Die Schauspieler der Improtagonisten imitieren eine Paarberatung in der Ehekrise. Bild: Melanie Schnider
Die Schauspieler der Improtagonisten imitieren eine Paarberatung in der Ehekrise. Bild: Melanie Schnider

Bühne

Kein Theaterspiel ohne das Publikum

Die Improtagonisten boten ein äusserst unterhaltsames Theaterspektakel. Das begeisterte Publikum wurde geschickt mit einbezogen.


Ein klassisches Theater war dasjenige der Improtagonisten aus Schwyz mit Sicherheit nicht. Schweigendes Publikum und auswendig vorgetragene Texte der Schauspieler sind längst von gestern. Am Freitagabend lenkte nämlich das Publikum die gesamte Aufführung. Wie das funktioniert? Die Moderatorin Megi Togan stellte den zirka 200 Zuschauern und Zuschauerinnen unterschiedlichste Fragen. Deren Antworten bildeten dann die Basis für das Spiel durch die vier Schauspieler.


«Nennen Sie mir einen Raum», forderte die Moderatorin. Als daraufhin «Waschküche» aus dem Publikum genannt wurde, spielten die Improtagonisten spontan und ohne jegliche Vorbereitung eine Szene beim Wäscheaufhängen in der allerersten gemeinsamen Wohnung. Amüsante Szenen wie die Suche nach der Unterhose oder das Ärgernis über das nicht gebügelte Hemd entstanden durch blitzschnelle Improvisation.


Bei einem weiteren Spiel wurden die Zuschauer von Megi Togan nach einer schlechten Ausrede und einer Reihe von Gefühlen gefragt. «Stau» wurde laut gerufen, und lauter Gefühlsadjektive wie «beleidigt», «narzisstisch», «sensibel», «motiviert» und gar «verstopft» wurden lachend aufgezählt. Aus diesen entwarfen die beiden Schauspielerinnen Eliane Lumpert und Micha Suter ad hoc eine Szene in einem Radiostudio und gaben die Staumeldung mit den vorgegebenen Affekten durch. Mit motivierter Stimme verkündete eine der Radiomoderatorinnen: «Staumeldungen sind doch super. Darum poppt in den Autos überhaupt erst das Radio auf.»


Die Zuschauer prusteten und grinsten breit in Gedanken an die Stunden im Verkehrschaos. Weitere fantastisch improvisierte Auftritte folgten, und die Lachnerven aller wurden auf Trab gehalten.


Bote der Urschweiz / Melanie Schnider


Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

29.10.2018

Webcode

schwyzkultur.ch/vFU1FN