Bühne
Musik
Wie zu Urzeiten – frisch und frivol
Das Theater Arth überrascht mit einer modernen Fassung der Operette «Gasparone», lebt aber auch die Tradition.
«Zu den Urzeiten der Operette», hält Produktionsleiter Jürg Bläuer vor der fulminanten und begeisternden Premiere im Theater Arth fest, «war diese modern, frech, frisch und frivol.» Erst mit den Jahrzehnten sei das Genre etwas verstaubter geworden. Seit einigen Jahren hat sich das Haus am Zugersee mithilfe der Regisseurin Elja-Duša Kedveš daran gemacht, den Operetten wieder die damaligen Prädikate zukommen zu lassen.
Einige Anspielungen und viel Spass
So kommt es, dass es statt einer Schlossherrin eine sozial engagierte Mieterin des ziemlich zerfallenen Zitronenschlosses ist, die sich nicht nur für Flüchtlinge einsetzt und mit ihnen eine Manufaktur für Bioprodukte aus Zitronen betreibt. Carlotta, stimmgewaltig und schauspielstark von Madeleine Merz dargestellt, hat daneben mit ihren Gefühlen zu kämpfen. Bürgermeister Nasoni (Andreas Büchler in Bestform) will seinen Sohn mit Carlotta vermählen und so seine klamme Kasse wieder auffüllen. Doch kommt – auch hier wieder in einer Modernisierung früherer Fassungen – sein Sohn Sindulfo (charmant gespielt von Christian Menzi, absolut sehenswert seine Stepptanzeinlage) plötzlich mit seinem Freund daher. Nicht nur diese im sizilianischen Dorfleben kaum vorstellbare Tatsache beschäftigt den Bürgermeister. Denn da ist scheinbar noch ein Gauner namens Gasparone, den es zu stoppen gilt. Gesehen hat diesen niemand. Tatsächlich gibt es aber einige auf der Insel, die ihre Entführungen und Raubzüge im Namen Gasparones ausführen. «Es gibt einfach zu viele Gasparone- Nachahmer», ist dann zu hören, schnell folgt die Ergänzung: «Und -Nachahmerinnen. » Die rote Sora hat sich dazu auch Tänzerinnen angeworben. Das Theater Arth beweist einmal mehr, wie viel Spass Operette machen kann. Zum 175. Geburtstag der Vereinsgeschichte zeigt man alle Stärken, welche diese beliebte Bühne ausmachen: grosse Spielfreude und Zusammenhalt des Ensembles, musikalische Harmonie zwischen Orchester, Solistinnen, Solisten und dem Chor, frische, farbige Kostüme (dieses Mal im Stil der 1950er- Jahre) sowie ein Bühnenbild, das gar den Hauswal (auch er heisst Gasparone) vor dem Küstenufer auftauchen lässt – garniert mit einem überzeugenden Ballett, dessen Tänze lange in Erinnerung bleiben werden.
Bote der Urschweiz / Christian Ballat
Autor
Bote der Urschweiz
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