Im Bild Kanzlerin Tamara Pajarola, der Präsident der Närrisch Europäischen Gemeinschaft (NEG) Peter Züger und der Vorsitzende des Narrensymposiums, Markus Gräzer (rechts). Bild Marie-Eve Hofmann-Marsy
Im Bild Kanzlerin Tamara Pajarola, der Präsident der Närrisch Europäischen Gemeinschaft (NEG) Peter Züger und der Vorsitzende des Narrensymposiums, Markus Gräzer (rechts). Bild Marie-Eve Hofmann-Marsy

Volkskultur

Märchler Narren sprengen Grenzen

Das 31. Narrensymposium der Märchler Fasnachtsgesellschaften wird immer internationaler. Närrische Freunde aus Frankreich und Deutschland bereicherten die Versammlung und wieder sind Fahrten ins benachbarte Ausland geplant. Das Schweizer Kulturgut Fasnacht sprengt die Grenzen und zieht hinaus in die Welt.

Festlich dekoriert für das am Abend gefeierte 90-Jahr-Jubiläum des Rölli-Clubs Altendorf war die Alte Turnhalle Burggasse in Altendorf, dem diesjährigen Austragungsort des 31.Narrensymposiums. Und so blickten, auf Bannern verewigt, die Mitglieder des Rölli-Clubs von oben auf die zahlreiche Märchler Narrenschar: Vertreter der Gemeinde und Politik, Höfe, Hefari, Närrisch Europäische Gemeinschaft (NEG), Delegierte aus Chalon sûr Saône (Frankreich), Narrenzunft Appenweier und Kehler Rhinschnogge. Dem Jubiläum war es dann auch zu verdanken, dass sich für die unzähligen Fässer Bier und Flaschen Schnaps grosszügige Sponsoren fanden und die Geldsäckel der Narren unberührt blieben. Vorsitzender Markus Gräzer freute sich natürlich besonders, sich beim eigenen Verein, dem Rölli-Club Altendorf, für das Gastrecht bedanken zu können. Deren Präsident, Markus Keller, nahm dankend dafür noch ein weiteres Fass Bier entgegen.

Fasnacht ist ältestes Volksfest

Auch Gemeinderat Christian Iten liess es sich nicht nehmen, den närrischen Gästen eine erfolgreiche und freudige Fasnacht zu wünschen, widersprach aber heftig dem anlässlich der GV Narrhalla Lachen gemachten Statements von Walter Stählin, dass für alle, die etwas von der Fasnacht verstünden, die Lachner Fasnacht die schönste sei. «Die Fasnacht ist das älteste Volksfest», erklärte Gräzer und jede Fasnachtsgesellschaft sei ein bedeutender Kulturträger. Die Mitglieder des Narrensymposiums sind wichtige Zeitzeugen der örtlichen Chronik, die als lebendiges Kulturgut von der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft getragen werden und somit nicht vom Bestand, sondern vom Wandel leben. «Das Narrensymposium ist wie eine Laterne: Der Dumme hält sich dran fest, dem Klugen leuchtet sie den Weg.»

Wahlen und zwei neue Mitglieder

Bei den anstehenden Wahlen stellte sich sowohl der Rölli-Club Altendorf für vier weitere Jahre als auch die Kanzlerin, Tamara Pajarola, für zwei weitere Jahre zur Verfügung, was wieder ein Fass Bier kostete. Als Rechnungsrevisor löst die Amalia Zunft Galgenen die Rölli Gruppe Wangen ab. Allein die Wahl des Narrenbusobmanns wird aufs nächste Jahr traktandiert. Erfreuliche Neuigkeiten gab es beim Punkt Mutationen. Zwei neue Fasnachtscliquen stocken die Mitgliederzahl auf insgesamt 40 auf. Originell vorgestellt und mit grossem Applaus willkommen geheissen wurden die Schnitzelbänkler Altendorf und die Lochstei Musig Buttikon. Der Narrenbus fährt weiter, so Franz Luchsinger, aber das Fahrerteam sucht dringend Unterstützung.

Narren überschreiten Sprachgrenze

Auch die Nachwuchsförderung in Zusammenarbeit mit den Schulen ist auf gutem Weg. Die Partnerschaften zwischen der March und dem Ortenauer Narrenbund wachsen und gedeihen. Dazu gehören weitere geplante Fahrten ins benachbarte Ausland, wie zum 33-Jahr-Jubiläum des ONB 2014 nach Lahr. Rund 100 Märchler Narren wollen sich auf den Weg machen und ihre Fasnachtstradition den deutschen Narren nahebringen. Noch weiter soll es 2015 gehen. René Dubois, Präsident des Festkomitees von Chalon, stellte charmant seine Stadt vor, von Übersetzer Patrick Silbereis vom NEG-France unterstützt. Über vieles staunten die Märchler nicht schlecht, denn dort geht die Fasnacht weit über den Aschermittwoch hinaus, meist bis Mai oder Juni. Seit über 100 Jahren feiert die Weinstadt Chalon sûr Saône gewaltigen Karneval mit Gruppen aus aller Welt. Für die Schweizer Gäste würde sie extra überall Bierstände aufbauen. Der neue Präsident der Närrisch Europäischen Gemeinschaft (NEG), Peter Züger aus Lachen, bezeichnet diese Einladung als ein Komet am Himmel, überschreiten doch die Märchler damit nicht nur die Landes- sondern auch die Sprachgrenze. Er überbrachte stolz mit dem abgeänderten «Berliner»-Zitat Kennedys Grüsse von seinen acht Millionen Mitgliedern: «Ich bin ein Narr.»

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

14.01.2013

Webcode

schwyzkultur.ch/LTtnkS