Die beiden Künstler: Der Organist Mathias Inauen und der Klarinettist Mark Reding. Bild Walter Eigel
Die beiden Künstler: Der Organist Mathias Inauen und der Klarinettist Mark Reding. Bild Walter Eigel

Musik

Mit Besinnlichkeit ins neue Jahr geleitet

Das Programm des traditionellen Neujahrskonzertes vermochte eine erstaunlich zahlreiche Zuhörerschaft in die Arther Pfarrkirche zu locken; sie sollte in keiner Weise enttäuscht werden.

In behutsamer Art wurden die Musikliebhaber in vertrauter Klangwelt abgeholt und langsam in die Gefilde moderner Musik geführt. Die beiden Künstler, Mark Reding mit seiner Klarinette und Mathias Inauen an der Orgel, spielten sich mit ihrer Interpretationskunst in die Herzen der Zuhörer.

Samtener Klarinettenklang

Sie eröffneten das Konzert mit einer besinnlichen Folge von Sätzen aus Giuseppe Tartinis Violinsonaten (im Stil der Sonata da Chiesa). Die Klarinette übernahm die wunderschönen Melodiebögen der ursprünglichen Violine auf eindrückliche Weise. Vor allem in den Kantilenen kam der samtene Klang der Klarinette auf schönste Weise zur Geltung. Voll auf die Rechnung kam der Solist (und damit auch der Musikliebhaber) beim Klarinettenkonzert von Carl Stamitz. Nicht nur im Mittelsatz (Romanze) war zu spüren, wie sich die Klarinette langsam zu einem Lieblingsinstrument der Romantik zu entwickeln begann. Für den Klarinettisten ein Bravourstück, welches durch die gekonnte Registrierung der Orgel besonders gut zur Geltung kam.

Orgel mit Tanzrhythmen

Die Orgel sollte als Soloinstrument nicht zu kurz kommen. Baldassare Galuppis Orgelsonate atmete zwar nicht mehr die Melodieseligkeit der einleitenden Tartini-Sonate; sie war mehr vonVirtuosität geprägt (wie es sich für den Typ der Sonata da Camera geziemt). Trotzdem bestechen die drei Tanzsätze durch ihre charmanten und einfachen Themen. Für die solistisch konzertierende Orgel bildete Lefébure-Wélys «Boléro de concert» zweifellos den Höhepunkt. Hier spürte man den Organisten Mathias Inauen denn auch in seinem Element; er hat sich auch die charakteristische (spätromantische) Disposition derArther Kirchenorgel voll zunutze gemacht.

Beseligende moderne Melodien

Der zweite Teil des Neujahrskonzertes stiess in modernere musikalische Gefilde vor. Auch diese Kompositionen vermochten unmittelbar anzusprechen. Die liedhaft anmutenden Sätze leben von grossen Melodiebögen, die der stimmführende Klarinettist mit hohem interpretatorischem Können zu vermitteln vermochte. Friedrich Zipps Aria und Passacaglia war ein besinnliches Stück Musik, dem man einfach ohne Anstrengung lauschen konnte. Auch das «Far away» des zeitgenössischen japanischen Komponisten Kunihiro Kiku klang wie ein ferne klingendes melancholisches Lied aus der Zukunft. Gespannt war man selbstverständlich auf denTribut, den das Stück von Rita Defoort dem legendären amerikanische Klarinettisten Benny Goodman zollte. Spontan wähnte man sich in der Neuen Welt; die eingängige Musik erinnerte an die dem Jazz eigene Improvisationskunst; der Solist verstand es denn auch, den unverkennbaren Jazz-Ansatz und das Vibrato Benny Goodmans in das interessante Stück zu bringen. Nicht zu unterschätzen war alleweil die höchst zuverlässige Begleitung durch den Organisten. Ein durch und durch gelungenes Konzert, das die Zuhörerinnen und Zuhörer mit Besinnlichkeit und Gegenwartsbezug in ein neues Jahr hinein zu begleiten vermochte.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

03.01.2011

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