Die Musikgesellschaft Arth: Sie wurde behutsam geführt von Willy Odermatt. (Bild: mgarth.ch)
Die Musikgesellschaft Arth: Sie wurde behutsam geführt von Willy Odermatt. (Bild: mgarth.ch)

Musik

Hochstehende Klassik im Advent

Die Musikgesellschaft Arth und der Männerchor Goldau boten in der Arther Kirche hochstehende Klassik.

Im 19. Jahrhundert waren sogenannte Harmoniemusiken sehr beliebt. Indem kleine Bläserensembles grosse klassische Opern für den «Hausgebrauch» arrangierten, kam diese Musik auch in soziale Schichten, die dem Opernbesuch nicht so nahe standen. Daneben aber gab es auch Arrangements für grössere Blasorchester, die bei Musikliebhabern viel Anklang fanden und immer noch finden. Den Beweis dafür lieferte das zahlreiche Publikum, welches am letzten Sonntagabend die Arther Pfarrkirche füllte. Es folgte der Einladung zum traditionellen Adventskonzert, welches ein hochstehendes klassisches Musikprogramm versprach.

Gemeinschaftskonzert mit dem Männerchor Goldau

Doch diesmal waren nicht nur Bläser zu hören. Die Musikgesellschaft Arth teilte das Podium mit dem Goldauer Männerchor. Dieser wagte sich, unter der Leitung von Esther Rickenbach, an anspruchsvolle Kompositionen heran. Verdis Opernchöre scheinen ihm sehr zu liegen. Den Chor der Kreuzfahrer (I Lombardi) und den Gefangenenchor (Nabucco) interpretierten sie mit Intensität und fast sakraler Getragenheit – die ausgewogenen Männerstimmen kamen diesem Empfinden sehr entgegen. Auch der Priesterchor aus Mozarts Zauberflöte atmete dieselbe innere Hingabe an den Ton. Die Musikgesellschaft Arth ihrerseits (unter der Stabführung von Willy Odermatt) nahm sich nicht weniger Anspruchsvolles vor: Mozart, Gluck, Beethoven, Rossini, Lehar und Prokofjew. Ihre Interpretation wohlbekannter klassischer Melodien vermittelte der Zuhörerschaft ein neues Hörerlebnis. Was man bei den Harmoniemusiken vermisst – den orchestralen Klang –, kam in dieser grösseren Bläserbesetzung wohltuend zur Geltung. Das mag zunächst an der Bearbeitung liegen; doch der feine, sanfte «orchestrale» Streicherklang ist vorwiegend der nuancierten Dynamik zu verdanken. Dies gilt für das ganze Ensemble, vor allem aber für die oberen Register. Es erreicht eine Klangfülle, ohne je «schmetternd» zu sein. Ein besonderes Kompliment gilt den Solistinnen inRossinis Ouvertüre zur «Italienerin in Algier». Ergreifende, bezaubernde Musik, wie man sie zur Einstimmung in den Advent schöner nicht wünschen konnte.

Weitere Infos

- www.mgarth.ch
Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

30.11.2010

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schwyzkultur.ch/Km1WV2