Der Chor des Cäcilienvereins Arth begeisterte mit seinem Konzert in der Pfarrkirche Arth. Bild pd
Der Chor des Cäcilienvereins Arth begeisterte mit seinem Konzert in der Pfarrkirche Arth. Bild pd

Musik

Musikalisch-barocker Frühlingsgruss

Der Cäcilienverein Arth sang vor fast voll besetzter Pfarrkirche ein Konzert mit Musik von Vivaldi. Die Sängerinnen und Sänger boten zusammen mit Orchester und Orgel ein festliches, stimmungsvolles Konzertvergnügen.

Den ersten der drei Konzertteile bildeten Auszüge aus Vivaldis grosser Komposition «Beatus Vir». Das Werk, das ursprünglich für zwei Chöre, zwei Orchester, Orgel und Solisten geschriebenworden war, wurde vom Dirigenten des Arther Chores, Roger D. Tanner, eigens für dieses Konzert transkribiert.

Variantenreiche Musik

Vivaldis Komposition lebt von recht kurzen Solopartien, die in Abwechslung mit den Chor-Antifonen gesungen werden. So reihen sich verschiedene Sätze sehr unterschiedlichen Charakters variantenreich und vielseitig aneinander. Schwungvoll und mit feinsinnigem Klang meisterten Manuela Maria Hager (Sopran), Anne-Lise Latouche-Hallé (Mezzosopran) und Jonathan Prelicz (Bass) ihre Partien. Den Mittelteil des Konzertes bestritt der Arther Hauptorganist Grimoaldo Macchia, ebenfalls mit Musik, die (zumindest indirekt) von Vivaldi stammte. Es erklang das «Concerto No. 7» in FDur von Johann Sebastian Bach, das eine Bearbeitung eines Vivaldi-Konzertes ist. Macchia nutzte die Möglichkeiten der Arther Orgel stimmungsvoll aus und setzte Virtuosität und verschiedene Klangfarben effektvoll, aber stilsicher ein. Sowohl die feineren als auch die Tutti-Passagen waren differenziert gestaltet. Gleiches lässt sich über das Orchester sagen. Das Collegium Cantorum aus Wetzikon war für dieses Konzert eine hervorragende Wahl, spielte es doch kunstvoll artikuliert und in bester barocker Manier. Es war eine Freude, den Instrumentalpassagen zu folgen, während sich das Orchester als Begleitung nie in den Vordergrund spielte.

Frühlingshaftes Aufblühen

Als Hauptwerk erklang Vivaldis «Gloria » in G-Dur. Wie der Name des Werks sagt, orientiert sich dieses am Text des gottesdienstlichen Glorias, es wurde jedoch als eigenständiges Werk und nicht als Teil einer Messe komponiert. Dem festlichen Charakter dieser Komposition entsprechend durfte alles noch einmal zu einer gesteigerten Brillanz finden. Der Chor überzeugte auch in den virtuosen und vielstimmigen Sätzen durch Sicherheit und ausgestaltete Melodieführungen. Chor, Solisten, Orchester und Orgel wurden zu einem einzigen Klangkörper geformt. Und auch wenn die Frühlingsstimmung nach Sonnenuntergang aus der Pfarrkirche schon etwas verschwunden war, blühte dafür die Musik im letzten Satz des Glorias nochmals auf. Ein sehr gelungener, prächtiger Schluss, nachdem dieMusikerinnen undMusiker den grossen Applaus des sehr zahlreich erschienenen Publikums hatte entgegennehmen dürfen

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

19.04.2016

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schwyzkultur.ch/w5FAPH