Vor dem Arther Musentempel: Theaterleiter und Präsident Beat Diener zieht Fazit über die vergangene Saison. Bild Werner Geiger
Vor dem Arther Musentempel: Theaterleiter und Präsident Beat Diener zieht Fazit über die vergangene Saison. Bild Werner Geiger

Bühne

Nächstes Jahr «Zigeunerbaron»

Das Theater Arth hat im vergangenen Fünfjahresvergleich die beste Saison hinter sich. Zeit also für einen Rück- und Ausblick mit Beat Diener, Theaterleiter und Präsident der Theatergesellschaft Arth.

Mit Beat Diener sprach Werner Geiger

Die erfolgreiche Theatersaison in Arth liegt nun schon einige Zeit zurück, auf welche Faktoren führen Sie den riesigen Erfolg zurück?

Beat Diener: Wir spielen für das Publikum. In erster Linie ist dies sicher auf die hervorragende und hochmotivierte Teamleistung aller Mitwirkenden zurückzuführen. Auch sind wir uns bewusst, dass wir für das Publikum spielen müssen. Der diesjährige Erfolg zeigt sich vor allem in einer hervorragenden Sitzbelegung von 93 Prozent. Vor allem die beiden letzten Jahre haben sehr erfreulich abgeschlossen (als Vergleich: Berufstheater erreichen eine Auslastung um die 65 Prozent).

Was würden Sie als weitere Erfolgsfaktoren bezeichnen?

Wir stellen fest, dass unsere eingeschlagene Strategie greift. Einerseits wollen wir das treue Stammpublikum behalten, anderseits wollen wir vor allem Jugendliche und Kinder motivieren, sich auf der Bühne zu engagieren. Natürlich hoffen wir dadurch auch auf eine vermehrte Präsenz von jungen Menschen im Zuschauerraum, was sich wieder auf die Besucherzahlen auswirken dürfte. Diese Jugendarbeit wurde auch im Kanton Schwyz bemerkt, sodass wir im Zusammenhang mit unserem Engagement von der Kulturkommission des Kantons Schwyz mit einem massgeblichen Beitrag bedacht wurden. In verdankenswerter Weise unterstützt auch die Schwyzer Kantonalbank, die Gemeinde und die Musikschule Arth unser Engagement in der Jugendarbeit.

Was sind noch weitere wichtige Punkte im Rückblick auf die vergangene Saison?

Wir setzen auf umfassende Qualität. Ganz sicher spielt auch die Auswahl des Stückes sowie die Qualität der künstlerischen Leistung eine wichtige Rolle. Sehr wichtig ist ebenfalls die optimale Rollenbesetzung. Zum Glück hat das Theater Arth eine gute Künstler-Kartei, welche uns erlaubt, die Rollen möglichst personenspezifisch zu besetzen. Früher konnten wir auf einheimische Künstler zurückgreifen, inzwischen müssen wir uns allerdings im Wettbewerb mit anderen Bühnen behaupten, sodass wir leider oft auch auf auswärtige Künstlerinnen und Künstler zurückgreifen müssen. Wir sind froh, dass wir vor allem im Chor auf einheimische Sängerinnen und Sänger zählen können. Auch für kleinere Rollen finden wir in unserer Gemeinde oder nahen Umgebung Spielerinnen und Spieler, zum Teil auch sehr junge wie im vergangenen Stück in den Rollen «Heinerle» (Sven Theiler, Goldau/Pascal Blümmel, Walchwil) und «Annamirl» (Laura Reichlin, Goldau/Laura Skog, Walchwil).

Inszenierung, Bühnenbild und Kostüme sind sicher auch sehr wichtige Komponenten?

Die Inszenierung ist jedes Jahr eine besondere Herausforderung für den Regisseur, er wird in gleicher Weise vom Publikum wie vomTheater gefordert, denn von ihm wird erwartet, dass er in der Aufführung Traditionelles bewahrt und Neues, Modernes subtil auf die Bühne bringt. Natürlich ist auch das Bühnenbild in seiner Gesamtheit sehr wichtig. In diesem Bereich können wir zum Glück seit Jahren auf eine eingespielte Crew zurückgreifen.

Welchen Stellenwert hat die Musik?

Wir wollen auch mit Musik Emotionen wecken. Das Theater wird in die SpartenTanz (Ballett), Schauspiel und Musiktheater (Oper, Operette, Musical) aufgeteilt. In der Operette hat die Musik einen zentralen Bestandteil. Die Melodien, gesungen oder gespielt, lösen Emotionen aus. Wir sind in der glücklichen Lage, dass unsere sehr erfahrene und vielseitige Chorleiterin Esther Rickenbach durch zielstrebige Vorbereitung jährlich mit einem Ad-hoc-Chor ein sehr hohes Niveau erreicht. Zudem gelingt es ihr, Kinder und Jugendliche für das Mitmachen zu motivieren. Im Orchester sind über 50 Personen (Laien, Musik- Studenten und Berufsmusiker) eingeteilt, pro Aufführung aber etwa die Hälfte im Einsatz. Vom Orchester wird eine hohe Flexibilität verlangt, weil die Musiker im Orchestergraben dem Geschehen auf der Bühne nicht folgen können. Dieser «Blindflug» ist eine besondere Herausforderung.

Von Ihnen existiert ein Zitat: «Solange ich Präsident bin, werden wir Operette spielen.»

Ja,

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

06.05.2011

Webcode

schwyzkultur.ch/jPhXri