es ein abwechslungsreiches Stück, in dem man immer mal wieder kurz eine bekannte Melodie zu erkennen glaubte – Fuchs galt vielfach als Brahms-Epigone, also als guter Nachahmer ohne eigenen Stil –, die dann aber gleich wieder verflog. Zuweilen war das Stück bildlich wie ein Film, wobei besonders das «Allegretto grazioso» mit seinem kurzen, von den Violinen gezupften Teil vor dem zackig-grandiosen Schluss Weihnachtsstimmung verbreitete.

Mozart darf nicht fehlen

Eindeutig nicht nachgeahmt und als typisch Mozart zu erkennen war das zweite Stück, das «Klarinettenquartett op. 79 nach KV 317d» (378). Dennoch könnte man die eine oder andere Melodie daraus schon gehört haben, so Bamert, denn Wolfgang Amadeus Mozart habe darin seine eigenen, häufig aufgeführten Kirchensonaten zusammengefasst beziehungsweise wiederverwertet. Wiederverwertung fand denn auch im letzten Stück ihren Platz. Alexander Glasunov gelang es in seinem Klarinettenquintett so grossartig, orientalische Harmonien einzusetzen, dass der Titel «Rêverie orientale» – orientalische Träumerei – wahrlich nicht übertrieben war. Das Stück verführte wahrhaftig zum Träumen und sorgte zusammen mit der Zugabe, dem Abendlied von Robert Schumann, für einen wunderschönen Ausklang des romantischen Weihnachtsabends.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

28.12.2010

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schwyzkultur.ch/B2gtgU