Die rund 50 Musikerinnen und Musiker unter der Leitung von Gabriel Schwyter überzeugten. Bild Yasmin Jöhl
Die rund 50 Musikerinnen und Musiker unter der Leitung von Gabriel Schwyter überzeugten. Bild Yasmin Jöhl

Musik

Musikalische Reise von, über und durch die Schweiz

Der Musikverein Harmonie Altendorf begab sich am Wochenende in der Mehrzweckhalle Altendorf an seinen Winterkonzerten gemeinsam mit dem Publikum auf eine Reise quer durch die Schweiz.

Wenn es in der Musik das Label Swissness gibt, dann verdient das Winterkonzert des Musikvereins Harmonie Altendorf diese Bezeichnung ganz besonders. Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah liegt? Das haben sich wohl auch die Musikerinnen und Musiker gedacht. Denn ihr Konzertprogramm hielt sieben Stücke bereit, die allesamt entweder von Schweizer Komponisten stammen oder deren Inhalt einen Bezug zur Schweiz hat.

Von Zürich über Graubünden nach Griechenland


Eröffnet wurde die musikalische Reise mit dem Marsch aus dem 3. Satz der 5. Sinfonie «Lenore» – ein Werk, welches aus der Feder des Lachner Komponisten Joachim Raff stammt und die Liebesgeschichte zwischen einem Soldaten und Lenore während Kriegszeiten erzählt. Die nächste Etappe führte das Publikum nach Zürich, wo der Komponist Robert Blum im Jahr 1900 geboren wurde. Gekonnt gaben die rund 50 Musikanten unter der Leitung von Gabriel Schwyter seine «Ouverture über Schweizer Volkslieder» zum Besten. Etwas ruhigere Töne wurde mit «In Siemi» (Ein Traum), komponiert vom Bündner Gion Balzer Casanovas, eingeschlagen. Die behutsamen und zärtlichen Melodien machten das Thema einer kriegsfreien Welt beinahe greifbar. Mit der «Greek Folk Song Suite» – schwungvoll und rassig interpretiert – führte die Reise doch noch ins Ausland. Und zwar ins Land der Sonne, des Weins und des Sirtaki: nach Griechenland. Doch weil der Komponist, Franco Cesarini, in Bellinzona geboren wurde, passte das aus drei Sätzen bestehende Werk optimal ins Programm.

Fulminanter Abschluss


Der Abstecher war jedoch nur von kurzer Dauer. So ging es für die Zuhörer im nächsten Stück hoch hinaus: Mit dem Orchesterwerk «Pilatus – Berg der Drachen » des amerikanischen Komponisten Steven Reineke gelang es dem Musikverein, den Kampf zwischen einer Abenteuergruppe und einem Drachen auf dem Zentralschweizer Wahrzeichen musikalisch erlebbar zu machen. In die Bündner Alpen versetzt fühlte sich das Publikum dank der «Legenda Rumantscha». Der 1971 in Zürich geborene Komponist Oliver Waespi hat hierfür sechs rätoromanische Volkslieder zu einer beeindruckenden Rhapsodie verschmolzen. Als fulminanter Abschluss dieser musikalischen Schweizer Reise und des überraschenden Winterkonzertes zauberten die Musikerinnen und Musiker mit dem lebhaften Marsch «Bellinzona» vom Tessiner Gian Battista Mantegazzi italienisches Ambiente in die Halle. Das Publikum verlieh seiner Begeisterung mit anhaltendem Applaus Ausdruck.

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Yasmin Jöhl

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

17.12.2019

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schwyzkultur.ch/SYpn3X